Formel 1

Formel 1, Rennleiter widerspricht Perez: War so abgesprochen

Formel-1-Rennleiter Michael Masi versteht den Ärger von Racing-Point-Fahrer Sergio Perez über seine Strafe beim Frankreich GP nicht. Lange abgesprochen.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Sergio Perez schäumte nach dem vergangenen Frankreich GP. Hintergrund: Der Mexikaner hatte eine Zeitstrafe kassiert, weil er im zweiten Kurvenkomplex nach dem Start die Strecke verlassen hatte und durch das Abkürzen Positionen gewann.

So weit, so verständlich. Allerdings erhielt Perez die Strafe, obwohl er sich bei seiner Fahrt durch die Auslaufzone völlig der 'Race Notes' von FIA-Rennleiter Michael Masi verhielt. Diese verlangten an dieser - wie auch anderen - Stelle das Umfahren eines Pollers.

In der betreffenden Kurve ein gewaltiger Umweg. Dennoch gewann 'Checo' Positionen. "Ich habe die Regeln befolgt und wenn das dann schneller ist, ist das nicht mein Problem", meinte der Mexikaner dazu und ließ noch diverse andere scharfe Aussagen folgen.

Nach dem Rennen bezog Masi selbst Stellung zum Perez-Ärger und verteidigte die ausgesprochene Strafe. So wunderte sich der Australier zunächst über Perez' Aussagen, weil die Fahrer selbst im Fahrerbriefing doch um eine Bestrafung in solchen Fällen gebeten hätten.

Generell gelte ohnehin: "Der alles überragende Punkt ist, dass wenn jemand wieder auf die Strecke kommt, er das sicher machen muss und keinen anhaltenden Vorteil gewinnen darf." Sicher war Perez' Rückkehr, doch machte er eben Boden gut.

Formel 1 2019: Team für Team nach dem Frankreich GP: (16:03 Min.)

Das hätte er selbst jedoch gar nicht sehen können. Bei Ansicht seine Onboard eine nachvollziehbare Position. Doch spielte das faktisch keine Rolle. Den Vorteil hatte Perez, ob er davon wusste oder nicht. "Wenn man sich die Onboard von Lance Stroll ansieht, der direkt hinter ihm war, dann sieht man, dass Perez sich verbremst, nach links fährt, um den Poller und dann vor Albon und Magnussen wieder herauskommt", berichtet Masi.

Schon nach Monaco habe man im Fahrerbriefing über genau dieses Thema gesprochen und sei sich einig geworden, ja sogar nach Bitte der Fahrer, man müsse in solchen Fällen hinter dem Punkt wieder auf die Strecke kommen, den man vorher gehalten habe, so Masi.

Doch wieso dann keine Anweisung an Perez, die Positionen zurückzugeben statt gleich eine Strafe auszusprechen? Von selbst darauf kommen konnte der Mexikaner wie beschrieben eben kaum. Weil erneut die Fahrer selbst genau diese Anweisung nur für die explizit erste Kurve gewollt hätten, so Masi weiter.

"Wir hatten in Kanada eine offene Diskussion und sie meinte alle, man müsse irgendwo die Linie ziehen. Sie sagten: 'Sobald wir aus dem ersten Abschnitt heraus sind werden wir mit der Entscheidung leben.'"

Verhindern können hätte Perez seine Strafe nur, wenn er sich entschieden hätte, sich wieder hinter die Albon und Magnussen zurückfallen zu lassen. "Ich denke, dann hätten wir befunden, dass er sich seinen Nachteil schon selbst geschaffen hat." Doch dafür hätte Perez es eben im hektischen Startgetümmel überhaupt sehen und wissen müssen.


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