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Formel 1, Mercedes-Angebot für Verstappen? Red Bull auf der Hut

Lewis Hamiltons neuer Mercedes-Vertrag bringt neue Gerüchte für 2022 in Gang. Red-Bull-Teamchef Christian Horner fürchtet ein Buhlen um Max Verstappen.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Der neue Vertrag zwischen Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton und Mercedes sorgt schon vor dem ersten Rennen 2021 für allerhand Spekulationen. Vor allem die Aktie Max Verstappen wird für 2022 erneut mit dem Weltmeister-Team in Verbindung gebracht. Red-Bull-Teamchef Christian Horner fürchtet, dass die Rivalen einen Versuch unternehmen könnten, das Supertalent auszuspannen.

"Ich bin mir sicher, sollte Lewis sich entscheiden aufzuhören, wird Max logischerweise der Fahrer sein, der bei Mercedes ganz oben auf der Liste steht", so Horner im Gespräch mit der britischen Sportnachrichtenagentur PA Media. In den vergangenen Jahren wurden immer wieder Gerüchte über einen Wechsel Verstappens laut, zumal Mercedes-Teamchef Toto Wolff gute Kontakte zu Vater Jos Verstappen pflegt.

Im Januar 2020 wurde der Gerüchteküche überraschend früh das Feuer vom Herd genommen. Verstappen unterschrieb einen neuen Dreijahresvertrag und bekannte sich damit langfristig zu Red Bull. Die Vereinbarung zwischen dem Niederländer und seinem langjährigen Arbeitgeber hat jedoch einen Haken.

Max Verstappen kann per Klausel aus Red-Bull-Vertrag aussteigen

"Im Prinzip ist es ein fixer Vertrag, bei dem bei normalem Verlauf alles geregelt ist", erklärte Red Bulls Motorsportberater Dr. Helmut Marko vor einem Jahr im Gespräch mit Motorsport-Magazin.com. Mittlerweile wurde bekannt, dass diese Klausel der Konkurrenzfähigkeit von Red Bull unterliegt. Dabei soll es um die Sieg- und WM-Fähigkeit gehen. Verstappen könnte unter der Voraussetzung, dass Red Bull ihm 2021 keine Chance auf die im Vertrag festgelegten Erfolge bietet, aus der Vereinbarung aussteigen.

"Die Realität ist, dass es natürlich ein an die Performance gebundenes Element in Max' Vertrag gibt und immer schon gab", so Horner, der in Klauseln dieser Art in erster Linie eine Schutzfunktion vor unerwünschten Streitigkeiten sieht: "Wie mit all diesen Dingen geht es nicht darum, einen Fahrer zu nötigen, der nicht hier sein will."

Honda-Deal sichert Red Bulls F1-Zukunft

Hinter Red Bulls Zukunft stand bis vor wenigen Tagen ein nicht unerhebliches Fragezeichen. Nachdem Honda vergangenes Jahr seinen Ausstieg aus der Formel 1 zum Ende des Jahres 2021 bekanntgab, suchten die Österreicher einer Antwort auf ihre Motorenfrage. Deutlich später als ursprünglich erhofft gab Dr. Helmut Marko am 12. Februar die Lösung bekannt.

"Mit dem heutigen Tag sind die Weichen dafür gestellt, dass in Milton Keynes eine neue Firma etabliert wird. Das wird Red Bull Powertrains sei", kündigte er gegenüber Motorsport-Magazin.com an. Damit ist auch für Verstappen die Gefahr gebannt, mit Red Bull ohne Motoren in einer Sackgasse zu landen.

Red Bull schwört auf enge Bindung zu Verstappen

"Die Beziehung zu Max ist sehr stark. Er glaubt an das Projekt und an das, was wir machen, und er sieht, was Red Bull alles investiert", so Horner, der einzig bei einem persönlichen Zerwürfnis mit einer vorzeitigen Auflösung des Vertrags rechnen würde: "Es geht mehr um Beziehungen als um Verträge. Und du holst nur dann einen Vertrag raus, wenn du ein Problem hast. Das ist meine Erfahrung."

Zwischen Red Bull und Verstappen herrschte in sechs gemeinsamen Jahren stets Harmonie. Wenn dem 23-Jährigen der Kragen platzte, bekamen die Motorenlieferanten die Kritik ab. In Zukunft wird er sich allerdings auch was Defizite in diesem Bereich angeht direkt an sein Team wenden müssen.

Red Bull: Zurück zur Formel 1-Supermacht?: (15:07 Min.)

Red Bull will Verstappen mit Leistung halten

Mit der Saison 2022 tritt ein neues Technisches Reglement in Kraft. Horner ist zuversichtlich, dass mit dieser Chance und den jüngsten Erfolgen die richtigen Weichen für die Zukunft gestellt werden: "Ich bin zuversichtlich, dass wir keine Vertragsklauseln geltend machen müssen. Es liegt an uns, ein konkurrenzfähiges Auto auf die Beine zustellen. Wir haben in Abu Dhabi gezeigt, dass Mercedes auf einer Rennstrecke besiegt werden kann, auf der sie seit sechs oder sieben Jahren ungeschlagen waren."

Darüber hinaus drängt sich spätestens seit vergangenem Dezember ein Name besonders auf, wenn es um einen möglichen Nachfolger für Lewis Hamilton geht. "Sie haben auch George Russell und andere Fahrer, die ihnen zur Verfügung stehen", so Horner mit Blick auf dessen Einsatz beim Sakhir GP, als er den mit einem positiven Coronatest ausgefallenen Champion adäquat vertrat.


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