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Formel 1, MSM-Dreamteam: Senna-Hype & V10-Nostalgie bei McLaren

Die MSM-Leser haben entschieden: Euer McLaren-Dreamteam ist eine Kombination aus brasilianischen Alien-Skills, finnischer Coolness und deutscher Wertarbeit.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Die erste Runde des MSM-Leservotings ist durch und das McLaren-Dreamteam steht mit einer schlagkräftigen Kombination aus Tradition und Moderne. Mit der von euch gewählten Fahrerpaarung fahrt ihr McLarens größte Legende und den ungekrönten Star des Teams auf. Das Sagen hat natürlich Teamchef Andreas Seidl, der das Duo mit deutscher Präzision zum Titel führen wird. Der McLaren MP4/4 mit dem Mercedes-Benz 3.0 V10 aus dem Jahr 1999 ist auf dem Papier ohnehin eine unschlagbare Kombination.

Fahrer eins im McLaren-Dreamteam: Natürlich Ayrton Senna

Zugegeben, jeder der sieben anderen Piloten, die für den Platz des ersten Fahrers zur Wahl standen, hatte von Anfang an schlechte Karten. Gegen den legendären Ayrton Senna kann man nur verlieren. Mit 60,4 Prozent setzte sich der erfolgreichste McLaren-Fahrer der Geschichte mehr als deutlich gegen seine Herausforderer durch. An drei WM-Titeln und dem Mythos um die brasilianische Legende führt einfach kein Weg vorbei - auch nicht für Sympathieträger Mika Häkkinen und Rekordweltmeister Lewis Hamilton.

Überraschend schlecht kam sein Landsmann Emerson Fittipaldi weg. Der erste brasilianische Weltmeister der Geschichte, der im gleichen Zug übrigens auch McLaren im Jahr 1974 den ersten Titel verschaffte, erhielt nur 0,7 Prozent der Stimmen. Carlos Sainz und Juan Pablo Montoya landeten mit 1,1 respektive 1,7 Prozent knapp davor. Die Charakterköpfe Daniel Ricciardo und James Hunt erfreuen sich durchaus einer gewissen Beliebtheit und landeten noch klar davor.

Fahrer zwei im McLaren-Dreamteam: Also doch Kimi Räikkönen

Die Entscheidung für den zweiten Fahrer fiel euch offenbar deutlich schwerer und viel dementsprechend knapp aus. Mit 24,5 Prozent setzte sich Kimi Räikkönen ganz knapp gegen Niki Lauda durch. Der Iceman fuhr für das Team mit neun Siegen übrigens genau einen mehr als die österreichische F1-Legende ein. Die wiederum erreichte im Gegensatz zum Finnen einen WM-Titel. Fernando Alonso wurde nach zwei eher chaotischen Amtszeiten bei McLaren mit 15,1 Prozent kein weiteres Mal das Vertrauen ausgesprochen.

Historisch etwas fragwürdig ist die Bewertung von Alain Prost. 30 Siege und drei WM-Titel für McLaren könnten auch gerne mehr als 12,7 Prozent wert sein. Lando Norris setzte sich als Fünfter gerade so von der Wingman-Fraktion ab. Jenson Button und Gerhard Berger lieferten sich mit 6,4 und 6,1 Prozent ein enges Rennen. David Coulthard kriegt mit 2,1 Prozent immerhin mehr Liebe als Emmo.

Teamchef im McLaren-Dreamteam: Eine Chance für die Zukunft

Die Wahl des richtigen Teamchefs war lange nicht so schwierig wie die Fahrerfrage. Mit Andreas Seidl und Ron Dennis bestimmten zwei Typen ganz klar das Geschehen. Letztendlich setzte sich der Deutsche mit 40,6 zu 37,3 Prozent gegen den McLaren-Macher durch. Zugegeben, Dennis' Erfolge sprechen für sich doch sein Ruf als stocksteifer Hardliner macht ihn auch zu einem umstrittenen Charakter. Mit Seidl habt ihr euch für einen Teamleader entschieden, der Disziplin und Menschlichkeit in seiner Persönlichkeit vereint.

Der moderne Teamchef ist im 21. Jahrhundert wohl ein vielversprechenderes Konzept als der antiquierte Dennis. Ebenfalls wenig Erfolg versprecht ihr euch von Fernando Alonso am Kommandostand. Gründer Bruce McLaren traut ihr mit 8,7 Prozent überraschenderweise aber noch weniger zu. Martin Whitmarsh, seines Zeichens Opfer der Ron-Dennis-Herrschaft, kommt auf 2,9 Prozent. Chaos-Teamchef Eric Boullier wurde mit 0,3 Prozent jegliches Vertrauen entzogen.

Chassis für das McLaren-Dreamteam: Die Legende lebt

Der Ayrton Senna unter den Formel-1-Boliden setzte sich bei der Autofrage schlussendlich durch. Der MP4/4 aus der Feder des legendären Designers Gordon Murray gilt mit 15 Siegen aus 16 Rennen bis heute als das erfolgreichste F1-Auto der Geschichte. Alain Prost und Ayrton Senna dominierten 1988 das letzte Jahr der Turbo-Ära nach Belieben. Der Franzose setzte sich in der WM mit 105:94 Punkten gegen seinen neuen Teamkollegen durch. Nach Abzug der zwei Streichresultate krönte sich allerdings Senna zum ersten Mal in seiner Karriere zum Champion.

Platz zwei geht mit 20,4 Prozent an den MP4/6. Der von Neil Oatley entwickelte Bolide führte Senna 1991 zu seiner letzten Weltmeisterschaft und ist in vielerlei Hinsicht ein Auto mit Geschichte. Vor 30 Jahren fuhr zum letzten Mal ein V12-Motor sowie ein handgeschaltetes Getriebe in der F1 zum Titel. Dahinter reihen sich die Silberpfeile der Jahrgänge 2005 und 1998 ein. Dass die V10-Ära nostalgische Gefühle hervorruft, ist keine Überraschung. Für Nostalgie offenbar schon zu alt ist der M7A. Für den ersten Grand-Prix-Sieger aus dem Hause McLaren entschieden sich nur 0,3 Prozent der Leser.

Motor für das McLaren-Dreamteam: V10-Nostalgie für alle

Vielleicht war es Fernando Alonsos Showrun in Abu Dhabi, vielleicht sind wir auch alle der Schumi-Ära verfallen. Der Mercedes FO110H gewann jedenfalls nicht nur die Weltmeisterschaft 1999, sondern auch die Wahl zum Motor des McLaren-Dreamteams. Mit 31,2 Prozent setzte sich der V10-Motor der 3-Liter-Formel gegen den legendären V12 von Honda durch, der 1991 mit brachialem Sound die Massen begeisterte.

Auf Platz drei landete die aktuelle Mercedes-Power-Unit der Hybridgeneration. Damit stach der Weltmeister-Motor der vergangenen sieben Jahre glatt den Honda-Turbo von 1988 aus. Dessen weltmeisterliches Pendant aus dem Hause Porsche musste sich mit 4,2 Prozent der Stimmen sogar noch dem V8 aus 2008 geschlagen geben. Noch schlechter steht allerdings der Jahrhundertmotor von Cosworth da. 155 Siege, zwölf Fahrer- sowie zehn Konstrukteurstitel reichen beim DFV 3.0 V8 nur für 2,1 Prozent. Immerhin besser als Renaults Hybrid-Motor, der mit 0,7 Prozent kaum Fans hat.


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