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Formel 1

Formel 1, Vandoorne von Mercedes übergangen: Das tut weh

Stoffel Vandoorne schaut in Bahrain in die Röhre. Statt ihm ersetzt George Russell den Corona-Fall Lewis Hamilton. Enttäuschung beim Mercedes-Ersatzfahrer.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Stoffel Vandoorne machte sich nach der Corona-Erkrankung von Lewis Hamilton einmal mehr vergeblich Hoffnungen auf ein Formel-1-Comeback. Trotz seines Status als offizieller Ersatzfahrer von Mercedes muss der Belgier am Wochenende zuschauen. Mercedes-Junior George Russell erhielt den Vorzug. Auf Twitter brachte Vandoorne nun seine Enttäuschung über die Entscheidung zum Ausdruck.

"Ich bin natürlich enttäuscht, nicht die Chance zu bekommen, dieses Wochenende für Mercedes zu fahren", so Vandoorne, der am Dienstag die Formel-E-Testfahrten in Valencia abschloss und sich umgehend auf den Weg in die Vereinigen Arabischen Emirate machte. Die Hoffnung auf den positiven Bescheid von Mercedes-Teamchef Toto Wolff war groß, doch einmal mehr guckte er in die Röhre.

"Nachdem ich das gesamte Jahr zu allen F1-Rennen gereist bin und so viel Zeit investiert habe, mich körperlich fit gehalten und diesem Programm verschrieben habe, tut das weh!", so der 28-Jährige, der zwischen 2016 und 2018 bei 41 Grands Prix für McLaren antrat. Sein Debüt hatte er, wie der Zufall es will, in Bahrain gegeben, indem er für den verletzten Fernando Alonso einsprang.

Vandoorne respektiert Russell-Entscheidung

Nachdem er Ende 2018 von McLaren aufgrund schwacher Leistungen fallen gelassen wurde, dockte er bei Mercedes in der Formel E an. Parallel dazu schlüpfte er beim Formel-1-Team des deutschen Automobilkonzerns in die Rolle des Ersatzfahrers, welche er sich dort mit dem ehemaligen mexikanischen F1-Fahrer Esteban Gutierrez teilt.

Sein Engagement in der Formel E vereitelte im Sommer seine erste Möglichkeit zum Comeback. Als offizieller Ersatzfahrer von Racing Point kam er nicht zum Zug, als Stammpilot Sergio Perez aufgrund einer Coronainfektion ausfiel. Vandoorne befand sich zu dieser Zeit zum mehrteiligen Saisonfinale der Elektroserie in Berlin, weshalb das Mercedes-Kundenteam Nico Hülkenberg anheuerte.

Obwohl es diesmal keine Terminüberschneidung gab, entschied sich auch Mercedes gegen ihn. Dass der erst 22-jährige Russell den Vorzug erhielt, erkennt er an. "Ich respektiere die Wahl, George in das Auto zu setzen. Er ist ein herausragender Fahrer und verdient diese Chance voll und ganz", so Vandoorne.

Vandoorne: Hamilton kann niemand ersetzen

Das Duell zwischen dem ambitionierten Mercedes-Youngster und Valtteri Bottas wird mit Spannung erwartet. Die Fußstapfen des siebenmaligen Weltmeisters auszufüllen ist etwas, das sich Vandoorne selbst kaum angemaßt hätte: "Ich möchte Lewis eine schnelle Genesung wünschen. Hoffentlich ist er so bald wie möglich zurück im Auto, denn niemand kann ihn wirklich ersetzen!"

Die verpassten Chancen in dieser außergewöhnlichen Saison bestärken Vandoorne allerdings darin, weiter an einer Rückkehr in die Formel 1 festzuhalten und seine offene Rechnung mit dem Sport zu begleichen: "Momente wie diese spornen mich nur an und ich kann euch allen versichern, dass ich weiterhin 100 Prozent geben werde!"


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