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Formel 1, Haas 2021: Schumacher, Mazepin, Unfälle und 0 Punkte

Zwei Rookies, Null Punkte und viele Unfälle: Die Halbzeitbilanz von Haas fällt 2021 eher mäßig aus. Motorsport-Magazin.com zieht ein Zwischenfazit.
von Christian Menath

Motorsport-Magazin.com - Die Formel 1 ist in der Sommerpause: Nach 11 von 23 (geplanten) Rennen zieht Motorsport-Magazin.com eine erste Bilanz. Heute gibt es das Formel-1-Zwischenzeugnis für Haas. Wie schlägt sich das jüngste Team im Feld mit den beiden Rookies Mick Schumacher und Nikita Mazepin bislang?

Ziel vs. Realität:
Zwei Rookies und ein schon 2020 schlechtes Auto, das quasi nicht entwickelt wurde: Haas Teamchef Günther Steiner machte sich nie Illusionen, wenn es um die Ziele für die Formel-1-Saison 2021 ging. Lernen lautet die einzige Devise in diesem Jahr. Unterbieten kann man dieses Ziel kaum, doch die Lernkurve ist teilweise nicht steil genug. Bei der Performance ist man abgehängt und hat selbst gegen Nicholas Latifi im Williams kaum mehr Chancen. Dazu passieren noch immer zu viele Fehler. Als einziges Team steht Haas noch bei null Punkten.

Entwicklung:
So schlecht war Haas noch nie. Nach der Überraschungs-Saison 2018 ging es sukzessive bergab. Null Punkte aus elf Rennen sind ein neuer Tiefpunkt. In der Seuchen-Saison 2020 holten Kevin Magnussen und Romain Grosjean immerhin noch drei magere Pünktchen und konnten damit Williams hinter sich lassen. 2021 rutschte Haas erstmals auf den letzten Konstrukteursrang ab.

Der Höhepunkt:
Man muss lange überlegen, um überhaupt einen Höhepunkt zu finden. Wahrscheinlich war es der Portugal GP, in dem Mick Schumacher Nicholas Latifi aus eigener Kraft auf der Strecke überholt hat. Dabei ging es allerdings nur um Rang 17.

Der Tiefpunkt:
Es war keiner der zahlreichen Unfälle oder Dreher, es war der Aserbaidschan GP, bei dem Schumacher und Mazepin auf den letzten Metern fast noch kollidierten. Mazepin verteidigte seinen 13. Platz so vehement, dass Schumacher am Funk richtig sauer wurde. Die Beziehung der beiden war nie die beste, litt aber unter der Situation noch einmal deutlich.

Mick Schumacher:
Deutlich schneller als Nikita Mazepin, aber zu fehleranfällig. Die Pace des Formel-2-Champions passt, aber die die schweren Unfälle häufen sich: Imola, zweimal Monaco, Frankreich und zuletzt in Ungarn. Alle Unfälle passierten, als es um nicht besonders viel ging. Der finanzielle Schaden für das kleine Team ist erheblich. Allerdings hält der Deutsche die Moral des US-amerikanischen Rennstalls mit seiner Pace und seiner Arbeitseinstellung hoch.
Gesamtnote MSM-Fahrerranking: 3,09 (P12)

Im teaminternen Duell hat Mick Schumacher die Nase vorne - Foto: LAT Images/Motorsport-Magazin.com

Nikita Mazepin:
Mazepin schaufelte sich sein eigenes Grab bereits im vergangenen Jahr mit dem Grapsch-Video. Auf der Strecke lieferte er seinen Kritikern anschließend genügend Zündstoff. Das Gentleman-Agreement interessierte den Russen kaum, Dreher und Unfälle waren zu Beginn auf der Tagesordnung. Die Fehlerquote hat sich eingependelt, der Speed ist noch immer nicht da. Im Gegensatz zu Schumacher überzeugt er nicht mit seiner Arbeitsmoral.
Gesamtnote MSM-Fahrerranking: 4,44 (P20)

Ausblick:
Haas hat die Saison 2021 abgeschrieben. Weil Williams vor der Sommerpause dicke Punkte holen konnte, ist der letzte Platz in der Konstrukteurs-WM besiegelt. Es geht hauptsächlich darum, Mazepin auf Speed zu bringen und Schumacher die Unfälle auszutreiben, um das Team-Budget und die Entwicklung für 2022 nicht zu gefährden.

Halbzeitfazit Haas: So schlagen sich Schumacher und Mazepin: (09:32 Min.)


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