Formel 1

Formel 1 heute vor 50 Jahren: Die Hölle von Zandvoort

Heute vor 50 Jahren in der Formel 1: Piers Courage verstirbt im Flammenmeer von Zandvoort. MSM blickt zurück auf den 21. Juni.
von Florian Niedermair

Motorsport-Magazin.com - Der Formel-1-Auftakt verzögert sich aufgrund der Corona-Pandemie bis in den Juli. Motorsport-Magazin.com nutzt deshalb die Zwangspause für eine Reihe von historischen Beiträgen – 'On This Day'. Heute 21. Juni: Ein Feuerunfall in Zandvoort führt zum Tod von Piers Courage.

Formel 1 heute vor 50 Jahren: Flammeninferno in den Niederlanden

In den späten 60er- und frühen 70er-Jahren entwickelten sich die F1-Wagen so rapide weiter wie selten zuvor. Der Weiterentwicklung der Boliden wurde alles untergeordnet, auch Menschenleben, und so entwickelten sich Magnesium-Bauteile zum bevorzugten Werkstoff bei der Fahrzeugkonstruktion.

Aus Magnesium bestand auch das De-Tomaso-Chassis des Wagens von Piers Courage, der für das noch junge Team von Frank Williams an den Start ging. Courage startete aus der neunten Position und arbeitete sich bis Runde 23 auf den siebten Platz nach vorne. Dann nahm das Drama seinen Lauf. Der 28-jährige Brite nahm einen Curb zu hart mit und beschädigte sich dabei seine Aufhängung, die daraufhin brach.

Der Wagen schoss eine Böschung hinauf, kollidierte mit einem Pfosten, überschlug sich und ging dann in Flammen auf. Die Streckenposten waren nicht für so ein Flammeninferno ausgestattet und musste auf die Feuerwehr warten, die erst viel zu spät an der Unfallstelle eintraf. Zu diesem Zeitpunkt stand nicht nur der Wagen, sondern auch die umliegenden Bäume in Flammen. Für Courage, der bereits beim Einschlag tödliche Verletzungen erlitten hatte, kam jede Hilfe zu spät.

Das Rennen, das, wie damals üblich, fortgesetzt wurde, gewann Jochen Rindt vor Jackie Stewart und Jacky Ickx. Drei Jahre später verstarb Roger Williamson in Zandvoort bei einem ähnlichen Feuerunfall.

Formel 1 heute vor 39 Jahren: Hinterbänkler-Farce und Villeneuve-Show

Der Große Preis von Spanien 1981 stand noch im Schatten des Vorjahres-Rennens als nach einem Streit zwischen den Konstrukteuren und der FISA das Rennen kurzerhand nachträglich aus dem F1-Kalender gestrichen wurde.

1981 kam dann der Disput um den Privatier Emilio de Villota. Denn private Entries waren im Concorde-Agreement zu Beginn des Jahres verboten worden. De Villota kam trotzdem nach Jarama und wurde von den Streckeneigentümern (dem spanischen Automobilklub) zugelassen, was zu einem Streit mit dem spanischen Automobilverband führt. Erst als das erste Training bereits im Gange war und de Villota aufgrund einer Fehlzündung noch in der Box festsaß, entschied die FISA ihn aus dem Wochenende auszuschließen.

Das Rennen selbst war eine spannende Schlacht. Nachdem Polesetter Alan Jones früh ausschied übernahm Gilles Villeneuve von Platz 7 kommend die Führung. Ihm fehlte aber die Pace gegen Reutemann. Der Argentinier kam allerdings an dem Ferrari nicht vorbei, der auf der Geraden mehr Leistung hatte. Innerhalb kurzer Zeit bildete sich ein Zug hinter den kämpfenden Führenden. Laffite und Watson überholten Reutemann, doch keinem gelang ein erfolgreiches Manöver gegen Villeneuve, der den Sieg über die Linie rettete.

Gilles Villeneuve ist bei einem Thriller in Jarama siegreich - Foto: Phipps/Sutton

Im Ziel trennten Villeneuve nur zwei Zehntel von Laffite und eine halbe Sekunde von Watson. Reutemann und De Angelis auf den Plätzen 4 und 5 fehlte nur knapp eine Sekunde auf Villeneuve.

Formel 1 heute vor 11 Jahren: Vettel-Triple in Silverstone

Bis zum Großen Preis von Großbritannien war die WM 2009 eine Ein-Mann-Show von Jenson Button gewesen, der sich nur im Regen von Shanghai Sebastian Vettel beugen musste. In Großbritannien zeigte Red Bull allerdings, dass sie auch im Trockenen Brawn-GP besiegen konnten.

Die beiden Bullen waren den Brawn-Boliden das ganze Wochenende lang überlegen. Lediglich Rubens Barrichello gelang es im Qualifying mit P2 die RB-Phalanx zu durchbrechen. Doch im Rennen musste auch er sich hinten anstellen. Sebastian Vettel zog konkurrenzlos vorne weg und sicherte sich nach der Pole Positon auch den Rennsieg und die schnellste Runde.

Foto: Sutton

Barrichello konnte zwar eine Zeit lang Webber hinter sich halten, doch durch einen späteren Boxenstopp kam auch der Red Bull an ihm vorbei. Am Ende wurde es hinter den beiden Bullen der dritte Rang für Barrichello. Button wurde nur Sechster. Es war der Wendepunkt der Saison denn in der restlichen Saison blieb Button sieglos. Dennoch reichte ihm sein Punktepolster zum Titelgewinn.

Formel 1 heute vor 33 Jahren: Sennas letzter Lotus-Sieg

Detroit zählten zu den unbeliebtesten Strecken der späten 80er-Jahre. Doch Ayrton Senna glänzte auf dem Straßenkurs in der "Motor City". 1986 war er zum ersten Mal in Detroit erfolgreich, ein Jahr später folgte seine zweite Glanzvorstellung.

Im Lotus sicherte er sich den zweiten GP-Sieg der Saison. Nelson Piquet belegte die zweite Position, Prost wurde Dritter. Es sollte Sennas letzter Rennerfolg für Lotus bleiben. Denn im restlichen Jahr musste er sich den stärkeren Williams und McLaren-Piloten geschlagen geben, ehe er selbst zu McLaren wechselte und 1988 auch beim letzten F1-Rennen in Detroit erfolgreich war.

Foto: Sutton

Was sonst noch geschah

Heute vor fünf Jahren: Rosberg gewinnt den Großen Preis von Österreich. Lewis Hamilton und Felipe Massa folgten auf dem Podium.

Heute vor 51 Jahren: Jackie Stewart gewinnt in Zandvoort. Jochen Rindt wurde auf dem Weg zum Sieg von einem technischen Problem gestoppt. Dadurch sicherte sich Stewart den Rennsieg vor Jo Siffert und Chris Amon.

Heute vor 67 Jahren: Alberto Ascari stellt einen F1-Rekord auf. Mit seinem Sieg beim Großen Preis von Belgien sichert sich der Italiener seinen neunten F1-Erfolg in Serie -Das Indy 500 nicht mitgerechnet. Dieser Rekord blieb bis heute ungebrochen. Sebastian Vettel egalisierte diesen Rekord zu Saisonende 2013.

Heute vor 50 Jahren: Renndebüt von Clay Regazzoni, Peter Gethin und Francois Cevert. Gleich drei GP-Sieger kamen am 21. Juni 1970 in die Formel 1. Gethin und Cevert waren in ihrer F1-Karriere je einmal erfolgreich während Clay Regazzoni fünf GP-Siege feierte.


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