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Formel 1

Formel 1, Leclerc im Ferrari-Simulator für 2022: Ganz anders

Charles Leclerc verrät in Spielberg: Er hat im Simulator bereits den Ferrari für die neuen Formel-1-Regeln 2022 getestet. Völlig anderes Gefühl als heute.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Die letzte Formel-1-Saison des gegenwärtigen Reglementzyklus rennt dahin. Bereits acht der geplanten 23 Rennen sind gefahren, zwischen Lewis Hamilton und Max Verstappen tobt ein erbitterter Kampf um die WM-Krone. Schon ohne die neuen Regeln ab 2022 erleben die Fans derzeit die spannendste Formel 1 seit Jahren.

Ab der kommenden Saison soll das noch besser werden. Engeres Racing, ein ausgeglicheneres Feld und mehr Chancengleichheit für alle, das versprechen sich die Macher von neuen technischen und bereits 2021 eingeführten finanziellen Regeln. Die Autos sollen in direkter Folge allerdings etwas langsamer werden. Um sich für die großen Änderungen zu wappnen, haben alle Teams längst den Fokus von 2021 auf 2022 verlagert. Der Großteil der Ressourcen ist auf die neue Ära fokussiert, wenn nicht sämtliche Kapazitäten.

Formel-1-Autos 2022: Schon in Simulation ganz anders

Unterschiede zwischen den Teams bestehen dennoch. Haas etwa arbeitet bereits Saisonstart nur an 2022, auch Ferrari switchte frühzeitig auf die kommende Saison. Erst kürzlich betonte Teamchef Mattia Binotto wieder, die kommende Saison sei sehr viel wichtiger als der gegenwärtige Kampf gegen McLaren um WM-Rang drei. In Maranello ist man inzwischen derart weit fortgeschritten, dass die Fahrer bereits das 2022er Auto simulieren. "Ja, das haben wir", bestätigt Charles Leclerc vor dem zweiten Rennen des Jahres in Spielberg die Tests im Simulator. "Aber es ist noch sehr, sehr früh."

Dennoch lässt sich der Monegasse einen ersten Eindruck entlocken. "Es fühlt sich ganz anders an", berichtet Leclerc. Mehr sagen könne er allerdings kaum. "Ich denke, es ist für alle ein Fragezeichen, ob wir gut entwickeln oder nicht. Es ist ein derart anderes Projekt und es ist noch sehr, sehr früh. Niemand weiß, wo wir verglichen mit den anderen stehen", sagt Leclerc.

Neue Formel-1-Regeln: Helfen Lehren aus 2021 dennoch?

Hilfestellung durch die Fahrer sei allerdings bereits möglich, so Leclerc. "Es ist schwierig, denn bislang sind es nur Zahlen und Prognosen, aber wir können auf jeden Fall unser Feedback geben, gerade im Simulator. Wir haben bei Ferrari zum Glück einen sehr guten Simulator und können verschiedene Dinge ausprobieren. Der Input der Fahrer ist da sehr, sehr wichtig", sagt Leclerc. "Da können wir viel helfen."

Regeln 2021: Wie schnell sollten die F1-Autos sein?: (58:16 Min.)

Im Video ist noch von neuen Regeln ab 2021 die Rede. Diese wurden wegen der Corona-Pandemie um ein Jahr auf 2022 verschoben.

Aufgebaut wird dabei trotz des großen Reglementwechsels auf bestehende Erfahrungen mit dem gegenwärtigen Paket. "Das Einzige, was wir machen können, ist, so gut wie möglich mit Carlos zu arbeiten, um zu erklären, was in diesem Jahr die Schwächen des Autos sind. Um zu verstehen, warum wir diese Schwächen haben, damit wir diese beim Auto für kommendes Jahr nicht reproduzieren - obwohl dieses Projekt ganz anders ist", sagt Leclerc. "Mit dem Feedback von diesem Jahr können wir helfen, damit das Team in die richtige Richtung arbeitet und genau weiß, was es braucht, um schnell zu sein."

Simulatoreinsätze auch bei Williams & Alfa Romeo

Keinerlei Arbeit im Simulator für 2022 verrichtet haben unterdessen Max Verstappen bei Red Bull und Fernando Alonso für Alpine. Bei Williams war das bislang zumindest im Ansatz der Fall. "Das Team ist noch dabei zu verstehen, in welche Richtung wir gehen wollen. Die Arbeit im Simulator hat begonnen, aber es ist noch so früh dran", berichtet George Russell. "Es sind noch die Grundlagen, sodass du als Fahrer nur Feedback vom diesjährigen Auto gibst, was du für das nächstjährige haben willst. Aber das ist ein ganz anderes Spiel, es ist ja eine der größten Änderungen der Formel-1-Regeln überhaupt."

So sieht es auch Daniel Ricciardo. Die Lehren dieses Jahres sollen trotz der großen Änderungen einfließen. "Ich habe schon Teile in der Fabrik gesehen, aber es ist noch früh dran." Der Australier will sich ohnehin mehr auf 2021 konzentrieren, um endlich so richtig in seinem MCL35M anzukommen.

Kimi Räikkönen testet für 2022: Indiz für neuen Vertrag?

Bei Alfa Romeo saßen die Fahrer schon vor Wochen im Simulator für 2022 - sogar Kimi Räikkönen, wie uns jüngst Teamchef Frederic Vasseur im Interview verriet. Der Iceman bestätigt das im Interview mit der aktuellen Printausgabe (Nr. 79) von Motorsport-Magazin.com. Als ein Zeichen für eine weitere Vertragsverlängerung will der Finne das allerdings nicht missverstanden wissen. "Egal, ob ich nächstes Jahr fahre oder nicht, nimmt es mir nichts weg, wenn ich helfe. Das ist unter dem Strich mein Job", sagt der Routinier.

Für interessant halte er die neuen Regularien allerdings. "Hoffentlich machen die neuen Autos auch das, was sie sollen. Dass sie das Racing verbessern und es leichter machen, hinterherzufahren", sagt Räikkönen in unserem Printmagazin.

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