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Formel 1

Formel 1, Renault mit Asphalt überfordert: Später Lichtblick?

Daniel Ricciardo und Esteban Ocon fahren im Training zum Türkei GP hinterher. Rutschige Strecke trifft Renault besonders hart. Letzte Minuten geben Hoffnung
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Déjà-vu für Renault: Wie schon am sehr rutschigen Trainingsfreitag in Portugal hatten Daniel Ricciardo und Esteban Ocon auch in den ersten beiden Trainingseinheiten zum Türkei Grand Prix, dem 14. Rennen der Formel-1-Saison 2020, offensichtlich mehr zu kämpfen als die direkte Konkurrenz. Bei gegenüber Portimao sogar noch widrigeren Streckenverhältnissen im Istanbul Park tauchten Daniel Ricciardo mit P15 und Esteban Ocon mit P12 im zumindest etwas aussagekräftigeren zweiten Training in den Ergebnissen erst sehr weit hinten auf.

Es sei zwar für alle gleich gewesen, gaben die Fahrer später zu Protokoll. „Noch kniffliger“ sei es aber für ihn gewesen, erklärte Ricciardo - allerdings mit dem typischen Augenzwinkern des Australiers. Ein gewisses Maß an Ernst steckte in dieser Aussage dennoch. „Die niedrigen Temperaturen, die neue Streckenoberfläche und die härteren Reifen haben es in Kombination zu einer harten ersten Session für alle gemacht, aber für uns noch mehr“, bestätigte Renaults Chef-Renningenieur Ciaron Pilbeam diesen Eindruck.

Renault gesteht: Trotz FP2-Fortschritt noch immer weit weg

Auch Ricciardo gab, jetzt ganz nüchtern, zu: „Wir hatten etwas zu kämpfen, insgesamt war dieser Tag eine Herausforderung für uns.“ Und das eben nicht nur wegen der für alle gleich miserablen Bedingungen, sondern auch wegen des Ausmaß’, mit dem diese Renaults Performance überproportional nach unten zogen. „Es war ein kniffliger Tag“, bestätigte Esteban Ocon mit Blick auf die Pace. Immerhin: Im zweiten Training sei zumindest ein Fortschritt gelungen.

„Über die Pause hinweg ist uns dennoch ein Schritt nach vorne gelungen. Am Nachmittag war es mit mehr Gummi auf der Strecke etwas besser. Wir haben auch das Auto angepasst, was geholfen hat“, berichtete Pilbeam. „Wir waren aber noch immer ziemlich weit weg von der Pace“, gestand der Chef-Renningenieur. Einen kleinen Lichtblick habe man erst in den Schlussminuten des zweiten Trainings erlebt. Pilbeam: „Nachdem wir weitere Änderungen vorgenommen hatten. Den Großteil des Tages waren wir ziemlich frustriert, aber was wir getan haben, um das Auto zu verbessern, hat uns für morgen eine gute Richtung gegeben.“

Last-Minute-Setup-Kniff die letzte Hoffnung

So bewerten es auch die Fahrer. „Gegen Ende des zweiten Trainings haben wir in den wirklich letzten Minuten etwas beim Setup gefunden, sodass wir heute zumindest mit einer positiven Note aufgehört haben“, sagte Ricciardo. „Deshalb bin ich etwas zuversichtlicher für morgen, auch wenn wir auf dem Zeitentableau nicht gut aussehen. Hoffentlich können wir morgen auf diese Weise eine bessere Pace zeigen.“

Ocon: „Wir haben den Tag zumindest positiv abgeschlossen. Wir haben die Performance deutlich verbessert. Das ist gut und nicht gerade leicht. Unsere Longruns scheinen stark, also warten wir mal ab., aber am Ende haben wir ein paar sehr gute und wichtige Kniffe gefunden, deshalb sieht es für morgen vielversprechend aus. Es war ein gutes Ende eines sehr langen Tages, an dem wir mit der Pace zu kämpfen hatten.“


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