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Formel 1, Vettel hadert mit sich: Irgendwas dieses Jahr anders

Sebastian Vettel äußerte nach dem letzten Formel-1-GP Sorgen über Fairness bei Ferrari. In Imola klingt er anders: Fehlt an mir. Ferrari sieht Hilfspflicht.
von Markus Steinrisser

Motorsport-Magazin.com - Sebastian Vettel stürzt in der Formel-1-Saison 2020 von einem schlechten Rennen ins nächste. Auch beim letzten GP in Portugal war er unglücklicher Zehnter, während Ferrari-Kollege Charles Leclerc das ganze Wochenende in den Top-fünf kämpfte. Ein gefrusteter Vettel fragte sich nach dem Rennen laut, warum es denn auf der anderen Seite der Garage so viel leichter aussieht.

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Von offenen Beschuldigungen einer Ungleichbehandlung nahm er danach bald Abstand. Auch in Imola, als er darauf angesprochen wird: "Wie gesagt, ich gehe davon aus, dass [die Autos] gleich sind." Den Fehler sucht er weiter bei sich, auch wenn es ihm seltsam erscheint. Ferrari versichert, ihm helfen zu wollen - tut sich aber schwer, einen großen Fehler zu finden.

Vettel irritiert: Noch nie eine Saison wie Ferrari 2020

"Bis jetzt war ich in meinem Rennfahrerleben immer in der Lage, das Maximum rauszuholen", erklärt Vettel in Imola seinen Frust. "Dieses Jahr scheint etwas anders zu sein. Aber ich habe keine andere Wahl, als an mir selbst und am Auto zu arbeiten."

Vettels jüngste Bilanz liest sich desaströs: Seit einer perfekt exekutierten Einstopp-Strategie beim Spanien-GP - vor sieben Rennen - kam er nicht mehr über einen zehnten Rang hinaus. Nur zwei Mal punktete er, jeweils ein zehnter Rang. WM-Platz 13 steht im starken Kontrast zum WM-Fünften Leclerc, der im gleichen Zeitraum 30 Punkte einfuhr und sich immer wieder über Fortschritte am Auto freute.

"Wie schon immer in meiner Karriere versuche ich alles zu tun, was möglich ist, um so schnell zu sein, wie es geht", meint Vettel. "Aber offensichtlich kann ich gegenwärtig nicht dasselbe aus dem Auto holen wie Charles. Natürlich arbeite ich mit meinen Ingenieuren daran, das zu verstehen, und ich arbeite auch weiter daran."

Ausritte sind für Sebastian Vettel 2020 häufig - Foto: LAT Images

Doch Ergebnisse bleiben dabei aus - daher wohl der Frust, wie nach Portugal. "Ich glaube nicht, dass es die Art ist, wie sich das Auto verhält. Du musst dich immer anpassen, das gilt denke ich von Gokarts bis in die Formel 1. Für mich war das normalerweise kein Problem."

Vettel vs. Leclerc: Ferrari erkennt keine großen Unterschiede

"Eindeutig fehlt mir wie gesagt in diesem Jahr etwas, das versuche ich herauszufinden", summiert Vettel. Was, da kann auch Ferrari nicht helfen. Ferrari-Teamchef Mattia Binotto merkte schon vor mehreren Rennen an, dass Leclerc gegenwärtig einfach schneller sei als Vettel. Dabei bleibt es.

"Ich glaube nicht, dass es irgendwo einen besonders großen Unterschied gibt", sagt Binotto auch vor Imola. "Am Ende sind es sehr kleine Unterschiede. Wir sprechen von keiner großen Zahl, es sind immer eine Summe von Hundertstel pro Kurve, pro Bremszone."

"Ich glaube nicht, dass es, wie Seb schon sagte, eine Frage des Grip-Gefühls mit dem Auto ist", meint Binotto. Er und Ferrari versichern, dass sie auch in den letzten fünf Rennen gemeinsam mit Vettel alles geben werden: "Unsere Aufgabe, unsere Pflicht ist es, ihm zu helfen und ihn dabei zu unterstützen, die Ergebnisse einzufahren."


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