Motorsport-Magazin.com Plus
Formel 1

Formel 1, Verstappen hinter dem Hulk: Falsche Herangehensweise

Max Verstappen startet beim Jubiläums GP der Formel 1 nur von Platz vier - und damit auch hinter Nico Hülkenberg. Was beim Red-Bull-Piloten schiefging.
von Christian Menath

Für Red Bull lief das Qualifying zum Jubiläums GP der Formel 1 eigentlich wie immer: Max Verstappen mischte auch am zweiten Silverstone-Wochenende die Spitze auf, während Teamkollege Alexander Albon Probleme hatte, überhaupt in die Top-10 zu kommen.

Allerdings holte sich Verstappen diesmal nicht den Titel Best of the Mercedes-Rest, sondern musste sich auch noch von Nico Hülkenberg im Racing Point geschlagen geben. Dafür verbesserte sich Albon relativ zum vergangenen Wochenende: Der Thailänder startet diesmal von Rang neun statt von Platz zwölf.

"Wir haben beim Prozedere vielleicht ein paar Fehler gemacht", erklärte Verstappen die ungewohnte Qualifying-Position. Der Niederländer fuhr in der gesamten Qualifikation lediglich zwölf Runden. Die Mercedes-Piloten umrundeten den Silverstone Circuit hingegen je 20 Mal.

Verstappen: Im besten Fall 0,7 Sekunden hinter Mercedes

Verstappen begnügte sich im Q1 mit einem Run auf Soft und fuhr im zweiten Qualifikationsabschnitt nur einmal auf den harten Reifen raus. Im Q3 fuhr er zunächst auf Medium, dann die schnellste Runde auf Soft. "Ich hatte somit nie eine gute Referenz", meinte Verstappen hinterher. "Ich bin mit meiner Runde nicht ganz zufrieden, da waren ein paar Fehler drinnen."

"Im besten Falle hätten wir dann nur noch sieben Zehntel Rückstand auf Mercedes - was hier ziemlich gut ist, denn sie gewinnen sehr viel Zeit auf den Geraden", so Verstappen. Mit sieben Zehntel Rückstand wäre der 22-Jährige folgerichtig auch vor Hülkenberg auf Platz drei gelandet.

Doch dass die etatmäßige Startposition um eine Zehntel verpasst wurde, stört Verstappen nicht weiter: "Ich muss nur vorbeikommen und dann wird es wieder ein einsames Rennen für mich." Helfen wird Verstappen neben der ohnehin starken Rennpace seines Bullen auch der harte Reifen, auf dem er sich im Q2 qualifizierte.

Albon wundert sich: Soft nur minimal schneller

Alexander Albon schaffte die Qualifikation auf Hard nicht, der 24-Jährige versuchte es erst gar nicht. "Sie sind auf eine Runde 0,3 Sekunden langsamer und das konnte ich mir nicht erlauben", erklärte er. Er startet wie alle anderen in den Top-10 - Verstappen ausgenommen - auch auf Medium.

Albon musste sich die fast schon traditionellen Krisen-Fragen gefallen lassen. Platz neun war zwar ein kleiner Aufschwung, trotzdem fehlte ihm eine halbe Sekunde auf den Teamkollegen. Und sogar Pierre Gasly im AlphaTauri war schnell. Der Franzose, der sein Red-Bull-Cockpit im vergangenen Jahr für Albon räumen musste, startet beim Jubiläums GP von Rang sieben.

"Es war kein schlechtes Qualifying", redete der Thailänder Platz neun schön. "Ich habe nach dem kleinen Ausritt in Q1 vielleicht ein bisschen Vertrauen verloren und dann haben wir am Ende nicht genug Performance auf den Soft-Reifen herausgeholt. Ich war auf frischen Softs nur eine Zehntel schneller als auf gebrauchten Mediums", wundert sich Albon. "Ich hatte einfach nicht den Extra-Grip, den die weichen Reifen bringen sollten."

Albon hofft nun auf seine Stärke im Rennen. Vor einer Woche verbesserte er sich immerhin trotz Kollision und Strafe von Startplatz zwölf auf Rang acht. "Und für euch wird das ein unterhaltsames Rennen", verspricht Albon und erklärt: "Die Reifen sind einfach zu weich."


Weitere Inhalte:
Motorsport-Magazin.com Plus