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Formel 1

Formel 1 - Fahrer feiern Zandvoort: Kein Platz für Fehler

Max Verstappen und Co freuen sich auf die Formel-1-Rückkehr in Zandvoort. Die Oldschool-Strecke wird mit Lob überhäuft. Überholen könnte schwierig werden.
von Florian Niedermair

Motorsport-Magazin.com - Die Formel 1 feiert 36 Jahre nach letzten GP der Niederlande ihr Comeback auf dem Circuit Park Zandvoort. Die Fahrer können es kaum erwarten endlich auch auf der Oldschool-Strecke in Holland ihre Runden zu drehen, erst recht nachdem das Event im letzten Jahr trotz geplanter Austragung kurzfristig abgesagt werden musste.

Zandvoort-Comeback dank Verstappen

Ganz besonders auf das Comeback des Niederlande-GPs kann sich Max Verstappen freuen. Der Lokalmatador hat seit seinem Formel-1-Comeback im Jahr 2015 in seiner Heimat einen wahren Hype ausgelöst und ist somit zu einem großen Teil selbst für die Rückkehr des Traditionskurses verantwortlich.

Abgesehen von Corona hätte das Timing gar nicht besser sein können. Denn zum ersten Mal in seiner Karriere befindet sich Verstappen auch noch mitten in einem spannenden Kampf um den Weltmeistertitel. Der Hype um ihn und das Rennen ist also riesig. Auch Verstappen selbst ist von der Arbeit der Organisatoren begeistert: "Sie haben einen unglaublichen Job gemacht, das alles aufzustellen", freut sich Verstappen.

"Zunächst den GP zu holen und dann diesen ganzen Komplex hier aufzustellen. Das sieht alles gut aus", lobte Verstappen die Organisatoren des Rennens weiter. Doch der Holländer ist nicht der einzige, für den das neue Rennen in Highlight im Kalender darstellt.

Auch Lando Norris, der im Gegensatz zu Verstappen bereits Rennen auf dem Kurs bestritten hat, meinte: "Ich bin begeistert. Nicht nur wegen der Strecke, sondern auch wegen der Fans. Es ist eine der coolsten Strecken, auf denen ich damals in der Formel 3 gefahren bin. Vor allem im Qualifying."

Stadtstrecke mit Banking

Norris beschrieb seine Vorfreude auf Zandvoort folgendermaßen: "Die Strecke ist ein bisschen Oldschool. Es gibt Kies-Auslaufzonen und einen guten Mix aus langsamen und schnellen Kurven. Williams-Pilot George Russell verglich die Strecke mit Stadtrennen: "Es gibt keinen Platz für Fehler. Es ist fast wie ein Stadtkurs, wenn auch ohne Wände. Wenn man die Reifen im Gras oder im Schotter platziert, fliegt man ab".

Das große Highlight an der Strecke sind allerdings die überhöhten Kurven, welche extra für das Formel-1-Comeback eingebaut wurden. In den Kurven 4 und 14 verfügt die Strecke über ein Banking von jeweils 18 bis 19 Grad. Zum Vergleich: Der berühmte Ovalkurs von Indianapolis hat eine maximale Überhöhung von 12 Grad. "Die Steilkurven werden dem Kurs noch viel mehr Charakter verleihen", befand Norris.

"Das Banking in der letzten Kurve und Turn 4 ist massiv. Das hätte ich nicht erwartet. So viel Kurvenüberhöhung hatte ich in meinem Leben noch nie", vermeldete ein sichtlich beeindruckter Yuki Tsunoda. Dem stimmte auch Verstappen zu: "Die Steilkurven sahen schon beim Track Walk sehr besonders aus, so etwas sieht man sonst nicht."

Turn 14: So sieht die Steilkurve aus. - Foto: LAT Images

"Die letzte Kurve wird mit Vollgas einfach zu durchfahren sein. In Kurve 3 hingegen gibt es verschiedene Möglichkeiten für die Linienwahl", so Vertappen weiter. Auch Charles Leclerc sieht Potenzial für eine unübliche Rennlinie in dieser Kurve: "Das Banking ist außen größer, da könnten wir in Kurve 3 andere Linien sehen." Fernando Alonso blickt hingegen mit etwas Sorge auf die Banking-Kurven: "F1-Autos sind nicht dafür gemacht. Es wird spanend das Banking zu sehen, in Bezug auf den Unterboden und dem Frontflügel, falls diese Kontakt mit der Streckenoberfläche machen.

Überholen schwierig

Doch so sehr die Fahrer die Strecke mit Lob überhäufen, gibt es doch einen bitteren Wermutstropfen zu verkraften. Überholen gilt auf dem 4,32-Kilometer langen Kurs als schwierig. Das liegt unter anderem daran, dass die DRS-Zone erst nach der letzten Kurve beginnt. "Da wir das DRS erst nach der Steilkurve aufmachen können, ist der Weg zu Kurve 1 zu kurz", befürchtete Fernando Alonso.

Abgesehen von Kurve 1 bieten sich kaum andere Überholstellen an. Die Gegengerade zu Kurve 11 ist nicht besonders lang, auch hier darf allerdings das DRS-System aktiviert werden. Umso wichtiger könnte das Qualifying werden. "Vor allem in Q3 müssen wir hier einige Risiken nehmen", meint Norris deshalb und auch Verstappen legt einen Fokus auf die Qualifikations-Performance: "Ich hoffe es wird ein lustiges Wochenende, vor allem am Samstag wenn wir mit wenig Sprit fahren."