Motorsport-Magazin.com Plus
Formel 1

Formel 1, Verstappen warnt trotz Gala: Hamilton war schneller

Max Verstappen dominiert das Freitagstraining zum Formel-1-Rennen in Spielberg und zeigt sich hochzufrieden. Aber: Warnung vor heimlicher Mercedes-Bestzeit.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Auftakt nach Maß für Max Verstappen beim ersten Red-Bull-Heimrennen der Formel-1-Saison 2021 in Spielberg. In gleich beiden Freien Trainings zum Steiermark-GP sicherte sich der Niederländer überlegen die Bestzeit und lag dabei vor allem komfortabel vor seinem schärfsten Rivalen. Lewis Hamilton im Mercedes fehlten im zweiten Training 0,384 Sekunden auf die Bestzeit, im ersten waren es sogar 0,422 Sekunden. Auf dem nur 4,318 Kilometer kurzen Red Bull Ring eine Welt.

Von diesen Ergebnissen lässt sich Verstappen allerdings nicht blenden. "Im zweiten Training war Lewis schneller, aber die Zeit wurde gelöscht. Deshalb ist es etwas anders, als es gerade aussieht", erinnert der WM-Leader.

Formel 1 Spielberg: Hamilton-Bestzeit gestrichen

Hamilton hatte mit einer 1.05.335 Minuten tatsächlich eine um 0,077 Sekunden schnellere Zeit als Verstappens Tagesbestzeit (1:05.412 Minuten) in den steirischen Asphalt gebrannt. Dabei ließ sich der amtierende Weltmeister in der letzten Kurve allerdings zu weit nach außen tragen, um mehr Schwung mitzunehmen. Ein Verstoß gegen die Track-Limit-Regeln. Die FIA annullierte die Zeit.

Formel 1 Boxenstopps bald langsamer! Steckt Mercedes dahinter?: (09:58 Min.)

Mit Blick auf Red Bull selbst zeigt sich Verstappen dennoch zufrieden. "Insgesamt war es ganz gut bei uns. Ein paar Dinge müssen wir zwar noch ansehen, aber ich bin schon ganz zufrieden, wo das Auto gerade ist", berichtet der Niederländer. Gleich im ersten Training begannen die Bullen stark. Schon erste Statements in der Mittagspause fielen positiv aus.

Red Bull lehnt Rolle des Gejagten ab

Mercedes sah man dennoch nicht als klaren Jäger und sich selbst nicht als klaren Gejagten. "Ich wüsste nicht, warum. Auf diesem Kurs, ist es wahrscheinlich, dass es echt eng wird. Wir hatten einen guten Auftakt im FP1, aber du kannst sehen, dass Mercedes gleich dran ist", sagte Teamchef Christian Horner.

Nur Kleinigkeiten verbesserte Red Bull daraufhin noch am RB16B. "Es gibt natürlich immer Dinge, die du noch besser machen kannst. Dasselbe gilt nach dem zweiten Training, wir können heute Abend noch Dinge ansehen. Aber insgesamt sehr positiv", sagt Verstappen. Eine enge Kiste werde es in jedem Fall. "Wenn das schon im zweiten Training möglich ist, dann ganz sicher im Qualifying", sagt der Niederländer.

Red Bull in Spielberg dank Honda-Turbo im Vorteil?

Weil Mercedes dann seine Power Unit erst richtig aufdreht? "Wir haben [auch] noch nicht aufgedreht", kontert Dr. Helmut Marko bei Motorsport-Magazin.com. Hat Red Bull dank des traditionell starken Honda-Turboladers in der Höhenluft Vorteile? Der Motorsportberater der Bullen zeigt sich zuversichtlich. Der große Vorsprung auf der kurzen Heimstrecke würde das deutlich herausstellen, so der Grazer, von allen im Red-Bull-Lager der größte Optimist.

Auch die Longruns hätten gut ausgesehen, so Marko [ausführliche Analyse folgt am Abend auf Motorsport-Magazin.com]. Das vermeldete auch Serio Perez - als fast einzige positive Notiz des Mexikaners. Der Red-Bull-Neuzugang erwischt mit einem Ausritt in Kurve vier und den Rängen 13 und neun einen durchwachsenen Auftakt zum Steiermark-GP.

Sergio Perez kämpft am Freitag: Zuversicht für's Qualifying

Allerdings sieht Perez noch große Hoffnung. Womöglich habe er nur die falsche Marschroute eingeschlagen und müsse diese nur anpassen. "Wenn man im Training Probleme hat und ich mich im Auto noch nicht so wohlfühle, dann schlage ich gewissermaßen eine Richtung ein und das war vielleicht nicht die richtige", berichtet Perez. "Ich denke, es gibt noch Potential, das Auto zu entdecken, aus Setup-Anpassungen zu lernen. Das übliche, was Zeit im Auto braucht."

Unfassbar groß sei der Nachholbedarf allerdings auch nicht. "Das Wichtigste ist noch etwas Feintuning", sagt Perez. "Aber ich mache mir keine Sorgen, wir haben eine gute Pace. Die Longrun-Pace sah vielversprechend aus. Wenn wir heute Abend noch ein paar Zehntel finden, dann sind wir morgen im Kampf. Das ist wichtig."

Immerhin weiß Perez inzwischen ganz genau, dass er sich nicht einzig auf seine Stärke im Rennen verlassen kann. Auch im Qualifying muss 'Checo' liefern, um Verstappen im Kampf gegen Mercedes auch strategisch unterstützen zu können. Gerade auf dem kurzen Red Bull Ring muss der Samstag sitzen, weiß Perez: "Hier macht es natürlich einen großen Unterschied, wenn du ein paar Zehntel findest. Ich denke, wir sind im Qualifying dabei, hoffentlich gelingt mir im Q3 eine tolle Runde!"


Weitere Inhalte: