Ferrari scheint nach dem überlegenen Doppelsieg in Austin auch in Mexiko in einer eigenen Liga zu fahren. Während Red Bull, McLaren und Mercedes mit größeren Problemen zu kämpfen hatten, lief der Trainingsfreitag für die Scuderia nahezu perfekt. Carlos Sainz sicherte sich die Tagesbestzeit, obwohl Ferrari beim Pirelli-Reifentest im 2. Freien Training härtere Reifen als Red Bull und McLaren fahren musste.

“Wir hatten von Anfang an ein gutes Auto und ein gutes Setup, das 2. Training war dann nur noch Feintuning“, freute sich Sainz. „Mit Blick auf die Streckencharakteristik hatte ich nach Austin schon erwartet, dass wir in Mexiko stark sein würden“, so der Spanier.

Teamkollege Charles Leclerc sortierte sich zwei Zehntelsekunden hinter Sainz auf Rang vier ein. Allerdings musste der Monegasse im 1. Freien Training noch zuschauen, weil Formel-1-Nachwuchsfahrer Oliver Bearman in seinem Boliden platznahm.

Bearman kollidierte früh im Training mit Alexander Albon und musste den Ferrari folglich abstellen. Zu Beginn des 2. Trainings sah es danach aus, als wäre der Ferrari nicht rechtzeitig repariert. „Wir hatten vor dem 2. Training ein Problem am Auto, aber das hatte nichts mit dem Unfall zu tun“, verriet Leclerc.

Charles Leclerc: Russell-Crash kostet wertvolle Trainings-Möglichkeit

Der Austin-Sieger konnte seinen Reifentest aber ohne Schwierigkeiten absolvieren. Einziges Problem: Der Unfall von George Russell. Weil die Reparaturarbeiten and der Strecke fast eine halbe Stunde dauerten, verlor Leclerc am Ende der Session die Möglichkeit, noch einen zusätzlichen Medium-Reifen zu testen.

Fahrer, die im 1. Training für einen Nachwuchspiloten aussetzten, bekamen in Mexiko die Möglichkeit, nach erfolgreich absolviertem Reifentest auf einem zusätzlichen Reifensatz zu trainieren. Durch die Unterbrechung blieb dafür aber keine Zeit mehr. „Es wäre ein gutes 1. Training gewesen, um auszusetzen, aber so war es nicht toll“, ärgerte sich Leclerc.

“Trotzdem war das Gefühl im Auto gut“, beruhigte der Ferrari-Pilot. Vor allem im Longrun war Ferrari eine Macht. Doch die starke Rennpace könnte sich in Mexiko nicht wie in Austin auszahlen, schließlich gilt Überholen auf dem Autodromo Hermanos Rodriguez als extrem schwer. „Und auf eine Runde erwarte ich viel Konkurrenz, das wird ein enger Kampf“, glaubt Sainz.