McLaren hat es geschafft: Der britische Traditionsrennstall sicherte sich in Singapur vorzeitig den Konstrukteurstitel. In der ewigen Bestenliste rückt McLaren (10 Titel) damit auf den alleinigen zweiten Platz hinter Ferrari (16). Seit der Einführung der Konstrukteurs-WM konnten sich 15 verschiedene Hersteller [Stand: September 2025] den Titel sichern. Motorsport-Magazin.com hat den Überblick.

Wieso wurde acht Jahre lang nur um die Fahrer-WM gefahren?

Zu Beginn der Formel 1 lag der Fokus ganz klar auf dem fahrerischen Einzelkönnen. Die Fahrer waren das Zentrum der Weltmeisterschaft. Ein klar definiertes 'Team' im heutigen Sinne existierte damals noch nicht.

Erst mit der Professionalisierung und technischen Weiterentwicklung, führte der Automobilweltverband 1958 eine Konstrukteurs-Meisterschaft ein. Diese trug damals noch den Titel "International Cup for F1 Manufacturers".

Den Premierensieg in der Team-Wertung holte sich Vanwall: Mit der Truppe um Stirling Moss und Tony Brooks gewann das britische Team im Jahr 1958 sechs der elf Rennen - genug, um Ferrari zu schlagen, die damals noch als Großmacht der F1 galten.

Welches Team gewann die meisten Titel in Folge

Geschichten der Dominanz ziehen sich durch die Formel 1 wie ein roter Faden. Immer wieder gibt es Teams, die den Sport über einen längeren Zeitraum prägen. Mit 74 Saisons und 16 Konstrukteurstiteln ist Ferrari das mit Abstand erfolgreichste Team in der Formel 1 und auch der einzige Rennstall, der seit dem Beginn der Formel 1 1950 jede Saison bestritten hat. Mit Michael Schumacher konnte das Team aus Maranello Anfang der 2000er sechs aufeinanderfolgende Titel einfahren (1999 bis 2004).

16 Jahre später wurde der Rekord gebrochen: 2020 holte sich Mercedes sieben Mal in Folge die Trophäe. Und die Rekordjagd des deutsch-britischen Teams war damit noch nicht zu Ende: 2021 legte der Rennstall noch einen drauf und baute die Serie auf acht Formel-1-Konstrukteurstitel in Folge aus.

Auf dem Papier war McLaren ähnlich erfolgreich: Zwischen 1974 und 1998 sicherte sich der Traditionsrennstall acht WM-Titel, belegte mit vier Titeln in Folge (1988 bis 1991) im Rekord-Ranking aber nur Platz drei. Erst mit dem Titel 2024 zog das Team aus Woking mit Williams gleich.

Für Williams markierten die 1990er Jahre eine goldene Ära. Während der erfolgreichen Partnerschaft mit Renault holte der Rennstall zwischen 1992 und 1994 drei Formel-1-Titel in Serie - das Team ist mit insgesamt neun Weltmeistertiteln, neben McLaren, der zweiterfolgreichste Konstrukteur in der Königsklasse.

Unter der Leitung von Christian Horner erlebte Red Bull Racing Anfang der 2010er Jahre eine bemerkenswerte Dominanzphase. Mit Sebastian Vettel an der Spitze war das Team zwischen 2010 und 2013 nahezu unschlagbar.

Formel-1-Konstrukteure: Das sind die Erfolgreichsten

Anzahl TitelKonstrukteurJahre
16Ferrari1961, 1964, 1975–1977, 1979, 1982, 1983, 1999–2004, 2007, 2008
10McLaren1974, 1984, 1985, 1988–1991, 1998, 2024, 2025
9Williams1980, 1981, 1986, 1987, 1992–1994, 1996, 1997
8Mercedes2014–2021
7Lotus1963, 1965, 1968, 1970, 1972, 1973, 1978
6Red Bull2010–2013, 2022, 2023
2Cooper1959, 1960
Brabham1966, 1967
Renault2005, 2006
1Vanwall1958
B.R.M.1962
Matra1969
Tyrrell1971
Benetton1995
Brawn2009

Die Liste der Teams mit den meisten F1-Titeln in Folge

Titel in FolgeKonstrukteurZeitraum
8Mercedes2014 bis 2021
6Ferrari1999 bis 2004
4McLaren1988 bis 1991
Red Bull2010 bis 2013
3Ferrari1975 bis 1977
Williams1992 bis 1994

Welche Nation gewann die meisten WM-Titel?

Sortiert man die Hersteller nach Nationen, dann liegt Großbritannien ganz klar an der Spitze. Mit 35 gewonnenen Weltmeisterschaften konnte der Inselstaat mehr als doppelt so viele Titel wie Italien einfahren. Verantwortlich für diesen Erfolg sind vor allem drei der zehn britischen Titelträger: McLaren, Williams und Lotus konnten zwischen den 60ern und 90ern insgesamt 26 WM-Titel für Großbritannien holen.

Cooper, Brabham, Vanwall, B.R.M., Tyrrell, Benetton und Brawn GP waren für die restlichen 9 der 35 britischen WM-Titel verantwortlich. Großbritannien hält außerdem den Rekord für die längste Titelserie in der Formel 1: Zwischen 1984 und 1998 gewann das Vereinigte Königreich 15-mal die Weltmeisterschaft. An zweiter Stelle folgt Italien mit 16 Titeln, die Ferrari im Alleingang holte.

Ein ähnliches Bild zeigt sich für Deutschland und Österreich. Mercedes gewann zwischen 2014 und 2021 acht Konstrukteurstitel mit deutscher Lizenz. Red Bull siegte seit 2010 sechs Mal für Österreich. Beide Formel-1-Teams sind allerdings in Großbritannien beheimatet.

Frankreich konnte mit zwei Teams mehrere Erfolge feiern: Während sich Matra 1969 zum Weltmeister kürte, gewann Renault in den Jahren 2005 und 2006 zwei Weltmeisterschaften in Folge. Die https://www.motorsport-magazin.com/formel1/bilderserie/red-bull-feiert-100-sieg-energy-drink-wird-formel-1-macht,22769.html-Boliden wurden ebenfalls in England entwickelt und gebaut.

Die Liste aller Formel-1-Weltmeister nach Konstrukteurs-Nation

Anzahl der TitelNationKonstrukteur
35GroßbritannienMcLaren, Lotus, Williams, Cooper, Brabham, Vanwall, B.R.M., Tyrrell, Benetton, Brawn GP
16ItalienFerrari
8DeutschlandMercedes
6ÖsterreichRed Bull
3FrankreichMatra, Renault

Seit 1950 wird Formel 1 gefahren. In diesem Artikel findet ihr alle Informationen und Statistiken zur Formel-1-Fahrer-Weltmeisterschaft seit Anbeginn des Sports: