Das 2. Training von Imola ist an der Spitze der Formel 1 eine enge Angelegenheit. Ohne Max Verstappen. Denn Red Bull hat am Freitag weiter Probleme. Über eine halbe Sekunde fehlen Verstappen und Sergio Perez auf Charles Leclerc, der im Ferrari erneut den Ton angibt. Doch von McLaren unter Druck gesetzt wird.

Das Ergebnis: Leclerc setzte mit 1:15,906 die Tagesbestzeit und hielt damit Oscar Piastri immerhin 0,192 Sekunden auf Abstand. Allerdings hatte Lando Norris anfangs stark ausgesehen. Jedoch rutschte er auf seiner ersten Qualifying-Simulation am Ausgang der zweiten Rivazza-Kurve kurz ins Kies, und brach die Runde sofort ab. Damit blieb er auf P12 hängen und war der einzige Spitzenpilot ohne eine Soft-Rundenzeit.

Überraschend stark präsentierte sich Yuki Tsunoda, der mit nur 0,380 Sekunden Rückstand den dritten Platz vor den Mercedes von Lewis Hamilton und George Russell eroberte. Dann folgte Carlos Sainz, dann erst die Red Bull von Verstappen und Perez mit mehr als deutlichem Respektabstand. Nico Hülkenberg schlug als Neunter um 12 Tausendstel Fernando Alonsos Aston Martin.

Bei Verstappen hielten die Probleme an, die schon im 1. Training begonnen hatten. Nach Setup-Umbau war er in den ersten Minuten auf dem Medium-Reifen erst zufrieden, doch kaum zog er Soft auf, lief es nicht mehr. Ein großer Rutscher auf seiner schnellsten Runde, Klagen am Funk: "Mein Gott, ich weiß nicht, es fühlt sich alles so schwierig an." Auf seinen Longruns rutschte er zwischen den Rivazza-Kurven auch noch ins Kiesbett.

Lewis Hamilton provoziert erst Alonso, dann Verstappen

Die Zwischenfälle: Lewis Hamilton sorgte gleich für zwei weltmeisterliche Wutausbrüche. Anfangs fühlte sich Fernando Alonso zweimal von ihm behindert: "Hamilton denkt, er ist allein auf der Strecke." Am Ende der Qualifying-Simulationen lief dann auch Max Verstappen in der Villeneuve-Schikane auf ihn auf. Der von der Auto-Performance schon genervte Verstappen drängelte Hamilton daraufhin vor Tosa fast ins Gras. Auch Guanyu Zhou beschwerte sich im Laufe des Trainings über einen Mercedes.

Die Stewards griffen hier nicht ein. Sehr wohl aber bei einem angeblichen Fehlverhalten von Yuki Tsunoda bei einem Probestart an der Boxenausfahrt. Er hatte sich nicht an die angezeichnete Markierung gehalten. Das wird nach dem Training untersucht. Wie auch eine Konfrontation zwischen Leclerc und Perez auf dem Longrun für eine Ermittlung sorgte. Perez hielt den Ferrari in der Villeneuve-Schikane auf, woraufhin ein erboster Leclerc sich aggressiv in Tosa danebensetzte und den Red Bull zum Ausweichen zwang.

Dreher gab es in dieser Session nur einen, anfangs stand kurz einmal Pierre Gasly quer zur Fahrtrichtung. Carlos Sainz vergeigte seinen zweiten Schuss auf Soft mit einem Ausritt in der Variante Alta, daher hatte er über eine halbe Sekunde Rückstand. Bei Alex Albon gab es große Umbauten, nachdem er in FP1 mit Defekt ausgerollt war. Mit einigen Minuten Verspätung nahm er das Training auf. Nico Hülkenberg musste zu Sessionbeginn kurz für Checks an die Box: "Irgendwas stimmt nicht." Was es auch war, es war schnell gelöst, und Hülkenberg konnte das Training regulär fortführen.

Das Wetter: Nach den Regenfällen am Donnerstag erlebte die Formel 1 einen wettertechnisch perfekten Freitag. FP2 startete bei leichter Bewölkung, 25 Grad Luft- und 39 Grad Streckentemperatur. Bis zum 2. Training hatte die Strecke auch langsam wieder den vom Regen abgewaschenen Gummiabrieb aufgebaut.