In der letzten Woche wurde der neue Name des zweiten Red-Bull-Teams in der Formel 1 bekanntgegeben. Wie bereits durch einen Leak zuvor bekanntwurde, geht die Mannschaft aus Faenza 2024 unter der sponsor-lastigen Bezeichnung Visa Cash App RB an den Start. Am Montag verkündete das Team auch einen Umbau der sportlichen Führungsriege.

Gleich drei neue Führungspersonalien wurden bekanntgegeben. Der ehemalige Alpine-Sportdirektor Alan Permane wird dieselbe Rolle wie in Ensonte auch bei Ex-AlphaTauri einnehmen. Gleichzeitig stoßt Tim Goss als neuer Chief Technical Officer zum Team und Guillaume Cattelani besetzt die Position als stellvertretender Technik-Chef.

Alpine-Rennleiter Alan Permane in einer Pressekonferenz
Alan Permane war bis zum Juli Sportdirektor bei Alpine, Foto: LAT Images

Tim Goss wechselt von der FIA nach Faenza

Während Permane nach seinem Rauswurf bei Alpine im Sommer seinen neuen Posten mit sofortiger Wirkung antreten kann, ist bei Goss noch Warten angesagt. Der Brite verließ am 8. Januar etwas überraschend die FIA. Zuvor besetzte der ehemalige McLaren-Technikchef für etwa ein Jahr beim Automobil-Weltverband die Rolle als Technik-Direktor der Monoposto-Abteilung. Goss wird deshalb erst im Oktober bei AlphaTauri anfangen, da er sich bis dahin noch im Gardening Leave befindet.

Guillaume Cattelani ist verglichen mit den anderen beiden Neuzugängen der wohl unbekannteste der drei Namen. Er kommt direkt von Red Bull, wo er seit 2020 als Ingenieur aktiv war. Zuvor wirkte er in der Formel 1 bereits bei Lotus und McLaren. Sein Fokus liegt vor allem auf der Aerodynamik des noch namenlosen neuen Boliden.

Sowohl Cattelani als auch Goss werden in ihren neuen Funktionen eng mit dem alt eingesessenen Technik-Chef Jody Egginton zusammenarbeiten. Goss sagte bei der Ankündigung: "Ich freue mich darauf, mit Teamchef Laurent Mekies und dem Technischen Direktor Jody Egginton zusammenzuarbeiten. Es liegt eine spannende Herausforderung vor uns, aber ich denke, das Team ist gut gerüstet, um sie zu meistern."

Cattelani sagte: "Es ist fantastisch, die Möglichkeit zu haben, das Visa Cash App RB Team auf die nächste Stufe der Wettbewerbsfähigkeit zu bringen. Ich freue mich sehr darauf, mit Jody und allen anderen Mitgliedern des technischen Teams zusammenzuarbeiten, um Autos zu entwickeln, die das Team vorantreiben und uns an die Spitze der Startaufstellung bringen."

Visa-RB-Teamchef: Struktur für Erfolg geschaffen

CEO Peter Bayer gab sich bei der Ankündigung optimistisch. "Die Ernennung von Guillaume und Alan wird unsere Fähigkeiten bei der Konstruktion und Entwicklung unserer Autos sowie die Performance auf der Rennstrecke stärken. Mit der Ankunft von Tim im Oktober werden wir dann die Schlüsselelemente einer Struktur geschaffen haben, die uns in die nächste Phase unserer Reise führen und den langfristigen Erfolg des Teams sicherstellen wird", wurde er in der Aussendung zitiert.

Ferrari-Sportdirektor Laurent Mekies und Alpine-Rennleiter Alan Permane
Teamchef Laurent Mekies und der neue Sportdirektor Alan Permane, Foto: LAT Images

Teamchef Laurent Mekies hob die Erfahrung der Neuanwerbungen hervor: "Wir haben bereits eine sehr starke und sehr erfahrene Gruppe im Team und die Aufnahme von hochqualifizierten Personen wie Tim, Guillaume und Alan wird unsere Fähigkeiten steigern und uns helfen, die höchsten technischen Standards zu erfüllen, sowohl in der Fabrik als auch auf der Rennstrecke."

Das ehemalige AlphaTauri-Team will in der kommenden Saison auf mehr Kooperation mit dem großen Schwesterteam setzen. Erste Schritte in diese Richtung erwiesen sich bereits in der zweiten Saisonhälfte 2023 als Erfolg. Doch die Konkurrenz wittert Wettbewerbsverzerrung. Mehr zu diesem Thema in unserem Video:

F1-Teams sauer auf Red Bull! Unfairer Vorteil durch Zweitteam?: (16:40 Min.)