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Formel 1

Formel 1, Ecclestone: Sind bei schlimmeren Bedingungen gefahren

Ex-Formel-1-Boss Bernie Ecclestone kann die Entscheidung den GP von Belgien abzubrechen nicht verstehen. Er sagt: Wir hatten schon schlechtere Verhältnisse.
von Florian Niedermair

Motorsport-Magazin.com - Bernie Ecclestone blickt kritisch auf die Abläufe beim Formel-1-Wochenende in Belgien zurück. Das ehemalige Oberhaupt der Königsklasse findet, dass eine Abhaltung des Rennens möglich gewesen wäre. Den Piloten, welche die Gefahr als zu hoch einschätzten, stünde es schließlich immer noch frei, nicht am Grand Prix teilzunehmen.

Ecclestone: Bedingungen waren schon schlimmer

Der Große Preis von Belgien war am Sonntag aufgrund von Regenfällen erst nach langem zuwarten gestartet worden, wurde allerdings nach wenigen Runden hinter dem Safety Car wieder abgebrochen. Deshalb wurden immerhin halbe Punkte verteilt und das Rennen hält offiziell den Rekord des kürzesten Grand Prix der Formel-1-Geschichte.

Ecclestone sagte in einem Interview mit Sportsmail, dass er den Nachmittag anders angegangen wäre, als die Rennleitung. Ohne Verschiebungen wäre die Königsklasse aber nach seinem Plan auch nicht durchgekommen. "Ich hätte um 15 Uhr gesagt, wir unternehmen einen neuen Versuch um 16 Uhr oder 16.30 Uhr", erklärte Ecclestone.

Unabhängig davon, ob die Bedingungen zu diesem Zeitpunkt besser gewesen wären, hätte er anschließend den Start freigegeben, so Ecclestone. "Wir sind schon bei schlimmeren Bedingungen gefahren und haben das Rennen nicht abgebrochen."

Gerhard Berger stimmte vor wenigen Tagen ebenfalls dem Briten zu, dass ein echtes Rennen - trotz der widrigen Bedingungen - die bessere Alternative gewesen wäre und stellte die Vermutung an, dass der Grand Prix unter der Regie von Ecclestone durchgezogen geworden wäre.

Individuelle Fahrerentscheidung

Ecclestone stellt sich das folgendermaßen vor, dass nur jene Piloten überhaupt den Start in Angriff nehmen, denen das Unfall- und Verletzungsrisiko bei den widrigen Bedingungen nicht zu groß wäre. "Wenn ein Fahrer fahren will, gut. Wenn nicht, dann kann ihn niemand mit einer Pistole zwingen. Es wäre ihre Entscheidung gewesen."

Ecclestone erklärte seine Idee weiter: "Vielleicht würden einige Fahrer am hinteren Ende des Feldes die Gefahr als zu groß einschätzen. Fahrer hingegen, die Punkte sammeln möchten, würden teilnehmen. Jeder könnte sich seine eigene Meinung bilden und wir sind hier schließlich nicht in Afghanistan."

Ecclestone stimmt Hamilton zu

Dass das Rennen letzten Endes durch eine zweiründige Safety-Car-Phase zu einer Entscheidung kam, lehnt Ecclestone ab. Bereits Lewis Hamilton hatte die wenigen Kilometer hinter dem Safety Car als eine komerzielle Entscheidung kritisiert. "Ich stimme Lewis in dieser Sache zu" pflichtete Ecclestone dem siebenfachen Weltmeister bei. Ecclestone hatte bereits in der Vergangenheit des Öfteren Kritik an seinen Nachfolgern von Liberty Media geäußert.