Es ist keine große Überraschung mehr für Lando Norris, dass seine letzten kleinen Chancen auf seinen ersten Formel-1-Titel am Sonntag in Las Vegas endgültig dahin sind. Max Verstappen hat sich mit einem fünften Platz zum Vierfach-Weltmeister gekrönt. Norris ist unter den zahlreichen Gratulanten, gibt seinem Freund Verstappen aber mehr als nur einen Händedruck mit auf den Weg.

"Riesige Glückwünsche an ihn, er hat sich das ganze Jahr über keinen Fehltritt erlaubt", so Norris. "Das ist seine Stärke. Er hat keine Schwächen. Nichts Negatives. Wenn er das schnellste Auto hat, dann dominiert er Rennen. Wenn nicht, dann ist er immer noch direkt hinter uns und gewinnt trotzdem fast. Es gibt einfach nichts an ihm, das schlecht wäre."

Norris sieht WM-Lernjahr gegen besten Formel-1-Fahrer aller Zeiten

Für Norris ist trotz der Niederlage das Fazit über seinen WM-Kampf erneut ein Positives. Eben weil er Verstappen so hoch einschätzt: "Ich habe sicher noch ein paar Dinge, an denen ich arbeiten muss. Aber ich kann gegen Max kämpfen. Das freut mich, denn Max ist der beste Fahrer der Welt, und vielleicht einer der besten Fahrer in der Geschichte der Formel 1."

Verstappen: Weltmeister im schlechteren Auto! Bester Fahrer? (16:52 Min.)

"Manche mögen da nicht zustimmen, aber ich bin mir da ziemlich sicher", so Norris. "Dass ich dann mit ihm kämpfen kann, Rad an Rad, das liebe ich. In 20, 30 Jahren werde ich mich daran erinnern, dass ich gegen so einen Fahrer gekämpft habe. Also freue ich mich für ihn. Er hat diese Meisterschaft verdient. Hoffentlich kann ich ihn nächstes Jahr stärker fordern."

Hohe Standards gegen Max Verstappen: Norris beeindruckt

Dieses Jahr gab es gegen die Verstappen-Perfektion kein Ankommen für Norris: "Er hat ein paar Fehler gemacht, aber über den Saisonverlauf waren das sehr wenige relativ zu dem, was er erreicht hat. Das ist es, was ihn so gut macht. Er hat keine schlechten Qualifyings. Er hat keine schlechten Rennen."

"Er holt einfach immer alles aus dem Auto raus, und das ist immer beeindruckend, da gibt es noch viel zu lernen", so Norris. Zwangsweise muss nun aber für ihn und McLaren das Ziel sein, 2025 dieser Perfektion so nahe als möglich zu kommen. 2024 sieht Norris unter dem Strich nämlich rückblickend als eine Saison an, in der er nie wirklich nahe genug dran war, um wirklich als WM-Herausforderer zu gelten.

"Er hatte noch immer eine relative einfache Saison", so Norris' Urteil. "Hätten wir zum Saisonstart ein besseres Auto gehabt, so hätten wir ihn mehr unter Druck setzen können als je zuvor." Doch erst ab dem sechsten Saisonlauf in Miami hatte McLaren ein siegfähiges Auto. 2025 muss es vom Start weg der Fall sein. "Ich glaube, ich kann um eine WM kämpfen. Da freue ich mich, dass ich das mit Zuversicht sagen kann."