McLaren musste bei der Formel 1 in Mexiko am Freitag eine bittere Niederlage neben der Strecke einstecken. Die F1-Stewards erteilten dem 'Right of Review'-Antrag der Papaya-Truppe nämlich eine Absage. Doch auch sportlich läuft es auf dem Autodromo Hermanos Rodriguez noch nicht ganz rund. Zwar hatte Team Woking einen neuen Unterboden im Gepäck, doch bislang zeigte dieser noch keine Erfolge.

In beiden Trainingssessions grüßten andere von der Spitze: George Russell im FP1, Carlos Sainz im zweiten Training. Oscar Piastri konnte sich im zum Reifentest für Pirelli umfunktionierten FP2 mit nur 0,178 Sekunden Abstand auf Platz 2 hinter Sainz einreihen. Der Australier hat allerdings noch den alten Unterboden moniert, nur Norris bekam die neue Ausbaustufe.

Lando Norris: Finde keine gutes Gefühl

Es ist erst recht ein schmeichelhaftes Ergebnis, da die McLarens weichere Reifen austesteten als die Fahrer der Scuderia. Lando Norris, der im ersten Training noch für Pato O'Ward Platz machen musste, landete immerhin auf P5.

Allgemein fiel das Fazit des WM-Zweiten zum Trainingstag mehr als durchwachsen aus: "Es fehlte uns verglichen mit den anderen einfach an Grip", urteilte er über sein FP2. "Ich hatte kein gutes Gefühl", fügte er hinzu, merkte aber auch an: "Es ist allgemein rund um diese Strecke schwierig, ein gutes Gefühl aufzubauen. Sie verfügt einfach über sehr wenig Grip."

Vom neuen Unterboden zeiget er sich unter diesen Gesichtspunkten auch nicht wirklich begeistert: "Es war gut, dass wir einen Back-to-Back-Vergleich hatten. Aber das macht es nicht wirklich viel besser." Im Moment sieht sich Norris noch im Rückstand zu seinem Teamkollegen: "Oscar war heute sehr schnell, ich liege ein bisschen zurück. Wir haben also noch etwas Arbeit vor uns."

Wenn man sich die Zeiten anschaut, dann liegt allerdings nicht sehr viel zwischen den beiden McLaren-Piloten. Auf seine schnellste Runde verlor Norris nur sieben Hundertstel auf Piastri. Im Longrun fehlte ihm auf eine Stintlänge von acht Runden durchschnittlich dieselbe Zeit. Kein Unterschied von Tag und Nacht eigentlich, vor allem da er FP1 komplett auslassen musste.

Doch was das Fahrgefühl im Auto angeht, gehen die Differenzen zwischen dem Duo weiter auseinander. Denn Piastri lobte das Handling des MCL38 nach FP2: "Ich denke, wir sind in guter Form, wir haben uns gegenüber der FP1 gut verbessert, denn dort schien es für uns noch ein wenig schwierig zu sein."

McLaren-Fahrer Oscar Piastri
Oscar Piastri erwischte einen besseren Start in das Mexiko-Wochenende als Lando Norris, Foto: LAT Images

McLaren wie in Austin: Ist Ferrari zu schlagen?

Piastri verglich die Ausgangslage bei McLaren mit jener in Austin: "Uns fehlt ein bisschen Vertrauen in das Auto, das ist ähnlich wie in der letzten Woche. Aber wir haben für FP2 einige gute Schritte nach vorne gemacht. Das macht uns Mut. Es ist immer schön, wenn man den Tag mit einem guten Gefühl beenden kann."

Ob das reicht, um am Samstag im Qualifying auch um die Pole Position und am Sonntag um den Sieg zu kämpfen erscheint fraglich. Denn im Training schien Ferrari eine Woche nach dem Doppelsieg beim USA-GP erneut im Griff zu haben. Falls sich Norris hinter den Ferraris anstellen muss, dann sieht es düster aus. Denn für ihn zählen bei der Ausgangslage im WM-Kampf nur Siege.