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Formel 1

Mick Schumacher und Alfa: Was geht da für 2022?

2021 fährt Mick Schumacher seine Rookie-Saison in der Formel 1 für Haas. Die Gerüchte über einen Wechsel zu Alfa Romeo halten sich hartnäckig. Was ist dran?
von Christian Menath

Motorsport-Magazin.com - Mick Schumacher und Alfa-Sauber, das gab es schonmal: Bei Testfahrten in Bahrain saß er bereits im Formel-1-Boliden aus Hinwil, im vergangenen Jahr hätte er zudem sein Trainingsdebüt in der Formel 1 für die Eidgenossen geben sollen. Schlechtes Wetter am Nürburgring verhinderte seinen Freitagseinsatz allerdings.

Formel 1 2022: Schumacher-Rückkehr zu Alfa?

Trotzdem war zu diesem Zeitpunkt für viele noch klar, dass Schumacher sein Formel-1-Debüt 2021 für Alfa-Sauber an der Seite von Kimi Räikkönen geben wird. Daraus wurde allerdings nichts, Alfa behielt mit Räikkönen und Antonio Giovinazzi beide Fahrer, Schumacher kam beim Hinterbänklerteam Haas unter.

Während Schumacher im Haas mit Teamkollege Nikita Mazepin und Nicholas Latifi im Williams meist nur zwei echte Gegner hat, konnte Alfa in dieser Saison immerhin den Anschluss ans Mittelfeld schaffen. Deshalb ersehnen sich viele 2022 einen Wechsel von Schumacher zu Alfa herbei.

Schumacher: Müssen noch abwarten

"Dazu kann ich nur sagen, dass mein Kopf im Hier und Jetzt ist. Was nächstes Jahr passiert, ist in der Schwebe, das müssen wir noch abwarten", sagte Schumacher selbst, in Österreich auf die Gerüchte angesprochen.

Eine Aussage, die eigentlich nichts sagt - und damit gar nicht mal so uninteressant ist. Denn als Schumacher Ende 2020 bei Haas bestätigt wurde, wurde in der offiziellen Pressemitteilung von einem mehrjährigen Vertrag geschrieben. Demnach hätte Schumacher einfach sagen können, dass er ohnehin noch einen Vertrag mit Haas hat.

Die Lage ist kompliziert. Haas Teamchef Günther Steiner machte nie einen Hehl daraus, dass Ferrari Mick Schumacher in seinem Team platziert hat. Schumacher ist Teil der Ferrari Driver Academy, Haas ist großer Kunde in Maranello. Nicht nur Motor und Getriebe werden von Ferrari bezogen, sondern alles, was das Reglement erlaubt. Für die Gegenleistung eines Cockpits muss Gene Haas ein paar Millionen weniger nach Maranello überweisen.

Der 'mehrjährige Vertrag' muss aber nicht zwingend zwischen Schumacher und Haas bestehen, sondern eher zwischen Haas und Ferrari. Deshalb ist Schumachers Zukunft für 2022 noch offen. Um ein Cockpit an sich muss er sich wenig Sorgen machen, der 22-Jährige ist derzeit Ferraris größte Nachwuchshoffnung. Die Frage ist nur, wohin es für ihn geht.

Denn Alfa ist auf den ersten Blick für den Youngster die attraktivere Option - und auch hier hält Ferrari Aktien. Allerdings ist die Frage, wie lange noch. Die Partnerschaft zwischen Alfa Romeo und Sauber läuft zum Saisonende aus. Derzeit wird über eine Verlängerung diskutiert. Auch die Millionen des polnischen Titelpartners Orlen stehen in der Schwebe - genauso wie Teamchef Frederic Vasseur.

Sauber-Wechsel zu Alpine ?

Das größte Problem aber: Seit geraumer Zeit geistern Gerüchte durch das Fahrerlager, wonach Sauber zum Renault-Kunden werden könnte. Alpine sucht nach der McLaren-Trennung nicht nur nach einem neuen Kunden, sondern vielmehr nach einem Satellitenteam. Eine Konstellation, die für Ferrari dann keinen Sinn mehr machen würde.

Derweil stärkt Ferrari die Beziehung zu Haas. In Maranello entstehen sogar eigene Gebäude für das US-amerikanische Rennteam, immer mehr Komponenten sollen dort hergestellt und nicht mehr von Dallara bezogen werden. Auch Personal geht von Ferrari zu Haas.

Alfa-Sauber ist für Mick Schumacher nicht vom Tisch, aber so selbstverständlich wie manche den 'Aufstieg' von Haas zu Alfa sehen ist er nicht. Viele Faktoren sprechen dafür, dass Ferrari Schumacher auch weiterhin bei Haas platziert. Mit einer schnellen Entscheidung ist nicht zu rechnen.


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