Das Warten hat ein Ende - das erste große Ferrari-Update der Formel-1-Saison 2024 hat in Imola die ersten zwei Trainings geschlagen, und mit Erfolg bestanden. Zwei Bestzeiten durch Charles Leclerc untermauern das Potenzial. Motorsport-Magazin.com hat in der Box der Scuderia genau hingeschaut und alle Details zum erneuerten SF-24, sowie die Erwartungen von Ingenieur Jock Clear.
Wie schon McLaren vor zwei Wochen hat auch Ferrari einen signifikanten Teil des Autos für dieses erste echte Update der Saison im Zusammenspiel überarbeitet. Beginnend mit dem Frontflügel mit neuem Profil, eine neue Position der Winkelverstellung und neuen Details an der Seite, was die Effizienz und Leistung an den Enden verbessern soll.

Die Schlagzeilen beherrscht natürlich der an den Red Bull erinnernde Seitenkasten. Ferrari hat, wie beim RB20, die Oberlippe verlängert und einen optischen Überbiss geschaffen. Der Einlass selbst ist die auffälligste Veränderung. Der alte Ferrari hatte zwei Einlässe, einen horizontalen für den Kühler, einen vertikalen für aerodynamische Zwecke. Das Update hat nur mehr einen, in einer P-Form. Ziel ist, den Luftfluss zur Unterboden-Seitenkante zu verbessern.
Diese Kante wurde auch angepasst, und mit ihr der Diffusor und die Verkleidung der Hinterradaufhängung, um weitere Vorteile aus dem verbesserten Luftfluss nach hinten am Unterboden entlangzuziehen. Oben wurde ein Leitelement am Halo hinzugefügt, die Motorabdeckung dahinter verschmälert und das Kühl-Packet daran angepasst, mit einem neuen Kühlschlitz. Der Luftfluss zum Heck soll damit besser werden. Separat davon wurden die runden Übergänge des Heckflügels verbessert.

"Es geht einfach darum, den Luftfluss rund um die Hinterreifen und im Diffusor-Bereich zu säubern, und die Energie am Heckflügel zu erhöhen", erklärt Ferrari-Ingenieur Jock Clear. "Was man ästhetisch davon sieht, sind nur die Aufräumarbeiten davon. Vieles von dem, was du obenauf siehst, ist das, was dir übrigbleibt, wenn du dich auf die Schlüsselbereiche konzentrierst."
Was erwartet sich Ferrari vom erneuerten SF-24?
Wie schon Charles Leclerc am Donnerstag versucht Clear am Freitag, ein realistisches Bild von den Erwartungen an das Update zu zeichnen: "Es geht nicht um ein Auto, das eine halbe Sekunde schneller ist. Wenn du dir das Feld anschaust, dann trennen Platz zwei und Platz sechs eine Zehntel. Das ist der Umfang, auf den wir momentan abzielen. Der bringt dir nämlich zwei, drei Plätze." Und aufgrund der in der modernen Formel 1 deutlich beschränkteren Entwicklungsmöglichkeiten sind die großen Pakete der Vergangenheit sowieso unmöglich.
Die Arbeit am ersten SF-24-Update begann noch vor Saisonstart. Clear umschifft die Frage, ob es die Schwächen in langsamen Kurven angreifen soll, aber er stellt klar, dass es ein genereller Zuwachs an Abtrieb sein soll. Im Gesamtpaket versucht Ferrari gerade nicht nur mehr Abtrieb zu erzeugen, sondern auch das Setup des SF-24 weiter zu verbessern.
"Ich denke, wir haben in den letzten Rennen ein paar Dinge identifiziert, mit denen wir hier angreifen können", gibt sich Clear da zuversichtlich. Generell ist der SF-24 schon eine um Welten stabilere Setup-Plattform als im Vorjahr. "Wir haben in dem Bereich auch ein paar Entwicklungen. Ich denke, wir zielen darauf ab, uns mit dem Setup etwas zu bewegen, um mehr aus dem Auto herauszuholen."
Imola, eine Stunde vom Ferrari-Werk entfernt, ist so der ideale Platz, um alle diese Ideen und Teile an einem Ort zu bringen und in zwei Freitags-Trainings auf Herz und Nieren zu testen. Auch wenn es nicht um eine halbe Sekunde geht, so ist die Stimmung daher gut. Das nächste Update ist natürlich schon in Arbeit, hier kann man nicht erst abwarten, ob alles wie erwartet abliefert: "Du hast schon die Leute auf das nächste Update angesetzt und arbeitest unter der Annahme, dass das Imola-Update dir das gibt, was du willst."



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