Michael Schumacher kann nach den letzten beiden Rennen ein Lied davon singen: Wer am Start hinter einem langsameren Auto hängen bleibt, hat hinterher keine Chance mehr nach vorne zu fahren. Und genau jenes Schicksal wurde dem Deutschen - und in Silverstone auch Kimi Räikkönen - zuletzt zum Verhängnis.

Der 'Übeltäter' war in beiden Fällen der so genannten Super-Qualifyer Jarno Trulli, dessen Toyota im Renntrim allerdings bei Weitem nicht die Pace der Vorderleute mitgehen konnte und somit eine rollende Blockade darstellte.

"Er macht zwei Dinge", stellte McLaren-CEO Martin Whitmarsh in Hockenheim fest. "Trulli hält die Vordergruppe zusammen und er lässt das führende Auto oder die führenden Autos davonfahren - und das ist das Problem."

Denn sobald die schnelleren Fahrer hinter dem weiß-roten Toyota freie Fahrt haben, hat der Führende sich bereits einen riesigen Vorsprung herausgefahren.

"Ich stimme McLaren absolut zu", sagt B·A·R-Boss Nick Fry. "Man muss in der Startaufstellung vor Jarno Trulli stehen oder man sitzt fest. Wir starten gerne mit Renault und McLaren, da wir wissen, dass sie eine gute Pace haben und man so sehr schnell vom Rest des Feldes entfliehen kann. Aber wenn man hinter Jarno Trulli ist, dann ist das Rennen schon vorbei."

Toyotas Technikchef Mike Gascoyne rät seinen Kollegen zu einem einfachen Mittel dieses 'Problem' zu beseitigen: "Sie müssen einfach härter versuchen uns zu überholen."

Allerdings ist Gascoyne zuversichtlich, dass der TF105 vielleicht schon ab Hockenheim keinen solch starken Leistungsabfall zwischen Qualifying und Rennen mehr haben wird. "Es gab auch Rennen, bei denen wir uns gut qualifiziert haben und danach hinter Alonso gefahren sind."

Diese Variante dürfte McLaren, B·A·R & Co aber genauso wenig gefallen. Schließlich hätten sie dann einen Konkurrenten im Kampf um WM-Punkte und Podestplätze mehr. Aber so ist das nun einmal: Die Konkurrenz ist mit ihren Mitbewerbern niemals wirklich zufrieden...