Zum dritten Mal steht Lando Norris 2024 auf der Pole Position. Die anderen beiden Male endete das auf den ersten 500 Metern nicht gut - sowohl in Budapest als auch in Barcelona verlor er Siege am Start. Diese dunkle Wolke hängt am Samstagabend über einer bockstarken Qualifying-Leistung bei der Formel 1 in Zandvoort.

Überschattet wird eine Norris-Pole mit Ansage. 0,356 Sekunden gab er Max Verstappen auf dem nur 4,259 Kilometer kurzen Circuit Zandvoort mit zum Nachdenken. "Meine letzte Runde in Q3 war bei weitem meine beste Runde", so Norris. Aber von der ersten Runde an hatte er sich am Samstag gut gefühlt, trotz der widrigen Bedingungen und trotz der Tatsache, dass zwei der drei Trainings von Regen und einer langen roten Flagge ausgebremst worden waren.

"Da dann einfach Runden ohne Fehler zu fahren und sich nicht zu verbremsen, nichts zu machen, was mir ein bisschen Selbstvertrauen kosten könnte, war gut", freut sich Norris. "Und ich blieb einfach dran, habe mich Runde für Runde verbessert. Sowohl das Auto als auch ich waren heute gut." Was 24 Stunden später niemanden interessieren wird, wenn es auf den ersten 500 Metern wieder schiefgeht.

Norris wehrt ab: Bin in Zandvoort nicht verzweifelt

Rückblick: In Barcelona wurde er von Verstappen und von George Russell kassiert. In Budapest von Oscar Piastri. Und auch in die Sommerpause war Norris mit Start-Frust gegangen. In der ersten Kurve von Spa hatte er Piastri zu viel Platz gelassen und war ins Kiesbett geraten. In Zandvoort hat er nun wieder Verstappen und Piastri direkt hinter sich.

"Ich bin nicht verzweifelt", wehrt Norris daraufhin Suggestionen ab, wonach er sich am Sonntag vom Druck treiben lassen würde. "Ich will gewinnen. Ich arbeite hart daran. Das tun wir alle, als Team. Aber wenn ich sage, dass ich gewinnen will, dann bin ich nicht verzweifelt. Mit Verzweiflung erreichst du nichts."

Stattdessen gibt sich Norris als pragmatischer Realist. Von Statistiken, dass er der schlechteste Starter in der Formel 1 sei, hält er gar nichts: "Ich starte oft weit vorne, und dort waren meine Starts oft nicht die besten, als ging es eher rückwärts, anstatt dass ich Plätze gehalten hätte." Doch sich daran aufzuhängen ist potenziell desaströs.

"Ich bin noch immer im Schnitt unter den besseren Startern", erinnert Norris. Das wiederholte auch sein Teamchef Andrea Stella in den letzten Wochen immer wieder: Norris' Starts sind nicht schlecht. Sie sehen schlechter aus, wenn ein direkter Konkurrent einen perfekten Start erwischt. Norris unterstreicht das: "Vielleicht sah es im Saisonverlauf schlechter aus. Aber ein paar Mal waren sie auch nicht so gut, wie sie hätten sein sollen."

Norris hat in Zandvoort alle Karten für Sieg Nr. 2 in der Hand

Für Norris ist es also wichtig, die tatsächlichen Probleme zu identifizieren, wie etwa Spa, wo er sich in der ersten Kurve mit dem Platz verschätzte. Ohne zugleich alles wegzuwerfen, was er am Start schon richtig macht. Genau das bemühte er sich in der Sommerpause zu tun: "Ich habe einiges an Arbeit reingesteckt, um meine Starts zu verbessern. Morgen ist jetzt ein neuer Tag."

Übersteht er die erste Kurve, so hat er nicht alle, aber viele Trümpfe in der Hand: "Wir sind denke ich in einer guten Position. Unsere Longrun-Pace war gestern recht stark. Aber Max, Oscar, beide Mercedes, besonders George in seiner Position, die sind alle schnell und werden uns herausfordern. Also rechne ich nicht damit, dass irgendwas einfach wird."