Wie sorgt man beim Formel 1-Saisonauftakt in Australien für Schlagzeilen, wenn man nicht zu den Big-4 zählt? Nico Hülkenberg zeigte am Freitag, wie es geht. In der zweiten Trainingssession räubert er mit seinem Sauber wild durch das Kiesbett von Kurve 6 und war damit auf Social Media genauso präsent wie Bestzeithalter Charles Leclerc. "Das war nicht ganz optimal und nicht geplant", erklärte der Deutsche. In einer Highspeed-Kurve wie Turn 6 könne so ein kleiner Ausrutscher aber leicht passieren.

Viel beeindruckender als sein Ausflug ins Kiesbett: der achte Platz im Gesamtklassement. Noch bei den Wintertests in Bahrain haderte Hülkenberg mit dem unberechenbaren Handling seines Autos, in Melbourne zeigte sich der C45 von seiner "braven" Seite. Ob das an den Updates lag, die Sauber nach Australien gebracht hat? Nur so viel wollte Nico Hülkenberg verraten: "Wir haben das Setup zwischen FP1 und FP2 ziemlich verändert und das Feedback war positiv. Das Auto hat sich ganz okay angefühlt. Ich will nicht zu früh urteilen, warten wir morgen ab."

Hülkenberg: Ein Schritt nach dem anderen

Erst nach dem Qualifying werde Sauber wissen, ob die gute Rundenzeit mit wenig Sprit vom Training etwas wert gewesen ist. Die gesammelten Daten werden jetzt analysiert, um im dritten Freien Training die notwendigen Anpassungen vornehmen zu können - die letzte Gelegenheit vor dem Qualifying. "Natürlich werden wir versuchen, uns bis morgen zu verbessern. Im Moment geht es darum, Schritt für Schritt vorzugehen und das Auto von Session zu Session zu optimieren", betonte Hülkenberg.

Während Hülkenberg sich im vorderen Mittelfeld behauptete, kämpfte Gabriel Bortoleto in den Trainingssessions noch mit der Umstellung. Der brasilianische Rookie fährt 2025 seine erste F1-Saison, umso mehr zählt für ihn jede einzelne Runde im C45 und im Albert Park. Wie unsere Auswertungen zeigen, verliert Bortoleto in jeder DRS-Zone fast ein Zehntel auf seinen erfahrenen Teamkollegen. In Sachen Speed braucht er sich nicht zu verstecken.