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Formel 1

Formel 1, Ungarn-Qualifying: Hamilton zerstört Verstappen

Lewis Hamilton sichert Mercedes in Ungarn eine dominante Pole Position. Max Verstappen als Dritter ohne Chance. Sebastian Vettel schafft es in die Top-10.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Lewis Hamilton ließ Herausforderer Max Verstappen im Formel-1-Qualifying in Ungarn keine Chance. Der Mercedes-Pilot fuhr im Zeittraining auf dem Hungaroring zu einer dominanten Pole Position für das Rennen am Sonntag. Für den Weltmeister ist es die dritte Pole der Saison und die 101. seiner Karriere. Valtteri Bottas wird in der Startaufstellung als Zweiter neben ihm Platz nehmen. Max Verstappen musste sich mit Position drei begnügen. Sebastian Vettel wurde Zehnter. Mick Schumacher nahm nach seinem Unfall im Training nicht teil.

Im Q3 lieferten sich die Verfolger zunächst einen engen Schlagabtausch, bevor die Top-Teams ihre ersten Rundenzeiten auf den Zeitenmonitor brachten. Leclerc, Ocon, Gasly, Alonso und Norris wurden lediglich von zwei Zehntelsekunden getrennt. Ihre Versammlung an der Spitze wurde allerdings schnell von Mercedes und Red Bull aufgelöst.

Hamilton setzte sich im ersten Run durch und fuhr mit 1:15.419 Minuten eine klare Bestzeit. Als Zweiter büßte Bottas drei Zehntelsekunden ein. Verstappen musste sich mit einer halben Sekunde Rückstand deutlich geschlagen geben. Perez war auf Platz vier sogar eine Sekunde langsamer als Hamilton.

Vettel schob sich mit seinem einzigen Versuch im Q3 auf Position acht vor Alonso und Norris. In den Schlussminuten griffen die anderen neun Fahrer aber noch einmal auf einem frischen Satz Soft-Reifen an. An der Spitze gab es dabei keine eklatanten Verbesserungen zu sehen. Verstappen unterbot seine persönliche Bestzeit zwar, blieb aber Dritter. Bei Perez verkalkulierte sich Red Bull. Der Mexikaner schaffte es nicht vor Ablauf der Zeit über die Linie und hatte damit keinen zweiten Versuch.

Im Mittelfeld setzte sich Gasly als Fünfter durch. Hinter ihm nutzte Norris seinen letzten Run um sich auf Rang sechs zu verbessern. Dahinter folgten Leclerc und Ocon. Alonso ergriff ebenfalls seine Chance und unterbot seine Rundenzeit noch einmal. Der Alpine-Pilot verwies Vettel damit auf den zehnten Platz.

Qualifying - Session 3
Zwischenfälle: -
Top-5: Hamilton, Bottas, Verstappen, Perez, Gasly

Q2 in Ungarn: Verstappen verwirft Medium-Strategie

Das war Q2: Red Bull und Mercedes waren zu Beginn des zweiten Segments die ersten Autos auf der Strecke. Trotz des großen Deltas zwischen Soft und Medium setzten beide Top-Teams für den ersten Run auf den härteren Reifen, um sich diesen für den Rennstart zu sichern. Hamilton markierte mit 1:16.553 Minuten die Bestzeit. Verstappen war zwei Zehntelsekunden langsamer, Bottas und Perez verloren über eine halbe Sekunde.

Im Verfolgerfeld waren alle Piloten auf der weichen Reifenmischung unterwegs. Alonso, Vettel und Gasly schoben sich erfolgreich zwischen Verstappen und Bottas. Leclerc war sogar noch schneller und übernahm Platz zwei mit anderthalb Zehntelsekunden Rückstand auf Hamilton. Sein Teamkollege hingegen beendete das Zeittraining wenige Sekunden darauf mit einem Knall.

Sainz flog bei der Einfahrt in die letzte Kurve ab und schlug in die Streckenbegrenzung ein. Der Spanier versuchte seine Fahrt fortzusetzen, setzte dabei aber mit der Vorderachse auf seinem Frontflügel auf. Ohne den Boliden steuern zu können, musste er an Ort und Stelle aussteigen. Die Rennleitung unterbrach die Session zur Bergung des Ferraris mit der roten Flagge.

Mit sechs Minuten auf der Uhr wurde das Q2 nach der Unterbrechung wieder freigegeben. Die verbliebenen 14 Piloten ließen sich reichlich Zeit, gingen für die Schlussattacke aber alle noch einmal auf die Strecke. Bottas fuhr als einziger auf dem Medium-Reifen, während alle anderen auf Soft setzten. Bei Hamilton handelte es sich auf dem weichen Reifen allerdings nur um die Generalprobe für das Q3.

Verstappen hingegen beendete seine schnelle Runde auf dem Soft-Compound. Mit 1:15.650 Minuten setzte er eine neue Bestzeit und verwarf den Medium-Reifen für den Start am Sonntag. Bottas wiederum verbesserte seine Rundenzeit auf Medium und hielt wie Hamilton an der Strategie fest. Vettel rutschte mit einer Last-Minute-Verbesserung als Zehnter in die Top-10.

Qualifying - Session 2
Zwischenfälle: -
ausgeschieden: Ricciardo, Stroll, Räikkönen, Giovinazzi, Sainz
Top-5: Verstappen, Norris, Gasly, Perez, Alonso

Q1 in Ungarn: Enttäuschung für Russell

Das war Q1: Die Anfangsphase des Zeittrainings gehörte den Alfa-Romeo-Piloten, Mazepin und Giovinazzi. Kurz nach den Hinterbänklern machten sich die Top-Teams noch vor dem Verfolgerfeld auf die Zeitenjagd. Verstappen entschied den ersten Schlagabtausch mit zwei Zehntelsekunden Vorsprung auf Hamilton für sich. Dahinter folgten Bottas, Sainz, Gasly, Norris, Leclerc und Alonso. Perez war mit einer Sekunde Rückstand auf Verstappen lediglich Neunter.

Ricciardo und Vettel waren auf ihren ersten Runs langsamer als ihre Teamkollegen und kamen nicht über die Positionen 12 und 13 hinaus. In der Schlussphase musste das Duo noch einmal ran. Während aus den Top-10 lediglich Hamilton und Bottas auf angefahrenen Soft-Reifen einen experimentellen Run fuhren, waren die gefährdeten Piloten alle noch einmal auf Zeitenjagd.

Vettel verbesserte sich mit seinem letzten Run auf Rang neun und sicherte damit sein Ticket für das Q2. Teamkollege Stroll war ebenfalls erfolgreich und kam als Sechster in die nächste Runde. Für Ricciardo war es als 14. deutlich enger, doch auch er entging dem frühzeitigen Feierabend. Russell hingegen scheiterte auch mit dem letzten Versuch. Als 17. schied er zum ersten Mal in seiner Karriere im Q1 auf dem Hungaroring aus.

Der letzte Platz ging an Schumacher, der nach seinem Unfall im dritten Training nicht am Qualifying teilnahm. Haas hatte bis zuletzt gehofft, die Reparatur rechtzeitig über die Bühne zu bringen, doch der Rookie wartete in der Garage vergeblich in voller Montur auf seinen Einsatz.

Qualifying - Session 1
Zwischenfälle: -
ausgeschieden: Tsunoda, Russell, Latifi, Mazepin, Schumacher
Top-5: Verstappen, Hamilton, Bottas, Sainz, Gasly

Das Wetter: Die von den Meteorologen vorhergesagte Gewitterfront samt Regenwahrscheinlichkeit von 80 Prozent war zum Start des Qualifyings längst verflogen. Teams und Fahrer sahen sich am Samstag bei 29 Grad Celsius Luft- und 60 Grad Celsius Asphalttemperatur erneut mit einer Hitzeschlacht konfrontiert.


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