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Formel 1

Schumacher bereut Kimi-Crash nicht: Muss auch mal was riskieren

Nach dem Formel-1-Rennen in Brasilien ärgerte sich Mick Schumacher über seinen Crash mit Kimi Räikkönen. In Katar betont der Haas-Fahrer die guten Seiten.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - In unerwartet guter Form präsentierte sich Haas beim vergangenen Rennen der Formel 1 in Brasilien. Selbst Williams schien in Sao Paulo in Reichweite zu liegen. Nach einer furiosen Startphase hielten sich Nikita Mazepin und Mick Schumacher zunächst in ungewohnten Gefilden, auf den Rängen 15 und 16. Doch dann kam es in Runde elf bei einem Angriff des aus der Box gestarteten Kimi Räikkönen zur verhängnisvollen Szene: Im Senna-S riss sich Schumacher im zu engen Zweikampf den Frontflügel ab, viel aussichtlos weit zurück und beendete das Rennen hinter seinem Teamkollege auf dem letzten Platz.

Unmittelbar nach dem Rennen war der Ärger in Interlagos noch groß. Immerhin hatte Schumacher die seltene Chance auf ein besseres Ergebnis als Williams verspielt, indem er in den Alfa Romeo des Finnen gerutscht war. Doch mit etwas Abstand blickt Schumacher auch positiv auf die Szene. Zunächst einmal will er Räikkönen nicht beschuldigen. "Er ist da kein Spielverderber gewesen", sagt der 22-Jährige am Donnerstag vor dem nächsten Rennen in Katar auf Nachfrage von Motorsport-Magazin.com.

Formel 1: Schumacher erfreut sich an Kampf mit Räikkönen

"Aber ich glaube, dass in dieser Situation, speziell da in Kurve eins, alles sehr eng ist und dass wir da beide wahrscheinlich nicht viel Platz gelassen haben", ergänzt Schumacher. "Aber ich glaube, dass es das auch irgendwo ausmacht. Dass es im Zweikampf schön eng dadurch geht. Leider bin ich dann über den Kerb gefahren, habe Übersteuern bekommen, was dann die ganze Situation gestartet hat", gesteht Schumacher. "Dann war ich natürlich zu nah mit dem Frontflügel an seinem Hinterrad und dann passiert sowas eben sehr schnell."

Ärger mit Teamchef Günther Steiner habe er nicht bekommen. Der Südtiroler hatte Schumacher Anfang des Jahres nach mehreren Unfällen - allerdings vor allem in Freien Trainings - kritisiert, zu viele Unfallschäden zu verursachen, obwohl es um nichts gehe. Das war in Brasilien anders. Zumindest war es das Rennen, nicht ein Training. "Und speziell in solchen Fällen ist sowas schnell passiert", betont Schumacher nochmals.

Mick Schumacher: Kein Ärger mit Teamchef Steiner

Zudem verweist der Sohn von Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher darauf, nur so lernen zu können. "Wenn wir lernen und vorwärtskommen wollen, dann muss man auch mal Risiko gehen", sagt Schumacher zu MSM. "Und in dem Fall ist es ja auch beim Abwehren passiert. Ich glaube nicht, dass es da einen Grund gibt, sich schlecht zu fühlen. Wie gesagt, es ist alles Teil des Lernens und des Wachsens."

Ärgerlich sei der verlorene Frontflügel dennoch gewesen. "Es war sehr schade, denn insgesamt hatten wir echt die Pace, um bestimmt vor Williams zu sein", sagt Schumacher. Aber warum eigentlich? "Was uns geholfen hat, ist, dass die Strecke weniger eine Motoren-Strecke ist, sondern man da eher schnell in den Rhythmus finden muss, was mir persönlich sehr gut gefällt. Ich glaube, dass wir da einfach funktioniert haben und ein Setup gefunden haben, das uns gefallen hat", vermutet der Deutsche. "Das hat uns näher herangebracht, glaube ich. Aber was es genau war, weiß ich nicht ganz. Aber ich fühlte mich auf der Strecke sehr wohl, das hat sich dann in der Performance widergespiegelt."

Formel 1 Katar: Schumacher ohne Rookie-Nachteil

In Katar kann Schumacher dazu noch nichts sagen. Anders als zuletzt vor den USA, Mexiko und Brasilien trainierte der Haas-Fahrer die erneut noch unbekannte Strecke vorab nicht im Ferrari-Simulator. "Leider hatte ich keine Gelegenheit, im Simulator zu fahren. Es ist also eine komplett neue Strecke für mich. Ich habe sie beim Track Walk das erste Mal gesehen. Es sieht interessant aus, aber wir müssen abwarten, wie es sich dann im Training anfühlt", sagt Schumacher.

Immerhin verfügt der F1-Rookie diesmal über keinen Nachteil gegenüber den meisten anderen Fahrern. Mit Ausnahme von Sergio Perez vor mehr als zehn Jahren und seinem Teamkollegen vor sieben Jahren, jeweils in Nachwuchsserien, fuhr noch kein aktueller Formel-1-Pilot in Losail. Einen Erfahrungsvorsprung hat also kaum jemand. Einen Vorteil gegenüber anderen Rennen bezweifelt Schumacher dennoch.

"Ich glaube, dass die alteingesessenen Fahrer auch in größeren Teams sind und dort sind die ganzen Mappings und Simulationen der Strecke auch etwas besser als die, die wir zur Verfügung haben", meint der Haas-Fahrer. Etwas näher zusammenbringen könne das das Feld dennoch zunächst. "Aber im Qualifying werden wir dann schon wieder auf unseren gewohnten Plätzen sein ..."


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