Formel 1

Lewis Hamilton mit Horror-Rennen zum 5. Titel: Komisches Gefühl

Lewis Hamilton ist zum fünften Mal Weltmeister in der Formel 1. Ein vierter Platz in Mexiko reicht dem Briten. Der Mercedes-Fahrer reagiert entgeistert.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Lewis Hamilton hat es vollbracht: In Mexiko krönte sich Brite in Mercedes-Diensten zum fünften Mal zum Weltmeister in der Formel 1. Genau wie ihm Vorjahr schaffte es Hamilton dabei jedoch nicht auf das Podium. Dennoch durfte Hamilton zusätzlich zu den Top-3 direkt nach dem Rennen sprechen.

In Mexiko ein ganz besonders stimmungsvoller Moment, spielen sich die Grid-Interviews dort nicht wirklich auf der Startaufstellung oder nahe Start/Ziel ab, sondern mitten im Stadion im letzten Sektor - vor den grölenden mexikanischen Fanmassen. Entsprechend überfordert, überwältigt ist Hamilton als er dort aus dem Auto klettert - zumal er gerade einen unfassbar harten Grand Prix durchgemacht hatte.

Hamilton: WM-Titel nicht hier gewonnen

Nach den ersten Donuts samt obligatorischer Union Jack zur WM-Feier parkt er seinen Silberpfeil vor einem eigens aufgestellten Weltmeister-Schild mit seiner Startnummer, der berüchtigten 44. Dann spricht er mit Interviewer David Coulthard. "Es ist gerade ein sehr komisches Gefühl. Danke erstmal an die Fans, die den Mexiko GP zu etwas sehr Besonderem machen", sagt Hamilton in seiner ersten Reaktion.

Donuts für alle! - Foto: Sutton

"Und danke an das Team. Wir haben ihn nicht hier gewonnen. Wir haben ihn durch jede Menge harte Arbeit in vielen Rennen gewonnen", so Hamilton weiter. Kein Wunder, war der Mexiko GP der blanke Horror für Hamilton. Der Brite zeigte zwar einen Raketenstart, der ihn früh auf P2 katapultierte, doch danach ging gar nichts mehr. Hamilton kämpfte massiv mit den Reifen, kam selbst unmittelbar nach den Stopps nicht auf Pace, klagte über Vibrationen.

Weltmeister Hamilton: Mexiko GP ein schreckliches Rennen

"Es war ein schreckliches Rennen. Ich hatte einen großartigen Start und habe mich nach vorne gearbeitet, aber dann weiß ich echt nicht, was danach passiert ist. Ich habe einfach versuch durchzuhalten und das Auto nach Hause zu bringen", schildert Hamilton. Die Erleichterung, dass trotzdem wieder gereicht hat, ist ihm anzumerken.

"Es ist eine merkwürdige Krönung", findet auch Mercedes-Teamchef Toto Wolff im ORF. "Wir sind alle Racer und haben ein wirklich schlimmes Rennen gehabt. Es hat von Anfang an nichts funktioniert. Aber wir müssen auch das Gesamtbild sehen. Und da sind wir Weltmeister. Zum fünften Mal in Folge. Aber wegen heute ist die Freude nicht so groß." Bei Sky schiebt er dann aber nach: "Auch wenn es hier bittersüß ist: Über die WM sollten wir aber froh sein!"

Lewis Hamilton holt Fangio ein: Surreal!

Doch bei Hamilton überwiegt die am Ende doch. Auch über das Einstellen des WM-Rekords von Juan Manuel Fangio. "Ich bin seit ich 13 bin bei Mercedes, um das zu erreichen - Fangio hat es mit Mercedes geschafft - und es ist ein unglaubliches Gefühl. Sehr surreal gerade", so Hamilton, jetzt nach Titeln nur noch von Michael Schumacher überboten.

"Unglaublich. Er ist auf dem Höhepunkt seines Schaffens und es kann noch weiter gehen wenn wir ihm ein gutes Auto geben", schwärmt Wolff.

Hamilton stürzt sich in Massen seines Mercedes-Teams - Foto: Sutton

"Ich würde nicht hier stehen, wenn es nicht dank Gott und meiner Familie und all der harten Arbeit meines Vaters wäre", richtet Hamilton zum Abschluss noch einen letzten Dank an die wichtigsten Pfeiler neben seinem Team aus. Was folgt sind eine Umarmung unter Weltmeistern mit dem jetzt erneut geschlagenen Sebastian Vettel, und noch viele Umarmungen mit dem halben - eher ganzen - Mercedes-Team unter den lauten Klängen Armin van Buurens im Hintergrund.

"Lewis hat es verdient. Er hat einen guten Job gemacht und auch sein Team das ganze Jahr über. Das muss man jetzt akzeptieren und ihm gratulieren. Ich wäre gerne noch länger mit im Rennen geblieben, aber es hat nicht geklappt", sagt Vettel mit ziemlich steinerner Mimik als der erneute Verlust des Titels bittere Realtität geworden ist.

Für Hamilton bleibt dagegen sogar ein Vorteil, bei der Titel-Krönung nicht auf das Podium gefahren zu sein. Die Pressekonferenz fällt erstmal aus, Party geht sofort. Später soll Hamilton dann aber nochmal ausführlich sprechen.


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