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Formel 1

Formel 1, Vettel resigniert nach Quali-Debakel: Ist auch egal

Aston Martin holte sich im Qualifying in Saudi-Arabien eine blutige Nase. Sebastian Vettel und Lance Stroll im Q1 raus. Keine Pace und unbelehrbare Gegner.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Sebastian Vettel hatte beim Formel-1-Qualifying in Saudi-Arabien nur einen kurzen Auftritt. Sowohl er als auch sein Aston-Martin-Teamkollege Lance Stroll durften in Jeddah schon nach dem Q1 aussteigen. Auf seinen K.o. reagierte er erst überrascht, dann mit Resignation. Gefühl besser als Rundenzeit. Probleme im Verkehr und schwache Performance auf neuer Rennstrecke sorgen für schlechtestes Teamresultat der Saison.

"Der Mittelsektor war ganz stark, bis zu dem Zeitpunkt wo ich in der Runde nochmal Verkehr hatte. Aber ist auch egal, im Endeffekt hätten wir heute jetzt keinen Blumentopf gewinnen können", macht sich Vettel nach Startplatz 17. für das 21. und vorletzte Rennen der Saison keine Illusionen. Im letzten Versuch kassierte er zwar noch den Stallgefährten, doch auf den rettenden 15. Rang fehlten ihm unter dem Strich über zwei Zehntelsekunden.

Sowohl Stroll als auch Vettel waren in der Schlussphase des ersten Segments wenige Sekunden vor Ablauf der Zeit auf ihren letzten Versuch gegangen. Der Kanadier kam nicht auf Pace und brach seine Runde früh ab. Vettel hingegen biss sich trotz widriger Umstände durch. "Ich habe im letzten Sektor nicht ideal Fahrt aufnehmen können", sagt er mit Blick auf seine Vorbereitung für die fliegende Runde. Diese wurde erwartungsgemäß durch die bummelnde Konkurrenz gestört.

Verkehr und langsames Auto bremsen Vettel aus

Doch über die Sturheit der anderen Fahrer regte sich Vettel diesmal nicht mehr auf. "Da können wir so oft drüber reden - wenn es dann alle wieder anders machen, bringt das auch nichts", sagt der vierfache Weltmeister. "Ich weiß es nicht, es gibt dann immer ein oder zwei die sich in der Schlange vordrängeln und dann gibt's Chaos und jeder wird nervös. Das ist immer das Gleiche und wird sich auch nicht ändern, so lange jeder denkt, dass er Vorfahrt hat."

Aufgrund der langsamen Fahrt waren die Reifentemperaturen zu Beginn seiner entscheidenden fliegenden Runde etwas zu gering, doch der 34-Jährige blieb auf dem Gas. Als ihm der Kommandostand nach der Zieldurchfahrt mitteilte, dass es nur zu Platz 17 gereicht hatte, reagierte er im Funk verwundert. "Ich dachte, dass es eine anständige Runde war und vielleicht gereicht hat, um weiterzukommen", erklärt er hinterher seine Reaktion. "Aber egal ob es sich gut oder schlecht anfühlt, wir sind einfach zu weit weg".

In der Generalprobe im dritten Training hatte er ebenfalls die 17. Position belegt und sich danach keine allzu großen Hoffnungen gemacht. "Es sieht nach einer Kombination aus. Alle kämpfen damit, Temperatur in die Reifen zu bringen und die zweite Sache ist, dass unser Auto scheinbar nicht für hier gemacht ist. Wir haben mehr Probleme als auf anderen Rennstrecken. Hier gibt es viele schnelle Kurven und wir verlieren Zeit auf den Geraden", sagt er.

Vettel hofft auf Chaos-Rennen

Für Vettel war es das vierte Q1-Aus in der Saison 2021. Trotzdem will er die Hoffnung auf WM-Punkte bei der Premiere in Saudi-Arabien noch nicht aufgeben: "Ich glaube schon, dass morgen viel passieren kann. Entweder es passiert gar nichts oder es passiert sehr viel. Und wenn sehr viel passiert, hoffe ich, dass wir profitieren können."

Nach einer Durststrecke fuhr er in drei der letzten vier Rennen in die Punkte. In Jeddah aus eigener Kraft in die Top-10 zu kommen, sieht er aufgrund des speziellen Layouts der neuen Rennstrecke als extrem schwierige Aufgabe. "Ich denke, es ist möglich, hier zu überholen, aber es ist sehr schwierig. Kurve eins ist vielleicht die beste Möglichkeit, aber ich glaube du musst dafür eine Sekunde pro Runde schneller sein", so seine Prognose.


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