Formel 1

Formel 1, Red Bull verzichtet: Keine große B-Spec für Spanien

Red Bull entzieht sich in Spanien dem Upgrade-Wahnsinn. Kleine Neuerungen am RB15 von Verstappen und Gasly sollen die Lücke zu Ferrari & Mercedes schließen.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Die Formel-1-Teams bringen für das Rennen in Spanien traditionell die ersten großen Updates. Bei Meistern der Weiterentwicklung fällt das Paket für Barcelona allerdings nicht so umfangreich aus wie gewohnt. Die Neuerungen am Red Bull sind laut Teamchef Christian Horner überschaubar. Vom RB15 gibt es anders als von seinem Vorgänger zu diesem Zeitpunkt der Saison kein B-Spec.

"Es ist ziemlich unauffällig und nur eine Evolution", so Horner. 2018 hatte das Team für Barcelona eine große Generalüberholung angesetzt. In diesem Jahr wird der Europa-Auftakt in Sachen Weiterentwicklung für Red Bull ein Rennen wie jedes andere. "Es werden nur die üblichen Front- und Heckflügel-Upgrades."

Die ersten Saisonrennen verliefen für Red Bull vielversprechend. Der erste Bolide nach der Eheschließung mit Honda lief bis auf einen Defekt bei Pierre Gasly in Baku stabil. Max Verstappen liegt in der Weltmeisterschaft mit 36 Punkten Rückstand auf Leader Valtteri Bottas immer noch in Schlagdistanz.

Verstappen viermal Vierter: Horner gelangweilt

Die Lücke zu Mercedes und Ferrari ist längst nicht so groß wie vor zwölf Monaten, als Red Bull in den Rennen teilweise bis zu einer Minute auf die Konkurrenz einbüßte. "Die gesamte Entwicklung ist auf unterschiedliche Aspekte der Balance und des Reifenabbaus fokussiert, sagt Horner. Bis auf einen Setup-Ausrutscher in Bahrain war Red Bull in Reichweite zum Podest.

"Bahrain war für uns ein schwieriges Rennen, aber ich denke es hat eigentlich ein paar Dinge offenbart, die wir seitdem verbessern konnten", zieht Horner etwas Positives aus dem einzigen nicht ganz nach Plan verlaufenen Wochenende. Unter dem Strich stimmte das Ergebnis auch dort.

Nach dem dritten Platz beim Saisonauftakt in Melbourne wurde Verstappen zuletzt dreimal Vierter. "Max hat seit Kanada letztes Jahr einen anderen Gang eingelegt", lobt Horner seinen Teamleader. "Wie er seitdem gefahren ist, war sehr beeindruckend. In Bahrain endete für ihn ein Lauf von sechs Podien in Folge."

Mit etwas mehr Glück wäre in Bahrain und in Baku weiteres Edelmetall drin gewesen. In beiden Rennen waren es jeweils Safety-Car-Phasen, die Verstappens Vormarsch stoppten. "Es wird langsam etwas langweilig", meint Horner mit Blick auf die Serie von Blechmedaillen in den letzten Rennen. "Wir wollen wieder um das Podium kämpfen."

Nach Formel 1 in Baku: Wie gut ist Ferrari wirklich?: (18:45 Min.)

Red Bull hofft auf Europa-Aufschwung: Gute Strecken für RB15

Verstappen will in Barcelona weiter dafür sorgen, dass er in der Weltmeisterschaft weiter auf dem richtigen Weg bleibt. "Die Hauptsache ist für uns, weiter unsere Ergebnisse zu maximieren und dabei hoffentlich den Rückstand zu den Meisterschaftsführenden aufzuholen", so der Niederländer, der 2016 in Barcelona sensationell sein erstes Rennen für Red Bull im Alter von nur 18 Jahren gewann.

"Es ist hier immer etwas Besonderes für mich", sagt Verstappen. Wie der RB15 ohne eine Rundumerneuerung gegen die Konkurrenz abschneidet, bleibt für ihn abzuwarten: "Alle bringen neue Teile für ihre Autos. Es wird interessant zu sehen, wie konkurrenzfähig wir sein können."

2018 gewann Red Bull in Monaco dank Daniel Ricciardo das erste Mal im Jahr ein Rennen aus eigener Kraft. Horner ist zuversichtlich, dass die Chancen auf den ersten Honda-Sieg in der Hybrid-Ära mit den kommenden Rennen steigen werden: "Ich denke, wir können uns auf die Rückkehr nach Europa freuen. Es kommen ein paar Kurse, die uns hoffentlich liegen."


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