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Formel 1

Mick Schumachers Sitzproblem: Mutter Corinna informierte Haas

Günther Steiner berichtet in Spielberg, lange nichts von Mick Schumachers Problemen mit seinem Sitz gewusst zu haben. Dann kam Mutter Corinna.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Mick Schumacher enthüllte am Donnerstag vor dem Steiermark-GP in Spielberg, was es mit einem Video auf sich hatte, das nach dem Frankreich-GP die Runde in den Sozialen Medien machte. Dort war Sebastian Vettel zu sehen, der nach dem Rennen in Le Castelelt gemeinsam mit Schumacher das Cockpit dessen Haas-Boliden inspizierte. Hintergrund: Vettel hatte von Corinna Schumacher erfahren, dass ihr Sohn ein Problem mit seiner Sitzschale hat, und wollte helfen.

Wie Schumacher berichtete, fühlt sich der Sohn von Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher bereits seit Saisonbeginn nicht ganz wohl in seinem VF-21. Haas wusste davon allerdings nichts - bis auch hier Mutter Corinna das Wort führte. "Das erste Mal, dass ich davon gehört habe, war, als seine Mutter mir in Frankreich erzählt hat, dass etwas mit dem Sitz ist. Ich habe gesagt, dass es mir nicht bewusst ist."

Günther Steiner: Thema wurde aufgebauscht

Im Netz sei das Thema dann eskaliert, so Steiner. So groß seien die Probleme wohl kaum, so der Südtiroler. "Denn ich würde sagen, dass er einen neuen Sitz will, aber er hat selbst gesagt, dass es nicht dringend ist", sagt Steiner. "Er ist nicht ganz gerade, sodass da vielleicht ein wenig Druck ist oder sowas. Aber er sitzt nicht mit 45 Grad und sein Körper ist nicht völlig verdreht oder das Auto nicht völlig gerade. Es gab einfach nur ein bisschen [Aufhebens], weil Sebastian ins Auto geschaut hat und dann eine große Story daraus gemacht wurde. Das ist in Ordnung."

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Die Rolle Vettels gefällt Steiner dabei ausgesprochen gut. "Es ist gut von Seb, dass er Zeit mit Mick verbringt und sein Mentor ist. Er ist viermaliger Weltmeister. Sie haben eine gute persönliche Verbindung. Mick wird davon profitieren. Es ist schön zu sehen, dass Seb sich um die Jüngeren kümmert und sie auf die richtige Spur bringt", lobt Steiner.

Steiner: Wenn ich es erst von Corinna erfahre ...

Dramatisch könne die Sache mit Sitz allerdings nicht sein, wenn er erst von Corinna Schumacher davon erfahre. "Es war mir gar nicht bewusst, bis mir seine Mutter davon erzählt hat, also kann es nicht so schlimm sein", sagt Steiner. "Wir werden ihm einen Sitz machen, sobald er einen will und wenn er denkt, dass wir in der richtigen Position dafür sind."

Wann es soweit sein könnte, vermag Steiner nicht zu sagen. "Es gibt keine Dringlichkeit von seiner Seite, also haben auch wir keine Eile. Ich denke, es ist kein großes Problem. Ich weiß gar nicht genau, wann wir einen neuen Sitz fertigen. Ich trage das jetzt nicht in den Vorstand", scherzt Steiner auf Nachfrage von Motorsport-Magazin.com.

Formel 1 Spielberg: Schumacher weit vor Mazepin

Mit dem noch immer unbequemen Sitz lief es zum Auftakt in das erste Wochenende in Österreich routiniert. Im ersten Training nahm Schumacher seinem Teamkollegen Nikita Mazepin sechs Zehntel ab und ließ auch Alfa Romeos Freitagsfahrer Robert Kubica hinter sich, in der zweiten Session lag Schumacher fünf Zehntel vor Mazepin, mit Nicholas Latifi im Williams war auch in diesem Training noch ein zweiter Fahrer langsamer.

"Es war gut, ich habe mich fortwährend über den Tag hinweg verbessert und wir haben alles geschafft, was wir wollten", berichtet Schumacher. "Der Speed war gut, hoffentlich können wir das im dritten Training und im Qualifying bestätigen." Dort schließt Schumacher nach der Premiere zuletzt in Frankreich das Q2 erneut nicht aus. "Ich hatte das in Paul Ricard auch nicht erwartet, trotzdem waren wir da", sagt Schumacher. "Hoffentlich können wir hier wieder eine Überraschung landen."

Spielberg: Nikita Mazepin im Kiesbett

Weniger rund lief es bei Nikita Mazepin, nicht nur wegen der großen Rückstände auf eine Runde. "Im zweiten Training lief es nicht so gut, weil Nikita einen Bremsplatten hatte [nach einem Besuch des Kiesbetts hinter Kurve sechs], den Reifensatz konnten wir deshalb nicht mehr für den Longrun nehmen", sagt Teamchef Steiner.

Nikita Mazepin rauschte ins Kiesbett - Foto: LAT Images

"Insgesamt war es ein entspannter Arbeitstag", sagt Mazepin dennoch. "Mein Ausritt kam einfach wegen des Kies. Dort kann man viel Zeit am Ausgang gewinnen und man hat gesehen, dass es da etliche Fahrer erwischt hat. Aber sobald du das einmal gemacht hast, bleibt es dir im Kopf. Ich denke nicht, dass ihr es nochmal sehen werdet."

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