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Formel 1

Formel 1, Ricciardo lobt Verstappen: Wilde Gangart ausgebügelt

Daniel Ricciardo nimmt seinen ehemaligen Red-Bull-Teamkollegen Max Verstappen nach dem Hamilton-Unfall beim Formel-1-Rennen in Silverstone in Schutz.
von Florian Niedermair

Motorsport-Magazin.com - Seit dem Clash zwischen Max Verstappen und Lewis Hamilton beim Großen Preis von Großbritannien in Silverstone wurde viel über die Fahrweise der beiden Titelkontrahenten in der Formel-1-Saison 2021 diskutiert.

Ricciardo: Verstappen ist erwachsener geworden

Vor dem Wochenende des Ungarn-GPs meldete sich einer zu Wort, der vor allem die Fahrweise des Niederländers am eigenen Leibe erfahren hatte, nämlich Daniel Ricciardo. Nachdem Verstappen von einigen Zuschauern für den Unfall beim letzten Rennen in die Kritik geriet, schlug sich der McLaren-Pilot auf die Seite seines Ex-Teamkollegen. Er findet, dass sich die Fahrweise von Verstappen seit seinen Anfangsjahren in der Königsklasse stark verbessert habe.

"Max befand sich in seinen ersten Jahren in der Formel 1 ein bisschen unter Druck und man sah das bei einigen Manövern, die er gefahren ist", blickt Ricciardo gegenüber Motorsport-Magazin.com auf die Vergangenheit zurück. "Ich denke aber, dass er definitiv vieles davon ausgebügelt hat und als Fahrer erwachsener geworden ist", analysierte der Australier und fügte hinzu: "Wir waren drei Jahre lang Teamkollegen und sind nur zweimal kollidiert, das sind ziemlich niedrige Zahlen."

Der erste dieser beiden Zusammenstöße von Ricciardo ereignete sich übrigens ausgerechnet beim Ungarn-GP auf dem Hungaroring, auf dem an diesem Wochenende gefahren wird. 2017 schoss Verstappen Ricciardo ab, nachdem der Holländer in Kurve 2 etwas weit ging und ihm in den Seitenkasten prallte. Der berühmtere der beiden Vorfälle spielte sich eine Saison später beim Großen Preis von Aserbaidschan 2018 statt, als Verstappen spät gegen ein Ausbrems-Manöver von Ricciardo verteidigte und der siebenfache GP-Sieger ihm deshalb ins Heck fuhr.

Unfall? Renn-Incident

Für den Unfall in der Copse-Kurve in Silverstone wollte Ricciardo seinem ehemaligen Red-Bull-Kollegen keine Schuld zuweisen, allerdings auch nicht Hamilton. "Ich würde es als Rennzwischenfall anschreiben. Die Kollision resultierte daraus, dass das ganze Jahr hart gekämpft wurde. Es war nichts über den Limits.", so Ricciardo.

"Diese Wagen haben Punkte, an denen man nichts sehen kann. Es gibt diese blinden Winkel, wo man nicht sieht ob ein anderes Fahrzeug zu einem Viertel daneben ist, dann lässt man immer Platz", sagte Ricciardo. Aus der Onboard habe es laut ihm so ausgesehen, als ob das auch Verstappen beherzigt hatte. "Max hat Platz gelassen, aber er ist hart gefahren und hat erwartet dass Lewis ihm auch Platz lässt, lautete die Analyse des F1-Routiniers.

Ricciardo: Hauptsache Max geht es gut

Da sich der Unfall aber ausgerechnet in einer der schnellsten Kurven des Silverstone Circuit abspielte, war das Resultat so schwerwiegend, sodass nach Max Verstappen nach einem Einschlag mit 51G in das Krankenhaus eingeliefert werden musste, welches er erst am Abend praktisch unverletzt verlassen durfte. "Max ist in Ordnung, es geht im gut und er ist an diesem Wochenende wieder hier. Das ist das wichtigste", freute sich Ricciardo.


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