Zweiter in Q1, Zweiter in Q2. George Russell wirkte im Qualifying in Japan lange wie der erste McLaren-Verfolger. Eine Strategie-Änderung im letzten Q3-Lauf zahlte sich jedoch nicht aus und warf den Briten in Startreihe drei zurück.
"Der fünfte Platz ist heute definitiv zu wenig für uns. Ich bin echt enttäuscht mit der letzten Runde", resümierte Russell. "Wir sahen das ganze Wochenende über schnell aus und ich glaube wir hatten das Auto, um im Kampf um die erste Startreihe mitzumischen."
Gefallene Streckentemperaturen auf der einen, eine neue Strategie auf der anderen Seite machten Mercedes jedoch einen Strich durch die Rechnung. "Wir dachten, dass die Reifen im ersten Lauf in Q3 zu heiß waren, waren uns aber nicht vollständig sicher. Im letzten Run haben wir dann etwas anderes probiert", erklärte der Brite die Überlegungen.
"Ich wollte etwas mehr aus den Reifen herausholen, hatte aber letztendlich keinen Grip am Anfang der Runde - die Reifen waren zu kalt." In Kurve zwei stand Russells W16 beim Einlenken quer, eine Steigerung war ihm nicht mehr möglich. "Natürlich sind wir enttäuscht, aber Platz fünf ist kein schlechter Startplatz. Morgen kann alles passieren."
Rookie mit Reifeprüfung: Steigerungslauf bei Kimi Antonelli
Für seinen Teamkollegen Kimi Antonelli ist das Wochenende in Suzuka eine Premiere: Er fährt zum ersten Mal auf dem Suzuka Circuit. Mit Position sechs komplettierte er die dritte Reihe für Mercedes und holte gleichzeitig das beste Qualifying-Ergebnis seiner noch jungen Formel-1-Karriere. Zufriedenheit also beim Rookie? Nicht komplett.
"Ich bin zufrieden damit, wie die Session gelaufen ist, aber auf der anderen Seite bin ich enttäuscht, weil ich einen solchen Schritt von den freien Trainings machen musste", sagte Antonelli und erklärte: "Ich habe mich im Training sehr verloren gefühlt und hatte kein Selbstvertrauen, mehr zu pushen und Fortschritte zu machen."
Ein Qualifying unter schwierigen Umständen also: "Es war mental schwierig, vor allem, weil man sieht, dass man in allen Sektoren, in jeder Kurve einen Schritt machen muss." Daher entschied sich der 18-Jährige auch bei der Wahl des Setups seines W16 für weniger Risiko. "Es war definitiv sicherer, am Ende aber zu sicher. Das ist aber nicht die Schuld des Teams. Ich habe diese Entscheidung getroffen, weil ich mich damit gut gefühlt habe."
Sein Fazit: "Insgesamt bin ich zufrieden, weil ich das Gefühl habe, das Ergebnis maximiert zu haben. Am Ende war es eine gute Runde, weit weg von perfekt, aber ich kann mich nicht beschweren."
Antonellis Rookie-Kollege Jack Doohan konnte in den Trainingssessions auch nicht viel Selbstvertrauen aufbauen. Im FP1 musste er sein Cockpit an Alpine-Ersatzmann Ryo Hirakawa abtreten, im zweiten Training hatte er einen großen Unfall. Was genau dazu führte, erklärt euch Christian in diesem Video:



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