Formel 1

Formel-1-Kalender 2020: Drei Rennen in Silverstone als Rettung?

FIA, Liberty Media und F1-Teams suchen weiter nach einer Lösung ihrer Coronavirus-Krise. Meeting bringt neue Pläne für Kalender 2020 und Regeln ab 2021.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Die Formel 1 sucht weiter nach einer Lösung für den Kalender 2020 und die Zukunft des Sports nach der Coronavirus-Krise. Am Donnerstag kamen FIA, Liberty Media und Vertreter der F1-Teams dafür zu einem weiteren Online-Meeting zusammen. Laut dem britischen Motorsportportal racefans.net nehmen erste Pläne Formen an: Ein Auftakt in Österreich und drei Rennen in Silverstone sollen die Saison in Gang bringen. Die Budgetobergrenze ist indessen weiter unklar, dafür wurde ein neues Handicap-System ins Spiel gebracht.

Nachdem Österreich die im Zuge der Coronakrise ausgesprochenen Maßnahmen kürzlich lockerte und Sportminister sowie Vizekanzler Werner Kogler der Austragung des Großen Preises von Österreich am 5. Juli Hoffnung machte, sieht die Formel 1 ein Geisterrennen auf dem Red Bull Ring nun ebenfalls als beste Option für den Saisonstart.

Zwar könne die Veranstaltung unter diesen Voraussetzungen auch früher als zum ursprünglich geplanten Termin abgehalten werden, doch seitens Red Bull soll das ursprüngliche Datum am ersten Juliwochenende das bevorzugte sein. Nachdem in Frankreich und Belgien die strengen Coronabestimmungen jedoch weiterhin bestehen, stellt sich der Formel 1 trotz der Aussicht auf den Österreich GP die Frage, wie eine Saison 2020 überhaupt zustande kommen kann.

Grundvoraussetzung für eine Formel-1-Weltmeisterschaft ist ein Minimum von acht Grands Prix. Promoter und Sporthoheit wollen sicherstellen, dass nach Österreich auch zeitnah weitere Veranstaltungen abgehalten werden können. Die Idee ist, nach Spielberg eine Reihe von Rennen unter Ausschluss der Öffentlichkeit in Silverstone abzuhalten.

Formel-1-Rennen in Silverstone auf mehreren Layouts - aber nicht falschherum

Drei Rennen in einem Zeitraum von vier Wochen auf der Traditionsrennstrecke in Großbritannien sind angedacht. Dabei sollen mehrere der insgesamt vier verfügbaren Layouts zum Einsatz kommen. Der Vorschlag, ein Rennen gegen die vorgesehene Fahrtrichtung des Kurses abzuhalten, stieß hingegen nicht auf Zuspruch. Die hierfür in den Sicherheitsbereichen der Strecke notwendigen Umbaumaßnahmen würden finanziell wohl den Rahmen sprengen.

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Der Hintergedanke einer Serie in Silverstone ist, dass so der finanzielle sowie logistische Aufwand der Teams auf ein Minimum reduziert werden könnte. Bis auf Ferrari, Alfa Romeo, AlphaTauri und Teile des Haas-Teams sind alle Formel-1-Rennställe in der Nähe Silverstones ansässig. Liberty Media soll dem Veranstalter in Silverstone für die im Zuge der Geisterrennen entfallenen Zuschauereinnahmen eine Kompensation in Aussicht gestellt haben.

Formel 1 verhandelt weiter über Budget Cap 2021

Ferner war auch die für 2021 geplante Budgetobergrenze erneut ein Thema. Da auf die für 2020 einst angedachten 22 Rennen keine Aussicht mehr besteht, drohen vor allem die kleinen Teams finanziell in Notlage zu geraten. Ohne die Ausschüttung des zu großen Teilen aus den Antrittsgeldern der Rennen bestehenden Preisgeldtopfes zum Ende der Saison, könnte einigen sogar der Bankrott drohen.

Deshalb drängen einige Parteien schon seit Wochen darauf, den Budget Cap von den geplanten 175 Mio US-Dollar noch weiter herabzusetzen. Vor allem Ferrari sträubt sich bisher dagegen, da Maranello bei einem noch strenger limitierten Budget Mitarbeiterentlassungen fürchtet. Beim Meeting am Donnerstag kamen nun diverse neue Ansätze auf den Tisch.

Die Budgetobergrenze soll schrittweise herabgesetzt werden. Der Plan sieht vor, 2021 mit 145 Mio US-Dollar zu beginnen und 2022 auf 130 Mio US-Dollar zu gehen. Der Tenor soll angesichts dieses Vorschlages positiv ausgefallen sein, zu einer definitiven Entscheidung gelangte man allerdings nicht.

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Neuer Plan: Aerodynamik-Handicap für Top Teams

Des weiteren wurde eine neue Regelung zur Erhöhung der Chancengleichheit ins Spiel gebracht, in Form eines Entwicklungs-Handicap. Demnach soll das Abschneiden in der Weltmeisterschaft eines Teams darüber entscheiden, wie die Ressourcen in der Aerodynamik-Entwicklung im Jahr darauf genutzt werden dürfen.

Ein Top-Team würde dementsprechend bei Windkanal und CFD-Arbeit stärker eingeschränkt werden, als ein Rennstall auf den hinteren Positionen. Dies soll den kleineren Teams die Möglichkeit geben, Entwicklungsrückstände mit Arbeitsleistung statt mit Budget aufzuholen. Spruchreif ist dieser erste Vorschlag allerdings noch nicht.


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