Formel 1

Formel 1, Leclerc gibt Teamplayer: Kein Frust wegen Australien

Charles Leclerc äußert sich in Bahrain zum Ferrari-Angriffsverbot auf Sebastian Vettel in Australien. Außerdem: Wie kritisch ist die Scuderia-Form wirklich?
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Charles Leclerc bestreitet in Bahrain sein zweites Formel-1-Rennen für Ferrari. Die Wüste kommt für den Monegassen nach einem ziemlich durchwachsenen Einstand in Australien wie gerufen. In Sakhir hatte Leclerc 2017 in der Formel 2 für einen sensationellen Boxenstopp-Sieg im Sprintrennen gesorgt. Die Erinnerungen daran keimen beim Youngster allerdings nur kurz auf.

Vielmehr überwiegt noch immer der Ärger über Melbourne. Und das aus gleich mehreren Gründen. Für Leclerc steht dabei an vorderster Front ganz klar seine eigene Leistung. Bereits nach dem Qualifying war der Ferrari-Pilot dort bereits hart mit sich selbst ins Gericht gegangen. Diese Selbstkritik weitet Leclerc vor Bahrain nun auch auf das Rennen aus.

Charles Leclerc gelobt Besserung: Eigene Fehler abstellen

"Ich habe einige Fehler im Qualifying und während des Rennens gemacht", hadert Leclerc noch immer. "Im Q3 habe ich die Runde nicht wie ich wollte hingebracht und im Rennen denke ich, dass jeder meinen Ausritt gesehen hat", schildert der 21-Jährige. "Der hatte zum Glück keine Folgen für das Ergebnis, denn ich war sowieso Fünfter mit niemandem hinter mir, aber wäre die Situation anders gewesen, hätte es auch viel schlechter laufen können. Also muss ich daran arbeiten und will hier versuchen, diese Fehler nicht zu wieder holen. "

Keinen Groll hegt Leclerc dagegen wegen Ferraris Entscheidung für einen Nichtangriffspakt zwischen Sebastian Vettel und Leclerc gegen Rennende. "Deswegen gibt es auf meiner Seite keinen Frust", versichert Leclerc gut eineinhalb Wochen später. "Klar war es das erste Rennen, aber aus Teamsicht gab es nichts zu gewinnen. Es wäre genau dieselbe Anzahl Punkte gewesen - ob jetzt ich Vierter bin und Seb Fünfter ist, oder ich Fünfter und Seb Vierter."

Leclerc: Offene Fragen, aber kein fundamentales Problem bei Ferrari

Deshalb sei verständlich, dass Ferrari nicht das Risiko eines Zweikampfs habe eingehen wollen. "So hätten wir vielleicht nur noch mehr Punkte verloren, weshalb ich diese Entscheidung verstehen kann", sagt Leclerc. Hier herrscht also kein Ärger. Doch das "nur noch mehr " legt bereits nahe, dass dafür etwas anderes nicht stimmte - auch abseits der persönlichen Performance des Monegassen.

Formel 1 2019: Brennpunkte vor dem Bahrain GP: (08:02 Min.)

Gemeint ist damit natürlich die ebenfalls alles andere als ideale Ferrari-Form Down Under. Hat Ferrari in den knapp zwei Wochen bis Bahrain durch akribische Analyse den Stein der Weisen gefunden? Nachdem sich in Bahrain bereits Sebastian Vettel skeptisch gab, teilt diesen Eindruck auch sein Teamkollege. "Wir haben einige Antworten auf unsere Probleme, auch wenn wir noch nicht alle Antworten haben", gesteht Leclerc offen und ehrlich.

"Aber ich bin schon ziemlich zuversichtlich, dass das Team zwischen Melbourne und hier, den richtigen Job gemacht hat, damit wir uns verbessern. Wir erwarten, konkurrenzfähiger zu sein und ich halte unser Paket für stark", sagt Leclerc.

"Nach Barcelona hatten wir natürlich mehr erwartet, aber ich sehe noch jede Menge positive Aspekte. Zumal Melbourne auch kein ganz so repräsentativer Kurs für die Performance des Autos ist. Ich sehe keine fundamentalen Probleme mit dem Konzept des Autos. Darauf vertraue ich. Es geht nur um Feintuning."


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