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Formel 1

Sebastian Vettel wieder der Alte? Ecclestone glaubt an Comeback

Findet Sebastian Vettel bei Aston Martin zu alter Stärke zurück? Bernie Ecclestone sieht Ferrari als Wurzel allen Übels. Damon Hill vermisst Vettels Elan.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Bernie Ecclestone übergab die Führung der Formel 1 2017 an Liberty Media. Vier Jahre nach dem Rücktritt als F1-Boss ist der 90-Jährige weiterhin auf Tuchfühlung mit dem Geschehen in der Königsklasse. Besonderes Augenmerk legt er in der Saison 2021 auf Sebastian Vettel. Er erwartet ein starkes Comeback seines Kumpels. Die Ursache für dessen sportliches Tief sieht er im Umgang Ferraris.

"Wir haben über alles gesprochen. Das Beste, was er machen kann und was jeder machen kann, ist, die Jahre bei Ferrari zu vergessen", so Ecclestone im AvD Motor & Sport Magazin auf SPORT1 mit Blick auf Vettels Neuanfang bei Aston Martin. Der Brite pflegt seit vielen Jahren eine Freundschaft zum viermaligen Weltmeister aus Heppenheim. Dass dieser bei der Scuderia seinen Zauber verlor, hat für ihn einen einfachen Grund.

"Was viele vielleicht gar nicht wissen, er ist ein sehr sensibler Typ. Er liebt es, geliebt zu werden. Das ist ihm bei Ferrari nicht widerfahren", lautet die Einschätzung Ecclestones. Vettel selbst hatte unlängst die These entkräftet, welche die Konstruktion der Ferrari-Boliden für seine Probleme verantwortlich machte.

Vettel bei Ferrari destabilisiert

Ecclestone sieht die Ursache ebenfalls in der verfahrenen Situation bei Ferrari. "Was Vettel bei seinem letzten Team durchgemacht hat, da war er nicht glücklich und hat nicht die volle Unterstützung bekommen. Er hat sich da wohl etwas geärgert", sagt er. Landsmann Damon Hill teilt diese Einschätzung.

"Ich denke, Vettel wurde bei Ferrari destabilisiert. Es waren politische Aspekte, die sein Selbstvertrauen torpediert haben und Einfluss auf seine Leistung auf der Rennstrecke hatten", so der F1- Weltmeister von 1996 bei Sky Sports F1. Ecclestone ist davon überzeugt, dass Vettel in der richtigen Umgebung wieder aufblühen wird.

"Er war nicht enttäuscht vom Leben und wollte nicht mehr der alte Vettel sein, sondern es war der Fall, dass er im richtigen Team sein musste. Ich bin sicher, dass er nun im richtigen Team ist, wo man sich um ihn kümmert", sagt er. Die Vorzeichen haben sich zweifelsohne um 180 Grad gedreht.

Ecclestone glaubt an Aston-Martin-Chance, Hill skeptisch

Vom krisengebeutelten Ferrari ist Vettel in ein Team gewechselt, das erst im vergangenen Dezember den ersten Grand-Prix-Sieg feierte und sich in einer Phase des Aufschwungs befindet. "Da hat er die Voraussetzung, den alten Vettel wieder zu zeigen. Ich bin positiv gestimmt, dass ihm das dort gelingen wird. Ich wäre sehr, sehr enttäuscht, wenn ihm dort sein Comeback nicht gelingen würde", so Ecclestone.

Der Beginn des neuen Kapitels in seiner Karriere verlief für Vettel allerdings noch nicht ganz nach Plan. Bei den Testfahrten in Bahrain wurde sein AMR21 mehrfach von Defekten lahmgelegt, sodass er die wenigsten Runden aller Stammfahrer absolvierte. Hill hat angesichts dessen seine Zweifel: "Ich hoffe, dass er eine Chance hatte, sein Selbstvertrauen zurückzugewinnen. Manchmal schaue ich ihn an und denke mir, dass er nicht motiviert und selbstbewusst aussieht. Das bereitet mir ein bisschen Sorgen."


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