Formel 1

Formel 1, Qualifying-Farce in Monza: Charles Leclerc holt Pole

Charles Leclerc startet beim Formel-1-Rennen in Italien am Sonntag von der Pole Position. Lewis Hamilton knapp geschlagen. Qualifying endet mit Lachnummer.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Charles Leclerc hat die Tifosi mit der Pole Position im Qualifying der Formel 1 in Monza ein weiteres Mal jubeln lassen. Der Ferrari-Pilot setzte sich in einem engen Duell gegen Weltmeister Lewis Hamilton und dessen Mercedes-Teamkollegen Valtteri Bottas durch. Für den Monegassen ist es die vierte Pole seiner Karriere. Sebastian Vettel wurde in einem am Ende bizarren Zeittraining Vierter.

Das Ferrari-Duo eröffnete das finale Q3 auf dem Autodromo Nazionale di Monza. Vettel fuhr als Windschatten-Geber zunächst vor, gefolgt von Leclerc und Räikkönen. Der Deutsche verbremste sich jedoch bei der Anfahrt auf die erste Schikane und musste durch den Notausgang. Danach folgte ihm das Renault-Duo statt dem Teamkollegen.

Vettel legte dennoch die erste Zeit vor. Leclerc und Hamilton waren auf ihren ersten Runs aber schneller und verdrängten den Heppenheimer von der Spitze. Dahinter brachten nur noch Ricciardo, Hülkenberg und Sainz eine gezeitete Runde zustande.

Räikkönen verlor in der Parabolica das Heck und schlug rückwärts ein. Zur Bergung des havarierten Alfa Romeo musste die Session mit der roten Flagge unterbrochen werden. Mit sechs Minuten Restzeit wurde das Zeittraining wieder freigegeben. Im Kampf um den beliebten Windschatten ging sofort das Bummeln zwischen den übrigen neun Piloten los.

Tatsächlich schaffte es am Ende nur noch Sainz vor Ablauf der Zeit über die Linie, der die Initiative ergriffen und sich des Bummelzuges entledigt hatte. Alle anderen Piloten wurden abgewunken und konnten keine Zeit mehr fahren.

Leclerc geht damit am Sonntag vor Hamilton, Bottas und Vettel ins Rennen. Die Top-10 komplettierten Ricciardo, Hülkenberg, Sainz, Albon, Stroll und Räikkönen. Letzterer muss nach seinem Unfall aber um eine Getriebestrafe fürchten und wird aufgrund des Schadens am Auto unter Umständen sogar aus der Boxengasse starten müssen.

Qualifying - Session 3
Zwischenfälle: Rote Flagge nach Unfall von Räikkönen in der Parabolica
Top-5: Leclerc, Hamilton, Bottas, Vettel, Ricciardo

Q2 in Italien: Hamilton übertrumpft Leclerc

Das war Q2: Alle 15 im Qualifying verbliebenen Piloten setzten für das Q2 auf den Soft-Reifen. Das Mercedes-Duo legte die ersten schnellen Runden vor, konnte die Spitze jedoch nicht behaupten. Bottas wurde erst von Hamilton und dann von Vettel und Ricciardo verdrängt. Der Weltmeister blieb aber nur kurz an der Spitze, bevor Leclerc ihn um anderthalb Zehntelsekunden distanzierte.

Das Ferrari-Duo absolvierte zum Schluss nur noch die Generalprobe für das Finale und brach die schnellen Runden im letzten Sektor ab. Hamilton hingegen zog seinen Run durch und eroberte Platz eins von Leclerc zurück. Knapp eine Zehntel knüpfte der Brite dem Monegassen ab. Im Kampf um die Top-10 wurde es für einige Piloten derweil nochmal eng.

Während Ricciardo in der Spitzengruppe sicher war, lag Hülkenberg mit neun Zehnteln Rückstand auf die Bestzeit nicht in Schlagdistanz zu den Top-Teams. Der Deutsche verbesserte seine Zeit im letzten Anlauf noch einmal. Als Achter löste er zwar sein Ticket für das Q3, mit fünf Zehnteln lag er aber deutlich hinter dem Teamkollegen. Räikkönen schaffte es als Zehnter ebenfalls gerade so, nachdem er durch einen Fahrfehler im ersten Run zunächst ohne Zeit geblieben war.

Qualifying - Session 2
Zwischenfälle: Räikkönen rutschte auf seinem ersten Run in der ersten Lesmo ins Kiesbett
ausgeschieden: Giovinazzi, Magnussen, Kvyat, Norris, Gasly
Top-5: Hamilton, Leclerc, Vettel, Ricciardo, Bottas

Q1 in Italien: Hülkenberg überrascht mit Platz zwei

Das war Q1: Das Mittelfeld eröffnete das Qualifying und legte sofort mit den für Monza typischen Windschattenspielchen los. Bereits auf der ersten Outlap gab es vor Parabolica einen kleinen Stau. Das Ferrari-Duo wagte sich nach fünf Minuten als erstes der drei Top-Teams unter dem Jubel der Tifosi auf die Strecke.

Als einzige Piloten im Feld setzten Leclerc und Vettel im Q1 auf den Medium-Reifen. Die Spitze markierte deshalb zunächst Hülkenberg, gefolgt von Ricciardo und Albon. Etwas überraschend scheiterten Bottas und Hamilton auf ihren ersten Runs an der Bestzeit Hülkenbergs. Leclercs zweiter Run auf dem härteren Reifen reichte gerade so, um Hülkenberg zu verdrängen.

Vettel war zweieinhalb Zehntel langsamer als der Teamkollege und fuhr noch eine dritte schnelle Runde auf Medium, inklusive Windschatten von Leclerc. Nach zwei persönlichen Sektorbestzeiten musste er die Runde jedoch abbrechen. Perez war in der Curva Grande stehengeblieben, woraufhin die Session unterbrochen werden musste. Nach einer kurzen Pause ging es mit viereinhalb Minuten auf der Uhr weiter.

Vettel rückte in der Schlussphase noch einmal auf Soft aus, fuhr aber keine schnelle Runde. Verstappen rollte in der Schlussminute in langsamer Fahrt um den Kurs und meldete einen Leistungsverlust. Der Niederländer schaffte es zwar aus eigener Kraft zurück, blieb aber ohne Rundenzeit auf dem letzten Platz. Ebenfalls ausgeschieden waren Grosjean, Perez, Russel und Kubica.

Qualifying - Session 1
Zwischenfälle: Rote Flagge nachdem Perez in Kurve drei ausgerollt war
ausgeschieden: Grosjean, Perez, Russell, Kubica, Verstappen
Top-5: Leclerc, Hülkenberg, Bottas, Hamilton, Ricciardo

Das Wetter: Nach dem fast durchgehend verregneten Freitag war es im Qualifying wie von den Meteorologen prognostiziert trocken. Bei leichter Bewölkung herrschten 22 Grad Celsius Luft- und 37 Grad Celsius Asphalttemperatur.


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