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Formel 1

Formel-1-Kalender 2021: Zweites Österreich-Rennen statt Türkei

Nur kurz war er da, schon ist der Türkei-GP wieder vom Formel-1-Kalender verschwunden. Zweites Österreich-Rennen als Ersatz, Frankreich dafür verschoben.
von Markus Steinrisser & Florian Niedermair

Motorsport-Magazin.com - Die Formel 1 kehrt 2021 doch nicht zurück nach Istanbul. Der Türkei-GP war erst nachträglich als Ersatz-Termin für den abgesagten Kanada-GP in den Kalender gerutscht, doch die Coronavirus-Pandemie macht auch hier Probleme: Weniger als einen Monat vor dem geplanten Event kommt nun die Absage.

Die Formel 1 hält aber trotzdem am 23 Rennen langen Kalender fest - und arrangiert die Events im Anschluss dafür neu. Frankreich rutscht um eine Woche nach vor (20. Juni), und wird nun einen Triple Header mit zwei Rennen in Österreich (27. Juni und 4. Juli) bilden. Das erste hört auf den Namen Steiermark GP, in der Woche darauf folgt der Österreich GP am ursprünglichen Termin.

Österreich trägt 2021 wieder zwei Formel-1-Rennen aus

Ein Doppel auf dem Red Bull Ring in Spielberg gab es zuletzt schon im Vorjahr - da bildeten der Österreich GP und der Steiermark GP (verglichen mit 2021 in umgekehrter Reihung) den Saisonauftakt. Dass die Österreich-Rennen stattfinden, kann wohl als gesetzt gelten. Nicht zuletzt, weil sich die Pandemie-Lage im Land gegenwärtig entspannt. Neben der Formel 1 verkündete am Freitag auch die MotoGP ein zweites Event in Spielberg.

Offen bleibt nur, wie viele Zuseher bei den Rennen dort zugelassen sein werden. Stand jetzt wären 3000 Zuseher mit den nächsten Öffnungsschritten möglich - mit fixer Sitzplatz-Zuweisung, und auch dann nur für jene, die getestet, genesen oder geimpft sind. Vizekanzler Werner Kogler suggerierte zuletzt, dass die Grenze auf 6000 erhöht werden könnte, so denn die Fallzahlen auch nach den kommenden Öffnungsschritten "vertretbar" bleiben. Sonderregelungen wird es keine geben.

Türkei GP muss raus aus dem Formel-1-Kalender 2021

Und warum muss Istanbul so kurz nach der Verkündung als Kanada-Ersatz wieder raus aus dem Kalender? Einschränkungen in Großbritannien wurden zum Verhängnis: Dort landete die Türkei aufgrund der dort verschärften Pandemie-Situation auf der "roten Liste" - was bedeutet, dass niemand von dort nach Großbritannien reisen darf, ohne sich nicht sofort zehn Tage in eine Hotel-Quarantäne zu begeben. Ausnahmen gibt es nicht mehr.

Die Formel 1 gab 2021 in der Türkei ein überraschendes Comeback - Foto: LAT Images

Das hätte einen Großteil der in England beheimateten Formel-1-Teams sowie Personal der Formel 1 selbst betroffen - und im engen Zeitplan der Frühsommer-Saison war das nicht machbar. Nur zwei Wochen nach dem Türkei-Termin sollte schon in Frankreich gefahren werden. Für die Option, Team-Personal in der freien Woche gar nicht zur Basis zurückzuschicken, konnte man sich nicht erwärmen. Das wäre unter dem Strich auf sechs Wochen unterwegs hinausgelaufen.

Kein Türkei-Terminwechsel mit Aserbaidschan-GP

Zu den ursprünglichen Lösungsansätzen zählte auch eine Termin-Wechsel mit dem Großen Preis von Aserbaidschan, der eine Woche vorher auf dem Programm stand, um so das Problem zu umgehen. Das wurde allerdings abgelehnt, da zu dem Zeitpunkt bereits Spiele der Fußball-Europameisterschaft in Baku stattfinden.

Damit bleibt der Große Preis der Türkei 2020 das vorerst letzte Rennen in Istanbul. Bereits im letzten Jahr war das Rennen nur aufgrund der Coronakrise in den Kalender gerückt. Lewis Hamilton sicherte sich im Istanbul Park nach einem turbulenten Regenrennen den Sieg und damit auch den Weltmeister-Titel. Zuvor gastierte die Königsklasse zwischen 2005 und 2011 auf dem Istanbul Park Circuit.

Die Promoter in der Türkei erbaten zumindest von der Formel 1, das Rennen, wenn möglich, in der zweiten Saisonhälfte neu anzusetzen. Eine ähnliche Bitte gab es auch schon von China. Gegenwärtig ist der Kalender mit 23 Rennen zwar voll, aber die Pandemie-Lage bleibt unvorhersehbar. Bis zu den Übersee-Rennen im Herbst kann noch viel passieren. Von der Formel 1 heißt es diesbezüglich nur, dass man die Situation weiter beobachtet.


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