Die Scuderia Ferrari erlebt einen herausfordernden Start in die Formel-1-Saison 2025: Auf die Startplätze fünf und sechs in Shanghai folgten zwei Wochen später die Startpositionen vier und acht für Charles Leclerc und Lewis Hamilton. Das italienische Traditionsteam taumelt auch am dritten F1-Rennwochenende dieses Jahres beim Großen Preis von Japan in Suzuka seinen WM-Ambitionen hinterher. Nach der doppelten Disqualifikation nach dem Rennen in China stellt das Qualifying-Ergebnis in Suzuka den nächsten sportlichen Rückschlag dar.

Bereits in den Freien Trainings am Freitag und Samstag wurde klar, dass Ferrari erneut ein schwieriges Wochenende bevorstehen würde. Vor dem Qualifying fehlten Leclerc und Hamilton in jeder Session mindestens vier Zehntelsekunden auf die Bestzeit, die Scuderia operiert auch in Japan nicht in der Spitzengruppe. Vielmehr kämpfen die Roten mit den Rookies Kimi Antonelli im Mercedes und Isack Hadjar von den Racing Bulls um die Startreihen drei und vier.

"Tja. Nicht dort, wo ich sein möchte", bilanzierte Lewis Hamilton wortkarg. "Ich habe allgemein durch alle Qualifying-Sessions hindurch Probleme gehabt." Der siebenfache Weltmeister stand in seiner bisherigen Karriere in Suzuka schon zweimal auf der Pole Position. Heute fehlten ihm satte 0,627 Sekunden auf die Fabelzeit von Max Verstappen. Dass zumindest Hamiltons erster Q3-Versuch daneben ging, lässt sich von außen gut erklären: "Ich hatte starkes Übersteuern im Mittelsektor." Mit der schnellen Rechtskurve 9 hatte im Qualifying unter anderem auch Sauber-Pilot Nico Hülkenberg seine Schwierigkeiten.

Fehlt Lewis Hamilton die Ferrari-Pace?

Ferrari-Fahrer Lewis Hamilton in der Box
Lewis Hamilton tat sich im Japan-Qualifying schwer, Foto: IMAGO / PsnewZ

Mit einer sauberen Runde konnten sich die beiden Ferrari -Fahrer im zweiten Versuch noch einmal steigern. Die beiden Q3-Runden von Hamilton werfen allerdings Fragen auf. Das Übersteuern im ersten Versuch kostete Zeit, damit war anfangs auch der Rückstand auf Teamkollege Leclerc zu erklären. Im zweiten Versuch war im zweiten Sektor von außen betrachtet jedoch kein grober Fahrfehler zu erkennen - Lewis Hamilton verlor trotzdem auf seine zuvor gesetzte Sektorzeit.

Auf seinen Teamkollegen Charles Leclerc fehlten Hamilton letztlich gut drei Zehntelsekunden. Der Monegasse zeigt sich trotz P4 zufrieden mit seinem Qualifying: "Auf der einen Seite ist es enttäuschend, weil du nicht nur um P4 kämpfen willst. Auf der anderen Seite bin ich ein Stück weit zufrieden wegen des gestrigen Tages. Da haben wir bei mir große Veränderungen vorgenommen, um einen Weg zu finden, ein komfortableres Auto zu schaffen." Mehr sei im Qualifying deshalb nicht möglich gewesen.

Japan-Wetter spielt höchstens einem Ferrari-Fahrer in die Karten

Lewis Hamilton im Gespräch mit Renningenieur Riccardo Adami
Kann Regen für Lewis Hamiltons Strategie eine Hilfe sein?, Foto: IMAGO / DeFodi Images

Wie bereits zum Saisonauftakt in Australien könnte sich auch in Suzuka das Wetter zum Rennsonntag drehen und für Regenbedingungen sorgen. Bisher sind für den Vormittag Regenschauer vorhergesagt. Die Rennstrecke liegt allerdings unweit der Küste - und das Wetter kann sich deshalb kurzfristig ändern. Auf das Regenszenario könnte Charles Leclerc gut verzichten: "Ich bevorzuge ein Trockenrennen." Dieses würde seinem aggressiv ausgelegten Wochenend-Setup deutlich besser zu stehen kommen.

Allerdings könnte die Nässe Ferrari auch in die Karten spielen. Im Regen treten die fahrerischen Fähigkeiten in den Vordergrund. Die Schwächen des Autos, die bei Ferrari im Vergleich zur Spitze zweifelsohne vorhanden sind, fallen nicht so sehr ins Gewicht. Für Lewis Hamilton könnte der Regen also eine Chance bieten. Womöglich lässt sich der 40-Jährige auch deshalb nicht die Laune nach seinem Qualifying verderben: "Ich bin immer noch gespannt auf morgen. Es kann immer noch gut werden von dort aus, wo ich stehe."

Für einen Schreckmoment in Japan sorgte Alpine-Fahrer Jack Doohan mit seinem Highspeed-Crash bei über 300 Stundenkilometern. Inzwischen steht die Ursache fest:

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