Formel 1

Formel 1, Wolff: Racing an der Grenze zu dreckig, aber gut so

Hartes Racing: Silverstone war Werbung für die Formel 1. Toto Wolff gefällt das, gerne auch an der Grenze zu dreckigen Moves. Aber bitte nicht bei Mercedes.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Valtteri Bottas gegen Lewis Hamilton, Charles Leclerc gegen Max Verstappen. Der Großbritannien GP der Formel 1 in Silverstone lieferte spektakuläres Racing. So verdient sich die F1 ihren Nimbus als Königsklasse des Motorsports. Das Timing? Perfekt - nach zuvor gleich einigen Grands Prix mit großen Diskussionen um diverse Manöver und Strafen.

Bereits in Österreich kam es zum ersten Akt. Verstappen im brisanten Duell mit Leclerc. Hochumstritten. Keine Strafe. In Silverstone knüpfte eben jenes Duo genau dort wieder an. Dieses Mal nur andersherum. Leclerc hatte aus Spielberg gelernt, wehrte sich mit exakt denselben Mitteln, die Verstappen in Spielberg eingesetzt hatte, um sich zu behaupten.

Wolff: Hartes Racing in der Formel 1 erlaubt

Für Toto Wolff ist spätestens jetzt offensichtlich: Ein gewisser Wandel hat Einzug gehalten. Etwas härter ist jetzt gestattet. Die Stewards hätten die Szenen weiter ganz genauso gehandhabt wie in Österreich. "Hartes Racing ist erlaubt", sagt der Mercedes-Teamchef. Wolff hat beobachtet: "Du kannst jemanden rausdrücken wenn du aus einer Kurve fährst." Für den Wiener ist das auch in Ordnung. "Ich denke, dass es auch in den Meisten anderen Serien erlaubt ist", sagt Wolff.

"Es muss zwischen den Teams auch so sein. Team gegen Team ist das, was wir und die Fans sehen wollen. Es ist hartes Racing", betont der Österreicher. Die Betonung liegt dabei jedoch vor allem auf den drei Wörtern 'zwischen den Teams'. Teamintern will Wolff gewisse Dinge bei Mercedes nicht sehen. "Ich möchte in einem teaminternen Kampf nichts davon sehen", so Wolff über das beschriebene Herausdrücken.

Grenze zu dreckig erreicht, aber gut so

Doch so weit seien Lewis Hamilton und Valtteri Bottas in ihrem Zweikampf zu Rennbeginn ohnehin nicht gegangen. "Ich glaube, diese Jungs wissen ohne Zweifel, wie man gegeneinander fährt. Wir haben das jetzt in vielen Fällen zwischen Valtteri und Lewis gesehen. Sie respektieren sich neben der Strecke und sie respektieren sich auf der Strecke", lobt Wolff seine Fahrerpaarung.

Das Silberpfeil-Duell sei dennoch kaum minder spektakulär gewesen. "Ich fand das Racing zwischen den beiden wirklich sehr gut, auf jeden Fall sehr unterhaltsam. Niemand kann da sagen, dass es keine harte Verteidigung war", sagt Wolff. Der entscheidende Unterschied zu anderen Duellen in Silverstone: "Es war nicht dreckig. Ich denke, was wir zwischen einigen anderen Fahrern gesehen haben, das war an der Grenze zu dreckig."

Mercedes: Teamintern muss es komplett sauber bleiben

Diesen Schritt weiter könne man es ja auch gerne treiben. "Meinetwegen - wenn du gegen ein anderes Team fährst", stellt Wolff klar. "Es steckt immer ein wenig Unanständigkeit in uns, die wir auch da draußen sehen wollen. Im Rennsport ist es gut, wenn die Fahrer gegeneinander antreten. Aber nicht innerhalb des Teams."


Weitere Inhalte:
Wir suchen Mitarbeiter
Mitarbeiter Motorsport Designer Journalismus Programmierer Video