Alfa Romeo hat am Sonntag nach den Testfahrten in Barcelona als letztes Team sein neues Auto für das Jahr 2022 präsentiert. Nachdem Valtteri Bottas und Guanyu Zhou den C42 bereits drei Tage lang mit einer Tarnlackierung ausführten, wurde nun das Design für die bevorstehende Rennsaison enthüllt. Für den Neuanfang mit dem ehemaligen Mercedes-Piloten und dem chinesischen Rookie setzt die schweizerisch-italienische Mannschaft auf einen neuen Look.

Das Design stammt aus der Feder des Centro Stile von Alfa Romeo. Hierbei handelt es sich um die eigenständige Designabteilung des Automobilherstellers, die bereits für eine Vielzahl von Modellen aus dem Hause Alfa Romeo verantwortlich zeichnete. Es soll sowohl die Motorsporthistorie der Italiener wie auch die Geschichte ihrer Schweizer Partner Sauber einfangen. Neben Alfa Romeo ist auch der polnische Mineralölkonzern Orlen als Titelsponsor des Teams wieder prominent vertreten.

Nachdem der Rennstall in den vergangenen drei Jahren mit Kimi Räikkönen und Antonio Giovinazzi stagnierte, setzt Teamchef Frederic Vasseur große Hoffnungen in den für das neue Reglement entwickelten Boliden. "Der C42 ist ein Auto, auf das wir uns sehr freuen", so der Franzose. "Wir haben das größtmögliche Vertrauen darin, dass dieses Auto dem Team helfen wird, einen großen Schritt in Richtung der Spitze des Feldes zu machen."

Im Vorjahr landete das Team auf dem vorletzten Platz der Konstrukteurswertung. Nachdem die Truppe bereits 2020 gestrauchelt war, bekannte sich Alfa Romeo im Sommer 2021 nach Gerüchte um eine Übernahme des Teams durch Andretti Autosport zur Partnerschaft. Dabei wurde jedoch keine Laufzeit für die Vertragsverlängerung bekanntgegeben. Der Konzern könnte eine weitere Fortsetzung von Erfolgsklauseln abhängig machen.

Alfa Romeo war bei den Testfahrten in Barcelona getarnt unterwegs -
Alfa Romeo war bei den Testfahrten in Barcelona getarnt unterwegs -Foto: LAT Images

Alfa Romeo hält nach schwierigen Testfahrten an Ambitionen fest

Dementsprechend hoch sind die Erwartungshaltungen, sich 2022 wieder weiter vorne im Mittelfeld zu präsentieren. Für dieses Ziel wurden die Ressourcen frühzeitig auf den Reset des technischen Reglements ausgerichtet. Vor dem Hintergrund der Testfahrten gibt sich Valtteri Bottas vorsichtig optimistisch.

"Die Tests haben uns geholfen, die Erwartungen hinsichtlich unserer Position zu bestätigen, sowie die Fortschritte, die wir mit dem Auto gemacht haben", so der 32-jährige Finne. Dabei lief es für ihn und Zhou auf den ersten Blick alles andere als rund. An mehreren Tagen von technischen Problemen geplagt, kam Bottas in Barcelona auf gerade einmal 54 Runden. Der Stallgefährte schaffte immerhin 112 Umläufe. Testfahrer Robert Kubica steuerte lediglich neun Runden bei.

Technikdirektor Jan Monchaux ist dennoch zuversichtlich, dass das Auto sich besser als der Vorgänger machen wird. "Unsere Arbeit ist noch nicht erledigt. Wie immer bei einem neuen Reglement wird die Entwicklungskurve dieses Jahr am steilsten sein und wir müssen weiter mehr Performance aus dem C42 holen, um die Fortschritte zu erreichen, die wir uns zum Ziel gesetzt haben", sagt er.

Valtteri Bottas und Guanyu Zhou sorgen bei Alfa Romeo 2022 für ein neues Fahrerduo -
Valtteri Bottas und Guanyu Zhou sorgen bei Alfa Romeo 2022 für ein neues Fahrerduo -Foto: Alfa Romeo

Bottas und Zhou voll motiviert

Bottas verspricht sich nach seinem Wechsel von Mercedes auch in den neuen Farben eine erfolgreiche Saison. "Seit ich hierhergekommen bin, sehe ich in diesem Team eine so hohe Motivation. Alle pushen sehr und versuchen härter als die anderen zu arbeiten, um konkurrenzfähig zu sein. Das wiederum gibt mir einen extra Boost, wenn ich im Cockpit sitze", so der zehnfache Grand-Prix-Sieger.

Für Zhou ist die Präsentation des finalen Designs ein Meilenstein in seiner Motorsportkarriere. Der 22-jährige Formel-2-Aufsteiger fühlt sich beim Anblick des fertigen Autos endlich in der Königsklasse angekommen: "Ich bin heiß auf die Saison und den C42 in seiner Lackierung zu sehen, in der ich mit ihm antreten werde, macht es wirklich wahr. Ich kann es kaum abwarten, mit diesem Auto im Grid zu stehen und mit dem Team daran zu arbeiten, die Resultate einzufahren, die wir uns vorgenommen haben."