Formel 1

Formel 1 Brasilien, Leclerc enttäuscht sich selbst: P1 war drin

Strafe hin oder her, Charles Leclerc wollte seinen Ferrari im Brasilien-Qualifying auf P1 stellen. Die Chance dazu macht er sich selbst kaputt.
von Markus Steinrisser

Motorsport-Magazin.com - Ja, natürlich muss Charles Leclerc den Grand Prix von Brasilien am Sonntag von außerhalb der Top-10 aufnehmen. Das war von vornherein klar, als er aufgrund eines Motorwechsels an seinem Ferrari an diesem Wochenende zehn Strafplätze kassierte.

Mit einer Qualifying-Bestzeit hätte es aber noch Platz elf werden können. Die holte sich aber Max Verstappen, vor Sebastian Vettel und Lewis Hamilton. Leclerc wurde mit über zwei Zehnteln Rückstand auf Verstappen und einer Zehntel Rückstand auf seinen Ferrari-Kollegen Vettel schwer enttäuschter Vierter, das macht für das Rennen nur mehr Startplatz 14. Und Leclerc ist sauer - mal wieder auf sich selbst.

Leclerc-Ärger: Großer Q3-Fehler ruiniert Pole-Chance

"Ich glaube nicht, dass die Pole außer Reichweite war", ärgert sich Leclerc nach dem Qualifying. Der Ferrari-Pilot ist mittlerweile schon für seine sehr selbstkritische Art bekannt, und am Samstag lautet sein Fazit wieder typisch: "Ich bin sehr enttäuscht von mir selbst heute."

"Auf meiner ersten schnellen Runde habe ich einen ziemlich großen Fehler in der letzten Kurve eingebaut, der hat mich mindestens drei Zehntel gekostet", ist sich Leclerc sicher. Er war in Q3 in der engen Bergauf-Linkskurve zu Beginn des dritten Sektors mit der rechten Fahrzeugseite und damit mit beiden Reifen aufs Gras gekommen. Keine Traktion bedeutete einen großen Zeitverlust.

"Ganz meine Schuld, das Team hat großartige Arbeit verrichtet", sagt Leclerc. In den Sektoren eins und zwei sei die Runde noch großartig gewesen. "Mit dem Auto konnte man um Pole kämpfen, und ich habe den Job im Auto nicht erledigt." Max Verstappens zweite Q3-Runde, mit der sich der Holländer die Pole sicherte, war eine 1:07.508 - nur 0.220 Sekunden schneller als Leclercs Bestmarke.

Leclerc nach Strafe mit Alternativ-Strategie für Start

Was geht also von Platz 14 aus noch? Mit einem neuen Verbrennungsmotor, der jetzt nur noch zwei Rennen halten muss, hat Leclerc jedenfalls einen kleinen Leistungsvorteil - anders als die Konkurrenz muss er mit seinem frischen Motor kaum mehr haushalten. Und von Platz 14 aus ist es kein langer Weg mehr bis ans Ende der Spitzengruppe. "Aber in den Top-sechs zu kämpfen wird sehr schwer", dämpft Leclerc seine Chancen. Schon am Freitag zeigte er sich nicht optimistisch, was das Überholen betraf.

Helfen könnte Leclerc die Reifenstrategie: Als einziger Pilot entschied er sich in Q2 für die Medium-Reifen, alle anderen Top-Piloten griffen zu den Soft-Reifen. Für Leclerc also die Chance auf einen langen ersten Stint - mit etwas Glück, wie zum Beispiel durch ein Safety Car, könnte das noch zu einem Vorteil werden, und bietet jedenfalls Strategie-Optionen für Ferrari.

Leclerc kämpft um WM-Platz drei: Volle Attacke!

Auf der Strecke darf Leclerc jedenfalls nicht trödeln, das weiß er genauso. "Volle Attacke", gibt er nach dem Qualifying als Devise aus. "Natürlich macht es auch Spaß, sich von hinten durchzukämpfen, aber wenn du um Platz drei in der WM kämpfst, ist es weniger lustig", lächelt er gequält. "Aber so ist das Leben, ich werde versuchen, es so weit es geht zu genießen und mich zurück zu kämpfen."


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