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Formel 1: Ferrari zieht Einspruch gegen Vettel-Strafe zurück

Ferrari verfolgt den Einspruch gegen Sebastian Vettels Strafe beim Kanada GP nicht weiter. Darum waren die Erfolgsaussichten ohnehin minimal.
von Christian Menath

Motorsport-Magazin.com - Nun ist der große Aufreger des Kanada GP 2019 zumindest teilweise offiziell beendet. Nach Informationen von Motorsport-Magazin.com verfolgt Ferrari den angekündigten Einspruch gegen die Strafe, die in Montreal gegen Sebastian Vettel ausgesprochen wurde, nicht weiter. Update vom 14.06.2019: Allerdings hält sich Ferrari eine Hintertür offen. Mehr dazu im Abschnitt "Ferrari sucht weiter: Neue Beweise?"

Vettel hatte beim siebten Saisonrennen der Formel-1-Saison 2019 nach einem kleinen Fahrfehler die Strecke verlassen und kam anschließend über das Gras zurück auf die Strecke. Weil sich Lewis Hamilton schon vor dem Ausritt direkt hinter ihm befand, kam es bei der Rückkehr auf die Strecke fast zum Unfall.

Hamilton tippte zunächst beim Herausbeschleunigen aus der Schikane die Bremse an und musste anschließend richtig in die Eisen steigen und die Strecke mit allen vier Reifen verlassen, um einen Unfall zu vermeiden.

Die Stewards belegten Vettel noch im Rennen mit einer Zeitstrafe von fünf Sekunden. Diese warf ihn im Ziel auf Rang zwei hinter Lewis Hamilton zurück. Vettel schäumte anschließend vor Wut, stellte die Entscheidung sowie die Regeln der Formel 1 in Frage.

Ferrari stellte sich hinter Vettel und formulierte eine Absichtserklärung, gegen die Entscheidung angehen zu wollen. Ab diesem sogenannten 'Intention to Appeal' hatte Ferrari 96 Stunden - also bis Donnerstag nach dem Grand Prix - Zeit, um einen formellen Einspruch auszuarbeiten. Diese Frist ließ Ferrari verstreichen.

Ferrari sucht weiter: Neue Beweise?

Trotzdem ist der Fall nicht ganz ausgestanden. Denn Ferrari gibt noch nicht auf: Teammanager Laurent Mekies sucht derweil weiter, ob man neue, entlastende Beweise vorlegen kann. Sollte Ferrari solche 'signifikanten und relevanten neue Elemente' finden, dürfen diese unabhängig vom verstrichenen Einspruch vorgebracht werden.

Ferrari darf sich dabei maximal 14 Tage nach Veröffentlichung des finalen Rennergebnisses Zeit lassen. Diese Frist verstreicht somit am Montag um 00:50 Uhr nach dem Frankreich GP. Wenn Maranello etwas finden sollte, müssen die Stewards zuerst darüber beraten, ob es sich tatsächlich um neue Beweise handeln sollte.

Normalerweise geschieht das in einer Telefonkonferenz mit den Stewards der betreffenden Entscheidung. Allerdings kann die FIA, wenn es dabei Probleme geben sollte, auch andere Stewards einsetzen.

Wenn tatsächlich neue Beweise aufgetaucht sein sollten, wird der Fall noch einmal bewertet. Falls nicht, ist die Sache damit endgültig beendet. Dass Ferrari noch relevante, neue Beweise vorbringen kann, die während des Rennens noch nicht zur Verfügung standen, ist schwer zu glauben. Die Stewards hatten neben Videoaufzeichnungen auch schon Telemetriedaten zur Verfügung.

Vettel-Strafe im Einklang mit Formel-1-Reglement

Auch wenn es von vielen ehemaligen Fahrern Kritik an der Entscheidung der Stewards gab, so war auch ein positiver Ausgang des eigentlichen Einspruchs sehr unwahrscheinlich. Selbst wenn die Strafe gegen den Sinn des Formel 1 war, sie war völlig im Einklang mit dem geltenden Reglement, das den Stewards kaum mehr Ermessensspielraum gibt.

Dabei standen sich zwei Leitlinien des Stewarding gegenüber: Auf der einen Seite forderten die Formel-1-Protagonisten in den vergangenen Jahren immer mehr klare Richtlinien. Sie wollen im Vorhinein genau wissen, welche Strafe für welches Vergehen ausgesprochen wird.

Auf der anderen Seite gibt es seit einigen Jahren die 'Let them race' Prämisse. Danach sollen im Zweifel lieber keine Strafen mehr ausgesprochen werden. Allerdings bezieht sich das nur auf Fälle, in denen die Schuldfrage unklar ist. Hamilton hätte dabei in Kanada zumindest eine Teilschuld treffen müssen - was nicht der Fall war.

Formel 1 Kanada: War die Strafe gegen Vettel berechtigt?: (19:57 Min.)


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