Das Fahreraufgebot der beiden Red-Bull-Teams für die Formel-1-Saison 2025 ergibt eine paradoxe Situation. Obwohl drei der vier Fahrer einen Vertrag für das nächste Jahr haben, scheint noch gar nichts in Stein gemeißelt zu sein. Denn das Hintergrundrauschen um einen Abgang von Max Verstappen will im Paddock nicht abreißen. Dass die Cockpits von Sergio Perez und Daniel Ricciardo wackeln, ist sowieso schon verbrieft.
Nur Yuki Tsunoda hat fix einen Red-Bull-Vertrag für kommendes Jahr in der Tasche, der nicht durch irgendwelche Klauseln von jedweder Seite gefährdet zu sein scheint. Umso bemerkenswerte ist eine Aussage des Japaners vor dem Grand-Prix-Wochenenden in Spa. Dort stellte er selbst seinen Kontrakt in Frage. "Sie können herumspielen und damit machen, was sie wollen. Der Vertrag ist fast nichts wert", sagte Tsunoda deutlich.
Der Racing-Bull-Pilot bekam im Juni eine Vertragsverlängerung, indem Red Bull direkt vor dem Kanada-GP eine Option zog. Wie bei Red Bull üblich wird der Vertrag nicht mit dem Team direkt abgeschlossen, sondern umschließt den gesamten RB-Kosmos in der Formel 1. Die Spannweite liegt also zwischen einem Cockpit im Werksteam oder einem Job an der Seitenlinie als Test- und/oder Ersatzfahrer.
Eigentlich scheint Tsunoda für 2025 im kleinen RB-Team eingeplant zu sein, doch seit das Cockpit von Sergio Perez wackelt, hat er Lunte gerochen. Beim Ungarn-GP machte er seine Ansprüche auf den Platz neben Max Verstappen klar. Dass er in den Diskussionen als Nachfolger von Perez auch teamintern gar nicht vorkommt, scheint ihm sauer aufzustoßen.
Yuki Tsunoda: Habe meinen Vertrag nicht gelesen
"Ich habe den Vertrag nicht richtig gelesen. Was auch immer da steht, ich denke es wird auf dieses Team hinauslaufen", meinte er mit Bezug auf die Racing Bulls. Auch in Belgien betonte er noch einmal seine Ambitionen für den Aufstieg zur Werksmannschaft: "Es ist ziemlich klar, was ich auf der Rennstrecke alles geleistet habe. Wenn man sich ansieht, wie viele Q3-Teilnahmen ich habe und wie viele Punkte ich geholt habe."
2024 steht Tsunoda bei 22 Punkten und damit hat damit doppelt so viele Zähler auf dem Konto als Ricciardo. Im teaminternen Qualifying-Duell liegt er mit 6:4 voran. "Ich habe getan, was ich tun sollte. Was kann ich noch mehr tun als das?", hob Tsunoda seine Leistungen in diesem Jahr hervor.
Gespräche über einen Aufstieg zwischen ihm und Red-Bull-Motorsportberater Dr. Helmut Marko oder Teamchef Christian Horner hat es dem 25-Jährigen zufolge keine gegeben. Dabei ist er sich sicher, dass es nicht um die sportliche Leistung geht: "Wenn man nur die Performance sieht, dann ist der Fall ziemlich klar", gibt er sich selbstbewusst.

Warum bekommt Yuki Tsunoda nicht das Perez-Cockpit bei Red Bull?
Bei Red Bull Racing soll er aber kein sonderlich gutes Standing haben, vor allem Teamchef Christian Horner ist kein großer Fan von Tsunoda. Er würde im Falle eine Ablöse von Sergio Perez wohl lieber ein Comeback von Daniel Ricciardo an der Seite von Verstappen sehen, obwohl der Australier 2024 bislang klar hinter den eigenen Erwartungen blieb und unter dem Niveau von Tsunoda performt.
Red-Bull-Ersatz Liam Lawson könnte als Kompromisskandidat direkt ins Werksteam hochgezogen werden. Bei einer Nicht-Berücksichtigung im nächstjährigen Aufgebot bei einem der beiden Rennställe droht Red Bull ihn aus seinem Fahrerkader an die Konkurrenz zu verlieren. Ein Szenario, das Tsunoda vergangenen Woche als "komisch" bezeichnete.
Er selbst soll 2024 bereits an einem Abschied aus dem Red-Bull-Kader gearbeitet haben. Vor allem das Interesse von Audi-Sauber an ihm wird häufig in einen Zusammenhang mit seiner plötzlichen teamseitigen Verlängerung im Juni gestellt.



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