Formel 1

Formel 1, Red Bull geschockt: Mercedes schlagen fast unmöglich

Red Bull reibt sich nach dem Training zum Spanien GP 2019 die Augen: Wie kann Mercedes plötzlich derart überlegen sein? Probleme mit Balance und Motor.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - "Das schaut nicht gut aus", resümiert ein regelrecht schockierter Dr. Helmut Marko nach den ersten Freien Trainings zum Spanien GP 2019 am Freitag in Barcelona. Gerade hatte der Red-Bull-Berater eine große Mercedes-Show in Katalonien mitansehen müssen. Bestzeit in beiden Sessions, im FP2 0,75 Sekunden vor Max Verstappen, fast eine ganze vor Pierre Gasly.

"Das war ja fast eine Sekunde Vorsprung. Und die waren auf beiden Reifen so schnell. Vor allem auch bei den Longruns. Da war es am krassesten", staunt der Grazer ungläubig. Dabei hatte Red Bull mit dem Europa-Auftakt eigentlich gehofft, in Schlagdistanz zu gelangen. Doch danach sieht es nach der jüngsten Update-Welle gerade absolut nicht aus.

Marko: Balance stimmt noch nicht

"Gut, wir sind noch nicht aussortiert", ergänzt Marko dann. Doch selbst an diese letzte Hoffnung glaubt Marko selbst nicht recht: "Diese Zeitdifferenz gutzumachen, wird fast unmöglich!" Doch woran liegt der nun offenbar sogar gewachsene Rückstand mehr? Mercedes' durchaus großem Update-Paket oder einem noch nicht idealen Setup am RB15?

Formel 1 2019: 5 Brennpunkte vor dem Spanien GP: (10:22 Min.)

"Sagen wir mal, wir haben nicht den Schritt nach vorne gemacht. Aber es ist der erste Trainingstag, da können wir schon noch hoffen, dass wir noch näher rankommen", sagt Marko zu Motorsport-Magazin.com. Dennoch spricht der Motorsportberater mehrfach von einer Ernüchterung.

Red Bull: Spanien-Updates ein Flop?

Versagt haben sollen die bei Red Bull gegenüber der Konkurrenz kleineren Neuerungen deshalb aber nicht. "Beim Back-to-back-Test hat es funktioniert, nur im Gesamtpaket noch nicht", erklärt Marko. Generell stimme einfach die Balance von Vorder- zu Hinterachse noch nicht ideal.

"Die Ingenieure werden sich darüber jetzt die Köpfe zerbrechen und hoffentlich eine Lösung finden", sagt Marko. "Ich hoffe, dass wir das über Nacht verbessern können." Was ihn dabei positiv stimmt, klingt einmal mehr wenig prickelnd für einen seiner Fahrer. "Der Gasly ist ja relativ knapp am Verstappen dran. Das zeigt, dass vor allem am Verstappen-Auto noch einige Probleme sind", meint Marko.

Gasly: Für mich stimmt die Balance schon

Tatsächlich zeigte sich Gasly selbst auch relativ zufrieden. "Das Update ist insgesamt ein Fortschritt, aber natürlich willst du als Fahrer immer noch mehr. Ich bin mit der Balance und dem Fahrverhalten des Autos allerdings schon recht zufrieden. Ein bisschen mehr Grip wäre noch ganz gut, aber es ja auch erst der erste Tag hier", sagt der Franzose. Man müsse das neue Paket eben noch genau verstehen.

"Max hat heute ja auch noch ein paar andere Sachen und Teile probiert. Wir müssen das jetzt analysieren und schauen, welches Paket besser funktioniert, um das Maximum herauszuholen", ergänzt Gasly. Die Konkurrenz sieht allerdings auch er extrem stark. "Mercedes und Ferrari ist ein ziemlich großer Schritt gelungen. Da müssen wir uns wirklich verbessern", fordert Gasly.

Ölleck legt Verstappen lahm: Vorzeitiger Motorwechsel

Teamkollege Max Verstappen unterdessen erwischte obendrein aus völlig anderen Gründen einen durchwachsenen Tag. Im ersten Training stand sein Red Bull plötzlich aufgebockt an der Box, emsig wuselten Honda- und RBR-Ingenieure ums Heck. "Da hat es ein Ölleck gegeben", erklärt Marko bei Motorsport-Magazin.com.

Die Folge: Für das zweite Training wechselte man die Power Unit. Allerdings nur eine Sicherheitsmaßnahme, beteuert Marko. Noch dazu handelte es sich im ersten Training ohnehin 'nur' um Spec-1, wie Honda berichtete. Die bessere Spec-2 sollte ohnehin erst für den Samstag eingebaut werden. . "Daher ist der Motorwechsel bei Max nur um eine Session vorgezogen worden", erklärt Hondas Toyoharu Tanabe.

Verstappen selbst sieht die ausgefallene Zeit im FP1 zudem als mitverantwortlich für die seitens Marko vor allem an Verstappens RB15 verorteten Balance-Probleme. "Auch dadurch sind wir in Sachen Setup für die zweite Session etwas ins Hintertreffen geraten", sagt Verstappen. "Wir müssen also noch etwas Pace finden, aber wir haben ja die ganze Nacht und genügend Daten dafür. Auch mit den Updates hatte ich ein gutes Gefühl, genauso mit den Reifen."


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