Max Verstappen war im Formel-1-Qualifying in Belgien wieder einmal in einer eigenen Liga unterwegs. Der Weltmeister hatte im Regen das restliche Feld jederzeit im Griff, von Pole Position startet er aber trotzdem nicht. Denn wie schon vor dem Qualifying klar war, erhält der Red-Bull-Pilot für das Rennen aufgrund eines Motorwechsels eine Strafe von zehn Startplätzen. Verstappen minimierte den Schaden und startet morgen von in Spa von P11.
Beinahe wäre die Pole Position aber dennoch in den Händen von Red Bull geblieben, denn Sergio Perez lag in Q3 auf Kurs zur Pole. Doch mit dem Ablauf der Zeit gelang es Ferrari-Pilot Charles Leclerc nochmal eine Schippe draufzulegen und den zweiten Red-Bull-Piloten um eine Hundertstel-Sekunde zu besiegen.
Das Ergebnis: Hinter Leclerc und Perez geht am Rennsonntag Lewis Hamilton von P3 ins Rennen. Lando Norris und Oscar Piastri pilotierten ihre McLarens auf P5 und P6 und starten damit im Rennen von P4 und P5. Dahinter folgten George Russell, Carlos Sainz und Fernando Alonso. Die Top 10 in der Startaufstellung finalisieren Esteban Ocon und Alex Albon. Nico Hülkenberg kam nicht über P16 im Qualifying hinaus.
Das Wetter: Etwa eine Stude vor dem Formel-1-Qualifying gab es starke Niederschläge, die auch eine Verschiebung des Formel-2-Rennens zur Folge hatten. Vor dem Beginn der Qualifikation hörte der Regen zwar auf, allerdings war die Strecke nach wie vor feucht. Im Laufe des Qualifyings kamen immer wieder Regengüsse auf und ließen anschließend wieder nach. Zu keinem Zeitpunkt war der Regen allerdings so stark, dass er eine Zeitenjagd vollkommen verhindert hätte.
Q1 in Spa: Starkregen prognostiziert, kommt aber nicht
Da für kurz nach dem Beginn von Q1 Regen prognostiziert wurde, war Eile angesagt und alle Fahrer rückten so schnell wie möglich nach Freigabe der Strecke aus. Entgegen der Prognosen gab es allerdings nur leichten Regen, vorausgesagte stärkere Regenfälle blieben aus. Dadurch schnallten die meisten Fahrer sogar einen zweiten Satz Intermediates auf.
Verstappen gab von Anfang an den Ton an und konnte trotz schneller werdender Strecke seine Spitze für den Großteil der Session mühelos verteidigen und seine Zeiten stärker verbessern als die Konkurrenz. Als Einziger sparte er sich einen zweiten Intermediate-Satz und verlor so auf den letzten Runden noch die Bestzeit an Oscar Piastri. Pierre Gasly reihte sich auf P2 ein.
Sergio Perez und George Russell lagen kurz vor Schluss zwischenzeitlich außerhalb der Top 15, doch beide konnten sich in Sicherheit bringen. Die großen Überraschungen blieben aus. Yuki Tsunoda sorgte in Q1 nur für P18. Da der Racing Bull wegen einem kompletten Power-Unit-Wechsel von ganz hinten ins Rennen geht, war das Qualifying für ihn aber sowieso irrelevant. Auch für beide Haas-Piloten (Hülkenberg auf P16, Magnussen P17) war das Qualifying früh vorbei. Logan Sargeant und Zhou Guanyu (P19 und P20) mussten auch die Segel streichen.
Ärger gab es rund um Verstappen aufgrund von Verkehr. Einmal wurde der RBR-Fahrer von Zhou Guanyu blockiert, später stand er Logan Sargeant in Kurve 1 im Weg, allerdings befanden sich zu diesem Zeitpunkt beide auf einer schnellen Runde. Für Zhou könnte es aber noch Ärger geben, da die Stewards den Vorfall notiert haben.
| Qualifying - Session Q1 | |
| Zwischenfälle: | - |
| ausgeschieden: | 16. Hülkenberg - 17. Magnussen - 18. Tsunoda - 19. Sargeant - 20. Zhou |
| Top-5: | 1. Piastri - 2. Gasly - 3. Verstappen - 4. Perez - 5. Sainz |
Q2 in Spa: Perez zittert sich nach Tausendstel-Krimi in Q3
In Q2 bot sich ein ähnliches Bild wie in der ersten Session. Obwohl erneut Regenfälle aufkamen, waren diese nicht stark genug, um für eine schlechter werdende Strecke zu sorgen. Die Intermediate-Reifen waren und blieben das einzige Mittel der Wahl.
Im Unterschied zu Q1 nahm der Regen etwas mehr als sechs Minuten vor dem Ende von Q2 zwischenzeitlich zu. Verbesserungen blieben dennoch bis zum Ende der Session möglich. Erneut war das Timing des finalen Runs ein entscheidender Faktor. Auch die Mercedes- und Ferrari-Fahrer sowie Sergio Perez waren bis zum Ende unter Druck.
Allen genannten Piloten gelang allerdings auf dem letzten Drücker noch eine Runde, die schnell genug für einen Q3-Aufstieg war. Im Falle von Perez mit P10 war das aber sauknapp. Nur 0,003 Sekunden trennten ihn von Alex Albon und damit einem vorzeitigen Qualifying-Ende. Max Verstappen hatte mit diesen ganzen Zittermomenten nichts zu tun. Seine früh aufgestellte Bestzeit blieb unantastbar.
Neben Albon flogen mit dem Ende von Q2 auch Pierre Gasly (P12), Daniel Ricciardo (P13), Valtteri Bottas (P14) und Lance Stroll (P15) raus. Neben den vier Topteams gehörten damit auch Fernando Alonso und Esteban Ocon als 'Überraschungs'-Teilnehmer zu jenen zehn Fahrern, die Q3 bestreiten durften.
| Qualifying - Session Q2 | |
| Zwischenfälle: | - |
| ausgeschieden: | 11. Albon - 12. Gasly - 13. Ricciardo - 14. Bottas - 15. Stroll |
| Top-5: | 1. Verstappen - 2. Hamilton - 3. Russell - 4. Sainz - 5. Piastri |
Q3 in Spa: Red-Bull-Timing im Regen sorgt beinahe für Perez-Sensation
Auch Q3 begann mit Berichten von leichten Regenfällen in einzelnen Streckenabschnitten. Zum wiederholten Male verbesserten sich die Bedingungen trotzdem im Laufe der ersten Runde. Dadurch erwischten die beiden Red Bulls, die als letzte auf die Strecke gegangen waren, in der Frühphase die idealen Bedingungen und Verstappen konnte sich auf dem ersten Run den provisorischen ersten Platz über sechs Zehntel vor Perez und Hamilton sichern. Obwohl er noch für einen zweiten Run ausrückte, geriet sein erster Platz anschließend nicht mehr in Gefahr.
Mercedes und McLaren hängten noch eine zweite schnelle Runde auf demselben Reifensatz dran, scheiterten aber trotz leichter Zeitverbesserungen jeweils an den RBR-Zeiten. Norris reihte sich hinter dem Führungstrio auf P4 ein, gefolgt von Piastri und Russell. Perez schien in den letzten Minuten nicht mehr von P2 zu verdrängen zu sein. Doch Charles Leclerc fand auf seiner letzten Runde noch eine minimale Verbesserung und drückte dem Mexikaner 0,011 Sekunden auf. Dadurch sicherte sich der Monegasse dank der Verstappen-Strafe die erste Startposition.
| Qualifying - Session Q3 | |
| Zwischenfälle: | - |
| Top-5: | 1. Verstappen - 2. Leclerc - 3. Perez - 4. Hamilton - 5. Norris |



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