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Vettel und Red Bull: Wo sollten die Millionen herkommen?

Sebastian Vettel verlässt den Formel-1-Rennstall von Ferrari am Ende der Saison. Eine Rückkehr zu Red Bull ist unwahrscheinlich - aber nicht unmöglich.
von Christian Menath

Motorsport-Magazin.com - Am Dienstagmorgen platzte die Bombe: Sebastian Vettel wird Ferrari am Ende der Saison 2020 verlassen. Im offiziellen Statement von Ferrari wurde über die Gründe gesprochen, aber nicht über die Folgen. Wen holt Ferrari als Vettel-Ersatz? Was macht Vettel: Wechsel oder Rücktritt?

Viele Vettel-Fans wünschten sich schon nach der verkorksten 2018er Saison eine Rückkehr zu Red Bull. Eine Rückkehr zu jenem Team, für das er schon von 2009 bis 2014 fuhr und mit dem er vier Formel-1-Weltmeisterschaften gewann.

Ein Team, das ihn auch nach dem Wechsel zu Ferrari noch wertschätzte - vielleicht sogar mehr als Vettels aktueller Arbeitgeber. Im Winter mit einem möglichen Vettel-Comeback konfrontiert, wehrte Red Bulls Motorsportberater Dr. Helmut Marko ab: "Durch die Verlängerung von Max kann ich mir zwei Vs nicht vorstellen, alleine finanziell ist das schon sehr schwierig."

Formel 1: Sebastian Vettel verlässt Ferrari! Was jetzt?: (01:19:53 Min.)

Nun ist Vettel tatsächlich wieder auf dem Markt. Hat sich die Situation für Red Bull verändert? "Zwei Vs gehen nicht", wiederholte Marko im Gespräch mit Motorsport-Magazin.com und fügte an: "Wo sollten die Millionen herkommen?"

Vettel: Geld nicht entscheidend

Doch Red Bull bräuchte für Vettel inzwischen deutlich weniger Geld. Die Coronakrise dürfte die Spitzengehälter der Formel-1-Piloten deutlich nach unten korrigiert haben. Auch bei Ferrari hätte Vettel drastische Einschnitte beim Gehalt hinnehmen müssen.

Dass Geld nicht der Grund war, weshalb er Ferrari schlussendlich absagte, machte Vettel sehr deutlich: "Finanzielle Belange haben in dieser gemeinsamen Entscheidung keine Rolle gespielt. So denke ich nicht, wenn es um bestimmte Entscheidungen geht und das werde ich auch nie."

Ein absolutes Schnäppchen dürfte der viermalige Weltmeister aber trotzdem nicht sein. "Wir haben einen Junior zu sehr günstigen Optionen und das ist erstmal unser Konzept", macht Marko klar.

Auch wenn Vettel auf einen Großteil seines Salärs verzichtet, Alexander Albon ist die finanziell deutlich attraktivere Variante für Red Bull - zumal Max Verstappen spätestens seit der letzten Vertragsverlängerung kein Schnäppchen mehr sein dürfte.

Auch nach dem Abschied von Red Bull pflegte Sebastian Vettel regelmäßigen Kontakt zu Dr. Helmut Marko - Foto: Sutton

Aber vom finanziellen Abgesehen: Wäre eine zweite Amtszeit von Vettel bei Red Bull ganz abwegig? "Bei dem derzeitigen Stand der Dinge schon", macht Marko klar, lässt mit der Aussage aber auch ein kleines Hintertürchen offen.

Marko: Immer wieder in Kontakt mit Vettel

Überrascht vom Ferrari-Ende war Marko jedenfalls nicht. Dass er darüber Bescheid wusste, wollte er aber nicht bestätigen. Hat Vettel möglicherweise seine Fühler schon Richtung Red Bull ausgestreckt? Dementieren wollte Marko Gespräche jedenfalls nicht: "Wir sind immer wieder in Kontakt."

Mit Einschätzungen zu Vettels Ferrari-Abschied hielt sich der Doktor zurück. "Es steht mit nicht zu, von außen Kommentare abzugeben", sagte er. Traurig für Vettel sei er aber schon: "Weil er sein Ziel nicht erreicht hat. Wenn es nicht passt, dann macht es keinen Sinn, mit Krampf weiterzumachen."


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