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Formel 1

Formel 1, Alonso kämpferisch: Qualifying-Position ist mir egal

Fernando Alonso erlebte in Portugal ein enttäuschendes Qualifying. Die Gründe sind noch ungeklärt, trotzdem möchte der Spanier im Rennen um Punkte kämpfen.
von Samuel Marton

Motorsport-Magazin.com - Alpine ist in Portugal kaum wiederzuerkennen. Nach eher bescheidenen Resultaten in den ersten beiden Saisonrennen zeigte der französische Rennstall beim bisherigen Wochenende des Großen Preises von Portugal eine starke Leistung, die Esteban Ocon im Qualifying letztlich Startposition sechs einbrachte.

Die Qualifying-Performance von Fernando Alonso sorgt allerdings für viele fragende Gesichter. Zwischen dem dritten Freien Training und dem Qualifying hat der Spanier offenbar einiges an Zeit eingebüßt. Alonso beteuert, selbst noch nicht zu wissen, was am Samstag schiefgelaufen sei, Punkte möchte er am Sonntag dennoch holen.

Plötzlicher Aufschwung für Alonso 'überraschend'

Nach einem schwachen Saisonauftakt zeigte Alpine in Portugal bisher ein anderes Gesicht. Auch für Fernando Alonso ist dieser plötzliche Aufschwung eine Überraschung, die der Spanier folgendermaßen erklärt: "Nach Bahrain und Imola haben wir intensiv an der Performance gearbeitet. Wir haben schon in Imola neue Teile gebracht. Die haben sich gut und wie eine Verbesserung angefühlt. Das Rennresultat hat das leider nicht gezeigt."

Auch die Wochen nach dem Grand Prix in Imola hätten ihren Teil dazu beigetragen: "Wir haben uns gut auf dieses Wochenende vorbereitet. Wir haben viel Zeit im Simulator oder in Analysen verbracht und das Wochenende in Imola genauer unter die Lupe genommen. Wir haben vor dem Wochenende in Portugal also hart gearbeitet."

Alonso möchte aber noch keine voreiligen Schlüsse ziehen, ist dennoch mehr als zufrieden mit der Arbeit seines Rennstalls: "Es war eine positive Überraschung zu sehen, wie das Team auf die ersten beiden Rennen reagiert hat. Wir müssen abwarten, ob das nur die Charakteristik von Portimao oder ein Trend ist und wir an das gute Gefühl, das Renault im letzten Jahr hatte, anschließen können. Lassen wir die Finger gekreuzt, dass wir in so weitermachen wie beim bisherigen Wochenende hier."

Ursache für schwaches Qualifying: 'Wir wissen es nicht'

Nach guten Trainingssessions folgte im Qualifying aber schnell Ernüchterung. Der Spanier schaffte nicht den erhofften Sprung in die letzte Qualifyingsession. Der plötzliche Performanceverlust habe sich aber bereits zu Beginn des Q1 bemerkbar gemacht. "Wir hatten vom ersten Moment an keine Pace. Vom dritten Freien Training zum Qualifying haben wir das Gefühl für das Auto und Performance verloren. Das ist natürlich schlecht."

Woher die Veränderung kam, darauf hatte auch der Spanier nach dem Qualifying keine Antwort: "Wir wissen es nicht", zeigt sich Alonso ahnungslos. "Wenn wir es wüssten, dann wäre das natürlich einfacher für uns, aber wir müssen das erstmal analysieren. Das Auto steht jetzt im Parc Fermé und noch nicht in der Garage. Wir müssen herausfinden, ob es ein Problem mit der Performance gab oder wir die Reifen im FP3 im Vergleich zum Qualifying anders vorbereitet haben."

Fernando Alonso lässt sich von dem Resultat des Qualifyings nicht beunruhigen - Foto: LAT Images

Trotz Startplatz 13, Alonso will um Punkte kämpfen

Fernando Alonso zeigt sich in Hinblick auf das Rennen dennoch angriffslustig: "Warum auch immer sind wir dieses Wochenende so schnell wie Ferrari und McLaren. Warum sollten wir also keine Chance haben, morgen gegen sie zu kämpfen? Gegen Leclerc wird es vielleicht etwas schwierig, weil er auf den Mediums startet, aber alle anderen sind im Bereich des Möglichen."

Auch die Strategie wird hierbei eine wichtige Rolle spielen. "Wir müssen schauen, was die beste Strategie ist. Wir starten nicht von der Position, wo wir eigentlich sein wollten, haben gleichzeitig aber freie Reifenwahl und das ist vielleicht etwas besser für das morgige Rennen. Mit beiden Fahrern haben wir damit zudem unterschiedliche Optionen", so Alonso.

Bei seinem Kampf um weitere WM-Punkte soll seine Startposition dennoch kein Hindernis sein: "Die Qualifying-Position ist mir wirklich egal. Das Rennen ist morgen. Wir könnten schließlich auch am Samstag glücklich sein und am Sonntag eben nicht. Ich bevorzuge es aber, die Punkte morgen zu holen."