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Formel 1

Formel-1-Fahrer fürchten Saudi-Arabien-Premiere: Zu gefährlich

Der ultraschnelle Stadtkurs in Dschidda steht vor der Formel-1-Premiere heute in der Kritik. Fahrer fordern Umdenken in Saudi Arabien.
von Christian Menath

Motorsport-Magazin.com - Die Formel 1 gastiert an diesem Wochenende erstmals in Saudi Arabien. Das initiale Feedback der Fahrer zur nagelneuen Rennstrecke in Dschidda war durchwegs positiv. Valtteri Bottas funkte noch während des Trainings, wie viel Spaß ihm die neue Strecke macht, Formel-2-Piloten bezeichneten den Kurs als 'Silverstone mit Betonmauern'.

So viel Spaß der Kurs den Piloten macht, so viel Bedenken haben sie aber auch bezüglich der Sicherheit. "Es ist eine sehr schöne Strecke, aber sie ist sehr gefährlich", meint Sergio Perez. "Ich hoffe, bei den vielen blinden Kurven passiert nichts. Ich denke, dass es zu gefährlich ist - und das ohne echten Grund."

Der Mexikaner ist mit seiner Meinung nicht allein. "Es gibt über die Runde zu viele Möglichkeiten, dass etwas schief geht", sagt Mick Schumacher, der Änderung schon für die nächste Ausgabe des Saudi Arabien GP im Frühjahr 2022 erwartet: "Wir wollen nicht darauf warten, dass etwas Großes passiert."

Das Problem sehen die Piloten weniger auf einer Runde. Charles Leclerc hatte im Training bereits einen schweren Unfall, konnte aber unverletzt und ohne Probleme aussteigen. Die besten Autofahrer der Welt fürchten zwei verschiedene Szenarien: Große Geschwindigkeitsunterschiede und Unfälle von Vorausfahrenden.

Schon im 3. Training wäre es beinahe zum Unfall zwischen Lewis Hamilton und Nikita Mazepin gekommen, weil der Brite nicht mit dem Russen rechnete und auf der Ideallinie bummelte. "Die Geschwindigkeitsunterschiede sind massiv. Wenn da etwas schiefgeht, geht es massiv schief", fürchtet Perez.

Safer Barriers sollen das Schlimmste verhindern

Das Problem: Durch die Mauern sind viele Stellen blind. Die langgezogenen Kurven sind für die Formel-1-Boliden wie eine Gerade. Entsprechend hoch sind die Geschwindigkeiten. Langsame Autos können durch die blinden Ecken erst extrem spät gesehen werden. "Wenn da etwas schiefgeht, könnte es wirklich schiefgehen", so Perez.

Im Qualifying gab es immerhin keine größeren Probleme. Im Rennen sollte es keine derart großen Geschwindigkeitsunterschiede geben. Aber dafür droht ein anderes Szenario. "Mein Gefühl ist, dass wenn vorne etwas passiert, die Chance groß ist, dass die Leute hinten reinfahren", erklärt Schumacher.

"Wenn ein Auto einschlägt, könnte es zurück auf die Strecke geschleudert werden und dann gibt es einen schweren Unfall", fürchtet WM-Leader Max Verstappen. Um genau diesen Fall zu verhindern, haben die Verantwortlichen so viel Safer Barriers verbaut wie auf keiner anderen Formel-1-Strecke. Die sollen dafür sorgen, dass die Autos bei einem Highspeed-Unfall nicht zurück auf die Strecke geschleudert werden. Die gleiche Technik kommt bei Ovalrennen in Amerika zum Einsatz.


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