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Formel 1

George Russell bleibt nur ein Tag: Paydriver-Fluch bei Williams

George Russell muss bei den Formel-1-Testfahrten in Bahrain Schlange stehen. Williams-Paydriver beansprucht Testzeit. Minimale Vorbereitung für Stammfahrer.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Die Formel-1-Testfahrten laufen seit anderthalb Tagen - für alle, außer George Russell. Der Williams-Pilot drehte in Bahrain noch nicht eine Runde im neuen FW43B. Als einziges der zehn Teams müssen sich Russell und Stallgefährte Nicholas Latifi die äußerst knappe Testzeit mit einem Entwicklungsfahrer teilen. Für den britischen Teamleader bleibt nur der Sonntag. Für ihn keine optimalen Voraussetzungen für das erste Rennen in zwei Wochen.

"Wir haben alle das Gefühl, dass wir innerhalb von fünf oder zehn Runden wieder auf Pace sind", so Russell mit Blick auf die dreitägigen Wintertestfahrten auf dem Bahrain International Circuit. Im Vorlauf zum Saisonauftakt in der Wüste haben Fahrer und Teams der Königsklasse diesmal deutlich weniger Zeit als jemals zuvor, nachdem bereits von 2019 auf 2020 von acht auf sechs Testtage reduziert wurde.

Während die anderen Teams am Freitag mit den Stammfahrern in die Testfahrten starteten, kam bei Williams Roy Nissany zum Zug. Der zahlungswillige Testfahrer, der 2021 seine dritte Saison in der Formel 2 absolviert, fuhr 83 Runden und sammelte erste Daten mit dem neuen Auto. Der Israeli beendete den Tag auf Platz 14 im Klassement, über vier Sekunden hinter der Bestzeit von Max Verstappen.

Russell glaubt zwar, den Rost der Winterpause innerhalb einer Handvoll Runden abschütteln zu können, doch um wettbewerbsfähig zu sein, braucht es schon etwas mehr. "Wenn es darum geht, das letzte Zehntel und die letzten Details zu finden, ist das schwer zu beantworten. Je mehr du fährst, umso besser ist das", so der Mercedes-Junior.

Russell wünscht sich mehr Testtage für 2022

Sich an nur einem einzigen Tag mit dem Arbeitsgerät vertraut zu machen, das er nur aus dem Simulator kennt, ist für ihn eine ungewohnte Situation. In gewisser Weise kann der ehrgeizige Brite dieser etwas Positives abgewinnen: "Es wird schwierig aber es ist auch eine neue Herausforderung. Es ist spannend."

Letztendlich bedeutet es für ihn der Sprung vom einen Extrem ins andere. "Die Tests waren in den vergangenen Jahren zu lang und es wird interessant, wie wir uns nach nur einem oder anderthalb Tagen mit den Autos anstellen", sagt er. Unter dem Strich wird sich sein Nachteil gegenüber der Konkurrenz auf einen halben Tag beschränken. Wenn bei ihm alles glatt läuft, könnte er am Ende sogar mehr Kilometer als einige seiner Rivalen abgespult haben, die viel Testzeit mit Reparaturpausen in der Garage verbrachten.

Für 2022 wünscht er sich jedoch, dass den Teams wieder etwas mehr Zeit zur Verfügung steht. "In diesem Fall, mit den extremen Regeländerungen im nächsten Jahr, ist es wichtig für die Teams, mindestens sechs Tage zu haben", so der 23-Jährige. "Aber wenn die Regeln stabil sind, so wie die letzten drei oder vier Jahre, ist es so wie im Moment ein angemessenes Pensum."


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