Formel 1

Formel 1 Singapur 2019, Vettel hadert mit Verkehr und Longruns

Sebastian Vettel hadert beim Singapur-Auftakt mit Verkehr und Longruns. Die neuen Teile am Ferrari funktionieren dafür tadellos. Leclerc mit Problemen.
von Christian Menath

So richtig wusste man bei Ferrari am Freitag des Singapur GP nicht, was man mit den ersten beiden Trainings anfangen sollte. Erst legte ein Getriebeschaden Charles Leclerc im 1. Freien Training lahm, am Nachmittag schien der SF90 zu lahmen.

Sebastian Vettel landete zwar auf Rang drei, hatte aber schon acht Zehntelsekunden Rückstand auf die Bestzeit von Lewis Hamilton. Charles Leclerc sortierte sich mit 1,2 Sekunden Rückstand nur auf Rang sechs ein.

"Auf eine Runde geht aber sicher noch mehr", verspricht Vettel. Der Deutsche wurde auf seiner ersten schnellen Runde von Kevin Magnussen behindert, musste den Versuch abbrechen. Seine persönliche Bestzeit fuhr er erst auf der dritten gezeiteten Runde.

Dass Vettel seine erste schnelle Runde abbrechen musste, ist nicht nur für die Statistik schlecht. "Es ist schade, dass ich kein Gefühl dafür bekommen konnte, wie sich der Reifen auf der ersten Runde von Anfang bis Ende verhält", klagt Vettel.

Ferrari gehen Reifen auf eine Runde ein

Insgesamt 23 Kurven zählt der Marina Bay Street Circuit. Bei einer solchen Fülle an Kurven wird der Reifenverschleiß schon auf eine Runde problematisch - vor allem für Ferrari. Die Italiener haben in dieser Saison etwas mehr Probleme, die Reifen am Leben zu halten.

"Die Warmup-Runde ist hier sehr wichtig und dann, wie sehr und wo man attackiert", bestätigt Vettel und fügt konsterniert an: "Im Idealfall könnte man überall attackieren..." Doch das geben die sensiblen Pirelli-Pneus in Verbindung mit dem Reifenfresser SF90 nicht her.

Leclerc: Getriebeschaden nicht als Ausrede

Charles Leclerc hatte derweil ganz andere Probleme. Aufgrund des Getriebeschadens im 1. Training konnte er etwas weniger Runden drehen. "Auf einem Stadtkurs sind viele Runden immer wichtig", klagt Leclerc.

Als Ausrede will er die mangelnde Praxis aber nicht gelten lassen: "Ich habe mich im 2. Training einfach nicht wohl gefühlt. Ich muss an mir arbeiten, ich war noch nicht da, wo ich sein sollte. Ich hatte aber schon viel schwierigere Freitage, ich werde heute hart arbeiten, um mich selbst zu verbessern. Bislang ist mir das für Samstag immer gelungen."

Immerhin: Eine Strafe muss Leclerc aufgrund seines Getriebeschadens nicht fürchten. Die am Freitag verbauten Einheiten kommen das restliche Wochenende ohnehin nicht zum Einsatz. Erst ab Samstag sind die Renngetriebe in Betrieb.

Neue Teile machen Vettel Mut

Obwohl Vettel den Abstand auf eine Runde nicht überbewerten will, ist er mit dem Freitag dennoch nur mäßig zufrieden. "Die Balance ist noch nicht ganz da, die Vorderachse macht noch nicht ganz das, was sie soll", erklärt der viermalige Formel-1-Weltmeister. "Auf mehrere Runden tun wir uns schwer, das Auto ist nervös und rutscht zu viel. Das kostet direkt viel Zeit, wenn man nicht ganz das Vertrauen hat, weil das Auto nicht dorthin lenkt, wo man hin will."

"Das Übliche", fasst Vettel zusammen. Ganz das Übliche war es aber nicht. Immerhin hatte Ferrari neue Teile im Gepäck. "Die haben alle funktioniert, das ist die gute Nachricht", freut sich der 32-Jährige.


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